WASHINGTON, USA – Die US-Regierung hat am 11. März eine Untersuchung zu industriellen Überkapazitäten bei 16 großen Handelspartnern gestartet, darunter Thailand. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer stellte neue Zölle bis zum Sommer in Aussicht, während parallel ein weiteres Verfahren zu Importen aus Zwangsarbeit vorbereitet wird.
Neue US-Untersuchung trifft 16 Handelspartner
Die Ankündigung kam am 11. März in Washington, D.C., wo die US-Regierung eine Prüfung gegen 16 bedeutende Handelspartner auf den Weg brachte.
Auf der Liste steht auch Thailand, was die Debatte über mögliche Handelshemmnisse für Exporte aus Südostasien in den USA neu anheizt.
Section 301 – das scharfe Schwert im US-Handelsrecht
Laut Jamieson Greer läuft die Untersuchung unter Section 301 des US-Handelsrechts, einem Instrument, das der Regierung weitreichende Reaktionen bis hin zu Strafzöllen ermöglicht.
Greer erklärte, das Verfahren könne bis zum Sommer in neue Zölle gegen China, die EU, Indien, Japan, Südkorea und Mexiko münden.
Wer außerdem im Visier steht – und wer nicht
Neben den großen Volkswirtschaften umfasst die Untersuchung auch Taiwan, Vietnam, Malaysia, Kambodscha, Singapur, Indonesien, Bangladesch, die Schweiz und Norwegen.
Auffällig ist, dass Kanada als zweitgrößter Handelspartner der USA nicht als Ziel genannt wurde.
Was die USA unter Überkapazität verstehen
Greer sagte, im Fokus stünden Volkswirtschaften mit Anzeichen für strukturelle Überkapazitäten in der Industrie, also etwa bei dauerhaft zu hoher Produktion im Verhältnis zur Nachfrage.
Als Hinweise nannte er unter anderem große Handelsüberschüsse oder ungenutzte Produktionskapazitäten, die Druck auf Preise und Konkurrenz in Importmärkten ausüben können.
Zweites Verfahren – Importwaren aus Zwangsarbeit
Zusätzlich kündigte Greer an, die USA würden am 12. März eine weitere Section-301-Untersuchung eröffnen, die sich gegen Importe richtet, die unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt wurden.
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Dieses zweite Verfahren soll laut Ankündigung mehr als 60 Länder weltweit abdecken und damit deutlich breiter angelegt sein als die Überkapazitätsprüfung.
Diplomatie im Hintergrund – Treffen mit China in Paris
Die Schritte fallen in eine Woche, in der US-Vertreter unter Führung von Finanzminister Scott Bessent Gespräche mit hochrangigen chinesischen Repräsentanten in Paris vorbereiten.
Zugleich steht ein mögliches Treffen zwischen Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping später im Monat in Peking im Raum.
Deine Meinung
Wie konsequent die USA ihre Linie gegen Überkapazitäten und Zwangsarbeit umsetzen, wird entscheidend dafür sein, ob daraus echte Handelsbarrieren oder vor allem politischer Druck entsteht.
Welche Folgen wären aus deiner Sicht für Exporte und Preise spürbar, wenn Thailand in einen neuen US-Zollkonflikt gerät?



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