Big Joke: Top-Cops vor Gericht – Verleumdungsklage eingereicht

Ohrfeigen-Vorwurf erst 9 Jahre später? Der Anwalt fragt: Warum so lange geschwiegen – und was steckt dahinter?

Big Joke: Top-Cops vor Gericht - Verleumdungsklage eingereicht
KhaoSod

BANGKOK, THAILAND – Der frühere Vize-Polizeichef Surachate „Big Joke“ Hakparn lässt wegen mutmaßlicher Verleumdung gegen einen hochrangigen Polizeioffizier klagen, nachdem dieser öffentlich über angebliche Übergriffe auf Untergebene gesprochen haben soll. Das Strafgericht hat die Klage angenommen und eine Vorprüfung der Beweise für den 20. Juli 2026 angesetzt.

Klage am Strafgericht eingereicht

Am 17. April 2026 ließ Pol. Gen. Surachate Hakparn, ehemaliger stellvertretender Chef der Königlich Thailändischen Polizei, über seinen Anwalt Klage beim Strafgericht in Bangkok einreichen.

Beklagter ist Pol. Maj. Gen. Jaroonkiat Pankaew, stellvertretender Kommandeur des Central Investigation Bureau (CIB), wegen Verleumdung durch Veröffentlichung nach dem thailändischen Strafgesetzbuch.

Gericht nimmt Fall an – Termin im Juli

Das Gericht nahm die Klage als Verfahren mit dem Aktenzeichen อ.1025/2569 an.

Die Vorprüfung (ไต่สวนมูลฟ้อง) ist für den 20. Juli 2026 um 09.00 Uhr angesetzt.

Worum es in den Vorwürfen geht

Nach Angaben des Anwalts soll der Beklagte am 20. und 30. Januar 2026 in Medieninterviews, unter anderem auf YouTube und in TV-Sendungen, Aussagen über Surachate gemacht haben.

Demnach sei behauptet worden, Surachate habe einen Untergebenen im Rang eines Police Lieutenant Colonel geschlagen und ein weiterer Untergebener sei psychisch so belastet worden, dass er depressiv geworden sei.

Anwalt: Medizinische Unterlagen stützen Behauptungen nicht

Der Anwalt erklärte, es seien zudem „mehrere“ weitere Untergebene erwähnt worden, wobei unklar sei, ob damit die Gruppe von 17 Personen gemeint sei, über die in den Medien berichtet wurde.

Nach eigener Prüfung verschiedener ärztlicher Berichte habe man keine Tatsachen gefunden, die die öffentlich geäußerten Behauptungen stützen würden, weshalb man von einer rufschädigenden Anschuldigung ausgehe.

Keine Anklage gegen Surachate bekannt

Auf Nachfrage, ob die 17 Untergebenen Anzeige erstattet oder Klage gegen Surachate eingereicht hätten, sagte der Anwalt, er kenne dies nur aus der Berichterstattung.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Derzeit gebe es nach seinem Kenntnisstand noch keine formelle Beschuldigung gegen Surachate.

Surachates Linie: Mitwirkung – aber auch Gegenklagen möglich

Nach Beratung mit seinem Mandanten erklärte der Anwalt, Surachate sei bereit, sich einem Verfahren zu stellen, falls es eine Anzeige gebe und die Vorwürfe wahr sowie beweisbar seien.

Sollten die Anschuldigungen jedoch unwahr sein oder Personen falsche Aussagen in Anzeigen oder als Zeugen machen, wolle Surachate gegen alle Beteiligten rechtlich vorgehen, um seinen Ruf zu schützen.

Streitpunkt Zeitablauf: angeblicher Vorfall 2017, Anzeige 2026

In dem Zusammenhang werde als Tatdatum der 21. Februar 2017 genannt, so der Anwalt.

Er verwies darauf, dass Surachate damals Kommandeur der Special Operations Division (Bureau of Special Operations) gewesen sei, während der betroffene Offizier als Ermittlungsinspektor an der Polizeiwache Phaya Thai gearbeitet habe – unterschiedliche Zuständigkeiten, die nach seiner Darstellung kaum Berührungspunkte gehabt hätten.

„Warum erst nach neun Jahren?“

Besonders kritisch sieht die Verteidigung, dass eine Anzeige erst im Januar 2026 erfolgt sein soll, obwohl der behauptete Vorfall auf 2017 datiert werde.

Der Anwalt fragte öffentlich, warum man neun Jahre habe verstreichen lassen, zumal man zwischenzeitlich noch zusammengearbeitet habe und es berufliche Aufstiege gegeben habe, und deutete an, dies könne auf ein besonderes Motiv hindeuten.

Deine Meinung

Wie bewertest du es, wenn schwere Vorwürfe gegen hochrangige Beamte über Interviews und soziale Medien verbreitet werden – sollte das schneller vor Gericht geklärt werden oder braucht es mehr Raum für öffentliche Debatten?

Und wie siehst du den langen Zeitabstand zwischen angeblichem Vorfall und späterer Anzeige: legitime späte Aufarbeitung oder ein Warnsignal für mögliche Instrumentalisierung? Schreib deine Einschätzung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Khaosod Thai

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert