PHUKET, THAILAND – Die Polizei hat am frühen Morgen an drei Orten auf der Insel zugeschlagen. Ein 26-jähriger Russe wurde mit Haftbefehl festgenommen, ein Landsmann sitzt in Gewahrsam. Im Zentrum steht ein Netzwerk, das Bargeld aus Online-Betrügereien abzweigte und über zahllose Geldautomaten wusch.
Drei Razzien im Morgengrauen
Ermittler der Provinzpolizei, Einwanderungsbeamte und Touristenpolizisten rückten gegen 7 Uhr aus. Drei Objekte in Wichit, Chalong und Cherng Talay standen auf der Liste.
Die Aktion folgte Hinweisen des nationalen Anti-Online-Scam-Zentrums. Das AOC hatte eine Gruppe russischer Staatsbürger identifiziert, die systematisch Geld von sogenannten Maultierkonten abhob.
Haftbefehl in Wichit vollstreckt
Im ersten Anwesen klickten die Handschellen. Ilia Kutaisov, 26, wurde aufgrund eines richterlichen Haftbefehls gefasst. Beamte beschlagnahmten 638.700 Baht Bargeld und sicherten weitere Beweise, bevor er der Wichit Police überstellt wurde.
Die Ermittler werfen ihm vor, Teil jener Truppe zu sein, die zwischen April und Juni quer über Phuket Geldautomaten plünderte – immer mit dem Ziel, die Herkunft von Internet-Betrugsgeldern zu verschleiern.
Millionenfund in Chalong
Am zweiten Standort traf die Polizei auf Egor Stelmakh. Der Russe wird weiter wegen seiner mutmaßlichen Verstrickung in das Netzwerk überprüft. Sichergestellt wurden 4.594.420 Baht sowie 6.271 US-Dollar.
Das Bargeld an dieser Adresse summiert sich auf rund 4,8 Millionen Baht. Die Einwanderungsbehörde hat bereits ein Verfahren eingeleitet, um Stelmakhs Aufenthaltserlaubnis zu widerrufen.
Leeres Haus in Cherng Talay
Die dritte Durchsuchung in Cherng Talay verlief anders. Die gesuchte Person war nicht anzutreffen. Dennoch sammelten die Fahnder dort wichtige Beweise.
Die Ermittler betonten, dass die Suche nach weiteren Beteiligten mit Hochdruck weitergeht. Hinweise auf das Netzwerk verdichten sich nach und nach.
Spur der Geldautomaten
Laut Polizei hob die Bande ab April über einen Zeitraum von drei Monaten immer wieder hohe Summen an Geldautomaten auf Phuket ab. Die russischen Staatsbürger sollen direkt auf Maultierkonten zugegriffen haben, auf denen zuvor Beute aus Technologiekriminalität gelandet war.
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Insgesamt sicherten die Beamten bei der heutigen Aktion etwa 5,44 Millionen Baht in bar. Der Fund unterstreicht das enorme Volumen, das hinter den mutmaßlichen Geldwäschern steckt.
Landesweite Jagd auf Scammer
Die Operation ist Teil eines landesweiten Vorgehens gegen Online-Kriminalität und transnationale Netzwerke. Die Polizei verfolgt nun die Finanztransaktionen weiter, identifiziert zusätzliche Mitglieder und prüft Verbindungen zu ungeklärten Betrugsfällen in ganz Thailand.
Die Behörden befürchten zudem, dass viele Geschädigte noch gar nicht gemerkt haben, dass sie betrogen wurden – oder die Taten aus Scham nicht melden. Die Einwanderungsbehörde arbeitet derweil an der Ausweisung von Egor Stelmakh.



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