CHA-AM, THAILAND – Ein 33-jähriger Franzose, der monatelang international als Drahtzieher eines milliardenschweren Schneeballsystems gejagt wurde, ging der thailändischen Immigrationspolizei am Freitagnachmittag ins Netz. Der unter dem Pseudonym „Mr. Dogan“ gefasste Mann sitzt nun in Abschiebehaft. Ihm droht die Auslieferung, nachdem sein mutmaßliches Ponzi-Modell über 900 Anleger um mehr als 200 Millionen Euro erleichterte.
Zugriff in der Luxusvilla von Cha-am
Gegen 15:00 Uhr rückten Beamte der Einwanderungsbehörde Region 3 und der Sonderermittlungsabteilung zu einer Nobelvilla in der Provinz Phetchaburi aus. Als die Ermittler unter der Leitung von Polizeioberst Suriya Phuengsombut um eine Passkontrolle baten, bestätigte sich der Verdacht: Der 33-Jährige war der per internationalem Haftbefehl Gesuchte.
Sekunden später klickten die Handschellen. Polizeigeneralmajor Songprod Sirisuk, Kommandeur der Einwanderungsregion 3, hatte die Festnahme persönlich angeordnet, wie die Beamten später mitteilten.
Die Masche mit der falschen Dubai-Connection
Laut den internationalen Ermittlungen rührt der Haftbefehl aus einem bereits 2022 mit fünf Komplizen gestarteten Anlageschwindel. Der Franzose und seine Mittäter gaben vor, mit „Digital Finance“ ein profitables Firmengeflecht mit exklusiven Verbindungen nach Dubai zu leiten.
In Wahrheit floss kein einziger Cent in echte Investments. Die Gruppe zielte massiv auf türkische Gemeinschaften in Frankreich, Belgien, der Schweiz und Neuseeland ab. Die Versprechen waren dreist: 15 Prozent Rendite pro Monat und eine Verfünffachung des Kapitals binnen eines Jahres sollten winken – klassische Lockmittel eines Schneeballsystems.
Über 900 Opfer und ein Schaden in Milliardenhöhe
Das Betrugsmodell folgte dem simplen Ponzi-Prinzip: Auszahlungen an Bestandskunden wurden direkt aus den Einlagen ahnungsloser Neukunden bestritten. Die Investitionen pro Person lagen zwischen 20.000 und horrenden 300.000 Euro.
Nach Schätzungen der Behörden summiert sich der Gesamtschaden auf einen atemberaubenden Betrag von über 200 Millionen Euro, umgerechnet etwa 7,5 bis 8 Milliarden Baht. Über 900 Menschen aus mehreren Ländern sollen den leeren Versprechen des flüchtigen Franzosen zum Opfer gefallen sein.
Internationale Fahndung ließ ihn keine Ruhe
Frankreich, die Türkei und Interpol setzten den mutmaßlichen Millionenbetrüger auf die Liste der meistgesuchten Straftäter. Während die Fahndungsnetze rund um den Globus enger wurden, verkroch sich Dogan offenbar im thailändischen Sonnenparadies.
Die örtliche Einwanderungspolizei kam ihm auf die Schliche, als Datenabgleiche mit Interpol den Aufenthalt in der Provinz Phetchaburi bestätigten. Der Zugriff erfolgte, bevor der Mann sich erneut absetzen konnte.
Abschiebung statt Sonnenparadies
Mit der Festnahme griffen die thailändischen Behörden jedoch nicht nur zu, sie kappten auch sofort jeden weiteren legalen Verbleib im Königreich. Die Aufenthaltserlaubnis wurde nach Section 12(7) des Einwanderungsgesetzes widerrufen, wie die Immigration Police bestätigte.
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Das Abschiebeverfahren ist eingeleitet. Der 33-Jährige wird an eines der Länder überstellt, das seine Auslieferung formell beantragt hat. Dort muss er sich dann endgültig für den mutmaßlichen Mega-Betrug verantworten.



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