BANGKOK, THAILAND – Thailands Privatschulen stehen 2026 vor einer beispiellosen Schließungswelle: Bis zu 80 Einrichtungen könnten in diesem Jahr dichtmachen. Steigende Kosten, sinkende Schülerzahlen und wachsende Konkurrenz durch staatliche und internationale Angebote setzen den Sektor massiv unter Druck.
Ungewöhnlich viele Schließungen im Jahr 2026
Supaset Khanakul, Präsident des Verbands Association Board of Coordination and Promotion of Private Education (APPE), rechnet in diesem Jahr mit 70 bis 80 Schulschließungen.
Damit liegt die Zahl deutlich über dem bisherigen Durchschnitt von 30 bis 50 Schließungen pro Jahr, mehrere Schulen in Bangkok haben laut ihm bereits den Betrieb eingestellt.
Kostenexplosion trifft den Schulbetrieb
Als zentralen Treiber nennt Supaset steigende Betriebskosten, die viele Träger nicht mehr auffangen können.
Besonders die Kraftstoffpreise wirken sich demnach auf den Schülertransport aus und erhöhen die laufenden Ausgaben spürbar.
Weniger Anmeldungen verschärfen die Lage
Parallel zu den höheren Kosten sinken laut APPE die Einschreibungen, wodurch Einnahmen wegbrechen.
Für Schulen, die stark von Schulgebühren abhängig sind, wird die Finanzierung des Betriebs dadurch zunehmend unsicher.
Staatliche Schulen erhöhen den Wettbewerbsdruck
Der Konkurrenzdruck durch öffentliche Schulen hat nach Angaben des Verbands zugenommen, weil staatliche Einrichtungen ihre Klassenstärken von 40 auf 42 bis 44 Schüler ausweiten.
Zudem halten staatliche Schulen an offenen Aufnahmebedingungen bei wichtigen Eintrittsstufen fest, was zusätzliche Schüler von Privatschulen abzieht.
Hohe Grundstückswerte und Regeln machen Alternativen attraktiver
Supaset sagt, einige Schulen – große wie kleine – könnten schlicht nicht weitermachen, weil die wirtschaftliche Rechnung nicht mehr aufgeht.
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Er verweist dabei auf hohe Landwerte und regulatorische Vorgaben, die eine Umnutzung oder alternative Geschäftsnutzung für Eigentümer attraktiver erscheinen lassen.
Forderung nach fairerer staatlicher Finanzierung
Der APPE-Präsident fordert die Regierung auf, Ungleichgewichte bei der Finanzierung zu beheben, insbesondere bei Zuschüssen für Schulmahlzeiten.
Bildungsgerechtigkeit bedeute aus seiner Sicht eine Reform der Budgetverteilung, statt Schulen indirekt dazu zu drängen, zusätzliche Gebühren zu erheben.
Internationale Schulen verändern den Markt
Gleichzeitig verändert das schnelle Wachstum internationaler Schulen die Bildungslandschaft in Thailand spürbar.
Einige staatliche Schulen bieten inzwischen Spezialprogramme für 60.000 bis 70.000 Baht pro Trimester an – für nur etwas mehr Geld könnten Familien dann direkt internationale Schulen wählen, die an Popularität gewinnen.
Deine Meinung
Wie sollte Thailand deiner Ansicht nach reagieren: mehr staatliche Unterstützung für Privatschulen, strengere Regeln für Gebühren – oder eine stärkere Förderung öffentlicher Schulen?
Schreib uns in die Kommentare, ob du die Schließungswelle als notwendige Marktbereinigung siehst oder als Warnsignal für wachsende Ungleichheit im Bildungssystem.



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