Hochstapler-Trio aufgeflogen: Falsche Beamte in Thailand verhaftet

Mit Blaulicht und gefälschten Dienstsiegeln rasten drei Männer in die Falle. Sie gaben sich als hohe Beamte und Polizisten aus, doch eine Routinekontrolle deckte das Lügengebäude auf. Was die Betrüger wirklich bezweckten.

Hochstapler-Trio aufgeflogen: Falsche Beamte in Thailand verhaftet
ThaiRath

LAMPANG, NORDTHAILAND – Mit amtlichen Magnet-Logos an der Tür und einem Spezialaufkleber an der Scheibe bretterte ein Toyota mit 121 km/h in eine Polizeikontrolle. Am Steuer ein angeblicher Zollbeamter, auf dem Rücksitz ein vermeintlicher Bezirksbeamter, der es eilig zu einer Sitzung hatte. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich die hoheitstriefende Karriere der drei Insassen als gut inszenierte Lüge.

Zu schnell in die Kontrolle

Am Nachmittag des 18. Juni 2026 stoppten Beamte der Autobahnpolizei Lampang auf dem Highway Nr. 1 bei Kilometer 688 einen auffällig schnellen Wagen. Der Fahrer war mit 121 Stundenkilometern unterwegs. Als die Polizisten den Führerschein sehen wollten, kurbelte ein 21-Jähriger auf der Rückbank das Fenster herunter.

Er stellte sich als „Bezirksbeamter“ vor und nutzte den Spitznamen Pote. Der Mann behauptete, dringend zu einer Sitzung ins Rathaus von Chiang Mai zu müssen und bat um freie Weiterfahrt.

Zwei weitere Möchtegern-Beamte

Auf dem Beifahrersitz gab sich ein 58-Jähriger als pensionierter Polizeihauptkommissar im Ruhestand zu erkennen. Der Fahrer, ein 23-Jähriger aus der Provinz Tak, wollte ein Zollbeamter im gehobenen Dienst sein. Alle drei spielten ihre Rollen mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit.

Doch die erfahrenen Kontrollbeamten um Polizeimajor Kiatiporn Sawadithepp und Bezirksbeamten Naratip Kruawiset von Ko Kha schöpften schnell Verdacht. Zu viele Details an der Geschichte wirkten schief.

Inventur eines Hochstapler-Fahrzeugs

Die Beamten nahmen das Auto daraufhin genauer unter die Lupe. An der Windschutzscheibe prangte ein Aufkleber der Polizeipräsidium-Spezialeinheit, an der Seitentür ein Magnetlogo der Provinzverwaltung des Innenministeriums. Zudem fanden sich im Wageninneren eingebaute Sondersignalanlagen.

Die Durchsuchung förderte mehrere Uniformen von Verwaltungsbeamten zutage, dazu Dienstabzeichen und zwei Handfunkgeräte. Eine Uniform war mit dem Namen eines echten Beamten bestickt, doch der 21-jährige Manat Saekua aus Tak, der sich als deren Träger ausgab, tauchte in keinem Register des Innenministeriums auf.

Mietwagen-Tour durch halb Thailand

Der Wagen selbst war bereits seit Mai von einer Firma in Chiang Mai gemietet. Seitdem legte er eine beachtliche Reise durch mehrere Provinzen zurück. Laut Polizei führte die Spur den Mietwagen durch Nordthailand bis in die Provinz Maha Sarakham im Nordosten.

Die Beamten vermuten, dass die Gruppe die falschen Beamten-Identitäten gezielt nutzte. Dokumente, die bei der Kontrolle sichergestellt wurden, sollten offenbar gegenüber der Bevölkerung Glaubwürdigkeit vortäuschen und Türen öffnen.

Die falschen Beamten wandern in die Zelle

Gegen den 21-jährigen Hochstapler wurde Anzeige wegen der Verwendung gefälschter Hoheitszeichen erstattet. Der Fahrer muss sich wegen der unbefugten Installation und Nutzung der Signalanlagen im Auto verantworten. Alle drei Verdächtigen wurden der Polizeistation Ko Kha überstellt.

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ZUM ANGEBOT

Die Ermittler prüfen nun die genaue Herkunft der Funkgeräte und ob die Gruppe die Verkleidung für Betrugsdelikte in verschiedenen Gebieten missbraucht hat. Die sichergestellten Beweismittel werden kriminaltechnisch untersucht.

Polizei sucht jetzt nach Geschädigten

Die Autobahnpolizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer die drei Männer in ihren falschen Rollen beobachtet hat oder Hinweise auf mögliche Betrugstaten geben kann, soll sich bei den Beamten melden. Die Sorge ist, dass die Gruppe nicht nur mit Blaulicht-Imitaten auf der Autobahn unterwegs war.

Die Ermittler der Polizeistation Ko Kha erhoffen sich durch Zeugenaussagen ein klareres Bild über das Ausmaß der kriminellen Tour. Hinweise nehmen die Autobahnpolizei Lampang und alle umliegenden Polizeistationen entgegen.

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Quelle: Thairath

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