Luxusuhren-Skandal: Ex-Antikorruptions-Chef muss ins Gefängnis

Drei Jahre Haft für die NACC-Spitze: Das Gericht verurteilte die Korruptionsjäger, weil sie brisante Akten im Fall der Luxusuhren von General Prawit schwärzten. Ob das Urteil nach der Berufung Bestand hat, bleibt offen.

Luxusuhren-Skandal: Ex-Antikorruptions-Chef muss ins Gefängnis
Nation

Region 1, Thailand – Das Strafgericht für Korruptions- und Fehlverhaltensfälle Region 1 hat am Mittwoch, 27. Mai 2026, die frühere NACC-Spitze wegen unvollständiger Offenlegung von Akten im berüchtigten Luxusuhren-Fall von General Prawit schuldig gesprochen und zu je drei Jahren Haft verurteilt. Die Entscheidung folgt einer Klage des Anti-Korruptions-Aktivisten Veera Somkwamkid und stellt die Frage nach Transparenz bei Untersuchungsergebnissen in den Fokus. Für die Verurteilten besteht die Möglichkeit, Berufung einzulegen; bis dahin sind sie gegen Kaution frei.

Drei Jahre Haft für zwei Ex-NACC-Chefs

Das Gericht verurteilte den ehemaligen NACC-Präsidenten Watcharapol Prasarnrajkit und die ehemalige Kommissarin Supha Piyajitti zu jeweils drei Jahren Gefängnis. Die Urteilsverkündung erfolgte am 27. Mai 2026.

Beide Strafen stehen unter Vorbehalt: Das Gericht gewährte ihnen gegen Zahlung von Kaution vorläufigen Aufschub, bis über eine mögliche Berufung entschieden ist.

Worin die Anklage bestand

Das Gericht befand, dass Watcharapol und Supha gegen Abschnitt 157 des Strafgesetzbuches in Verbindung mit Abschnitt 83 verstoßen hätten, weil sie ihre Pflichten durch das Unterlassen der vollständigen Offenlegung von Unterlagen verletzt hätten. Im Zentrum standen die Akten zur NACC-Untersuchung über Prawits Luxusuhren und Diamantringe.

Die Anklage warf ihnen pflichtwidrige Ausübung beziehungsweise Vernachlässigung amtlicher Pflichten vor, weil wichtige Dokumente entweder geschwärzt oder nur unvollständig herausgegeben worden seien.

Ursprünglich zwölf Beschuldigte – viele Namen fielen weg

Veera hatte die Klage ursprünglich gegen zwölf ehemalige NACC-Funktionäre eingereicht, unter anderem gegen Niwatchai Kasemmongkol, Worawit Sukboon, Polizeigeneral Watcharapol und Natthachak Phatamasingh Na Ayudhaya. Im Verlauf der Voruntersuchung wurden einige Namen aus dem Verfahren genommen.

Das Gericht erlaubte die Rücknahme der Klage gegen Preecha, weil dessen Amtszeit nach Erreichen des 70. Lebensjahres beendet war, und Veera zog später die Klage gegen Witthaya und Natthachak zurück. Den Prozess gegen Watcharapol und Supha ließ das Gericht jedoch zu.

Der Kläger und seine Rolle

Als Kläger trat Veera Somkwamkid auf, Generalsekretär des People’s Network Against Corruption und bekannter Anti-Korruptions-Aktivist. Er forderte Zugang zu den Untersuchungsakten, um die NACC-Entscheidung überprüfen zu können.

Das Gericht stellte fest, dass Veera als direkt geschädigte Partei klageberechtigt sei, weil seine Informationsanfragen der Kontrolle einer korruptionsrelevanten Angelegenheit dienten.

Welche Akten strittig waren

Veera hatte drei Kategorien von Dokumenten verlangt: den vollständigen Untersuchungsbericht inklusive Beweismaterial, die schriftlichen Stellungnahmen der für den Fall zuständigen NACC-Beamten sowie die Protokolle der NACC-Sitzungen zu Prawits Fällen. Diese Forderung war zentral für seine Klage.

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Das Informations-Offenlegungstribunal und das Oberste Verwaltungsgericht hatten die NACC zuvor zur Offenlegung verpflichtet, doch Veera behauptete, die übergebenen Unterlagen seien unvollständig und stark geschwärzt gewesen.

Letzter Stand: Kaution, Berufung und öffentliches Interesse

Beide Verurteilten wurden zu drei Jahren Haft verurteilt, befinden sich aber nach Zahlung von Kaution auf freiem Fuß, bis über eine Berufung entschieden wird. Das Gericht lehnte zudem Veeras Antrag ab, die Klage gegen Watcharapol und Supha zurückzuziehen, mit der Begründung, eine Rücknahme diene nicht dem öffentlichen Interesse und könne dem Staat erheblichen Schaden zufügen.

Die Verurteilung markiert einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Korruption und unterstreicht die Bedeutung der Sorgfaltsprüfung und Transparenz bei der Aufklärung von Amtspflichtverletzungen.

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Quelle: Nation Thailand

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