Skandal in Thailand: Betrunkener Raser tötet Frau – Mitschuld festgestellt

Trotz 2,9 Promille des Unfallverursachers wirft die Polizei dem Opfer eine Mitschuld vor. Weil der Überlebende drei Sekunden vor dem tödlichen Frontalcrash nicht bremste, droht nun ein juristischer Albtraum gegen einflussreiche Kreise.

Skandal in Thailand: Betrunkener Raser tötet Frau - Mitschuld festgestellt
KhaoSod

THA TAKO, NAKHON SAWAN – Ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei Toten und einem Schwerverletzten sorgt für Fassungslosigkeit. Die Polizei sieht eine Mitschuld beim Opfer, das auf der eigenen Spur fuhr. Die Familie des Verletzten spricht von einem unfassbaren Justizskandal und schaltet nun eine bekannte Hilfsorganisation ein.

Frontalcrash mit 290 Milligramm Prozent

Am 18. Februar gegen 13 Uhr war der Vater von N.S. Sasithorn mit seiner Freundin auf der Straße Tha Tako-Nakhon Sawan unterwegs. Völlig unvermittelt durchbrach ein entgegenkommendes Auto die Mittelleitplanke und krachte frontal in das Fahrzeug der beiden.

Die Wucht war so gewaltig, dass die Freundin des Vaters noch an der Unfallstelle starb. Auch der Unfallverursacher verlor sein Leben. Der Vater von Frau Sasithorn überlebte mit schwersten Verletzungen, darunter einem komplizierten Beinbruch.

Monatelange Schmerzen und keine Gerechtigkeit

Während der Vater seit Monaten eine qualvolle Reha und Physiotherapie durchläuft, wartet die Familie auf Antworten. Die Blutprobe des Unfallgegners ergab einen horrenden Alkoholwert von 290 Milligramm-Prozent, eine massive Trunkenheitsfahrt.

Doch nach mehr als vier Monaten erlebte die Familie im Juni einen Schock: Die Polizei von Tha Tako schloss die Ermittlungen ab. Das Ergebnis lautete nicht fahrlässige Tötung durch den Betrunkenen, sondern „gegenseitige Fahrlässigkeit“.

Polizei: Vater sei „nicht vorsichtig“ gewesen

Die Beamten begründen ihre Entscheidung damit, dass der Vater auf der rechten Spur fuhr. Außerdem habe er in den letzten drei Sekunden vor dem Aufprall weder gebremst noch ein Ausweichmanöver eingeleitet, was ihm nun als fahrlässiges Fahren ausgelegt wird.

Für die Angehörigen ist das eine obszöne Verdrehung der Tatsachen. Videoaufnahmen vom Unfallort zeigen, wie das Auto des Betrunkenen außer Kontrolle geriet und weit in die Gegenfahrbahn geschleudert wurde, während der Vater einfach nur geradeaus fuhr.

„Hochrangiger Beamter“ soll Strippen ziehen

Die Familie ist sich sicher, dass Vitamin B bei der fragwürdigen Einstufung die Hände im Spiel hat. Nach Recherchen der Tochter ist ein Verwandter des Unfallverursachers ein einflussreicher Beamter im Bezirk Tha Tako.

Seit dem Unfall herrscht eisiges Schweigen. Die Gegenseite besuchte den Verletzten nur ein einziges Mal. Bei Schadensersatz-Verhandlungen herrschte totale Funkstille, die Familie des Vaters erhielt bis heute keinen einzigen Baht Wiedergutmachung.

Prominente Helfer eingeschaltet

Am 21. Juni schaltete die verzweifelte Familie schließlich das Facebook-Hilfsportal „Saimai Tong Rod“ ein. Die Organisation ist dafür bekannt, sich bei krummen Polizei-Entscheidungen mit voller Härte für die Bürger einzusetzen.

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ZUM ANGEBOT

Für die Helfer ist der Fall sonnenklar: Ein unschuldiger Fahrer, der auf seiner Spur fuhr, wird zum Sündenbock gemacht. Die Organisation hat nun angekündigt, die Geschädigten zur Staatsanwaltschaft für den Schutz von Rechten zu begleiten.

Staatsanwaltschaft soll Verfahren unter die Lupe nehmen

Dabei soll das Verkehrsrecht detailliert geprüft werden, um die absurde Mitschuld-Konstruktion der Polizei Wache Tha Tako zu durchleuchten. Die Staatsanwaltschaft soll das gesamte polizeiliche Verfahren wegen möglicher Rechtsbeugung unter die Lupe nehmen.

Gleichzeitig wird der Kontakt zum Justizministerium gesucht. Dort will man mit Hochdruck einen Entschädigungsantrag für das Unfallopfer stellen. Die Betreiber der Seite machten klar, dass man keine Gesetze zugunsten lokaler Machthaber verbiegen lassen wird.

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Quelle: Khaosod Thai

Ein Kommentar zu „Skandal in Thailand: Betrunkener Raser tötet Frau – Mitschuld festgestellt

  1. Vor einigen Tagen, als über diesen Fall erstmals berichtet wurde, habe ich die Erklärung der Polizei noch als Scherz und Witz tituliert. Weil…Spekulationen bringen ja nichts. Jetzt, wo „lokale Machthaber“ ins Spiel kommen, wird aus dem Scherz eine Realität, hier auch Vitamin B genannt.

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