Bangkok, Thailand – Thailand reagiert auf einen Hantavirus-Cluster im Ausland: Das Nationale Komitee für übertragbare Krankheiten hat eine formelle Prüfung angeordnet, ob die Infektion als gefährliche übertragbare Krankheit eingestuft werden soll. Zugleich stellten die Behörden klar, dass sich keine thailändischen Staatsangehörigen auf dem betroffenen Kreuzfahrtschiff befanden.
Behörden prüfen Einstufung
Das Komitee hat das Department of Disease Control beauftragt, mit Fachleuten zu prüfen, ob Hantavirus nach dem Gesetz über übertragbare Krankheiten von 2015 als gefährliche übertragbare Krankheit eingestuft werden sollte. Dazu sollen auch Risikobewertung, technische Empfehlungen und Bereitschaftspläne erarbeitet werden.
Geplant sind unter anderem Vorgaben für Überwachungssysteme, Laborkapazitäten, Notfallrichtlinien und Risikokommunikation. Ziel ist, Maßnahmen zur Überwachung, Vorbeugung und Kontrolle passend zum Risikoniveau und zu den aktuellen Entwicklungen umzusetzen.
Gefährliche Zoonose mit schwerem Verlauf
Das Komitee stuft Hantavirus als neu auftretende oder wieder auftretende Zoonose mit hoher Schwere ein. Genannt werden schwere Krankheitsbilder wie Lungenentzündung, Atemversagen und akutes Nierenversagen.
Außerdem verwiesen die Behörden auf eine geschätzte Fallsterblichkeitsrate von etwa 30 bis 40 Prozent, eine mögliche Übertragung bei einigen Stämmen von Mensch zu Mensch und das Fehlen einer spezifischen Behandlung sowie eines weltweit verbreiteten Impfstoffs.
Was Thailand bereits tut
Thailand setzt nach Angaben der Behörden bereits Maßnahmen an internationalen Einreisepunkten um. Dort wurde die Überwachung von Reisenden aus Gebieten mit gemeldeten Fällen verschärft und die Zusammenarbeit mit Fluggesellschaften, Häfen und anderen Stellen verstärkt.
Auch im Inland laufen laut Behörde verstärkte Warnungen an Gesundheitseinrichtungen, damit Screening und Untersuchungen ausgeweitet werden. Besonders im Blick stehen Menschen mit Nagetierkontakt oder Reisen aus Risikogebieten.
So wird das Virus übertragen
Dr. Montien Kanasawadse erklärte, Hantavirus sei eine Zoonose, bei der Nagetiere wie Ratten als Hauptreservoirs dienen. Die Ansteckung kann über Urin, Kot und Speichel von Nagern erfolgen, auch über Partikel in der Luft oder über infizierte Sekrete, die über Wunden oder Schleimhäute in den Körper gelangen.
Im Allgemeinen breitet sich das Virus nicht von Mensch zu Mensch aus. Ausnahmen seien seltene Stämme und meist nur längerer enger Kontakt. Die Inkubationszeit liegt bei ein bis acht Wochen nach der Exposition.
Keine thailändischen Passagiere auf dem Schiff
Pattana Promphat sagte, Thailand habe bislang keine inländischen Ausbrüche festgestellt, obwohl Forschungsarbeiten Nagetierreservoirs mit dem Virus gefunden hätten. Er betonte außerdem, dass sich die Krankheit nicht so leicht verbreite wie COVID-19 oder Influenza.
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Gleichzeitig riet er dazu, Kontakt mit Nagetieren und kontaminierten Materialien zu vermeiden. Das Risiko für die allgemeine Öffentlichkeit werde als gering eingeschätzt, das Gesundheitssystem müsse aber wachsam bleiben.
Internationale Zahlen und Thailands bisherige Fälle
Das DDC nannte auch Zahlen aus anderen Regionen: In den USA wurden von 1993 bis 2023 insgesamt 890 Fälle mit einer Sterblichkeitsrate von 35 Prozent gemeldet. Für Amerika im Jahr 2025 wurden 229 Fälle, 59 Todesfälle und eine Sterblichkeitsrate von 25,7 Prozent angegeben.
Weitere Angaben des DDC: China meldet jährlich 5.000 bis 10.000 Fälle, Südkorea 300 bis 600, Europa zählte 2023 insgesamt 1.855 Fälle, und Taiwan verzeichnete 2026 zwei Fälle und einen Todesfall. Für Thailand verwies die Behörde auf Berichte aus Kanchanaburi und Bangkok aus dem Jahr 1985 sowie auf eine Studie am Siriraj Hospital mit 115 Patienten, in der zwischen 1999 und 2000 ein bestätigter Fall in Bangkok gefunden wurde.
Vorsicht bleibt das Thema
Die Behörden betonen, dass Thailand bei der Diagnostik Unterstützung leisten kann und die öffentliche Kommunikation fortgesetzt wird. Die Überwachung von Reisenden, die Kontrollen an den Grenz- und Einreisepunkten und die Warnungen an Kliniken bleiben vorerst auf erhöhter Stufe.
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