Malaysia übernimmt Chinas Touristen – Thailand verliert

Malaysia schickt Thailand die zweitmeisten Touristen – und ist jetzt der größte Konkurrent: Es lockt Chinas Urlauber weg, während Bangkoks Besucherzahlen schrumpfen. Kommt die Wende im Sommer?

Malaysia übernimmt Chinas Touristen – Thailand verliert
Thaiger

BANGKOK – Thailands Tourismus erlebt ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze. China hat die Führung bei den Ankünften zurückerobert, doch der Abstand zum Nachbarn Malaysia ist nur hauchdünn. Der wiederum hat Thailand als meistbesuchtes Land Südostasiens überholt und buhlt um dieselben chinesischen Reisenden.

Eine Sommerwoche zeigt, wie eng es zugeht

In einer einzigen Woche in diesem Sommer begrüßte Thailand 83.492 chinesische Touristen – und fast genauso viele Malaysier: 78.306. Der Abstand von gerade einmal 5.000 Besuchern zwischen Ländern mit 1,4 Milliarden und 35 Millionen Einwohnern spricht Bände.

Zwischen dem 1. Januar und dem 4. Juli 2026 registrierte das Tourismusministerium 16.210.890 ausländische Besucher. Das sind 3,11 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen summierten sich auf 782,57 Milliarden Baht.

China führt die Tabelle – aber Malaysia sitzt im Nacken

In der kumulierten Statistik liegt China mit 2.654.728 Ankünften wieder vorn. Dahinter folgen Malaysia mit 2.109.956, Indien mit 1.239.023, Russland mit 1.022.483 und Südkorea mit 596.673.

Noch vor einem Jahr war die Rangfolge anders: Damals drückte ein massiver Einbruch der chinesischen Besucherzahlen Thailand die Stimmung. 2025 stürzten die Ankünfte aus dem Reich der Mitte von etwa 6,73 Millionen (2024) auf rund 4,47 Millionen ab – ein Minus von etwa 34 Prozent.

2025: Als China einbrach und Malaysia die Lücke füllte

Thailands gesamte Ankünfte sanken 2025 um 7,23 Prozent auf 32,97 Millionen. Das war der erste jährliche Rückgang außerhalb der Pandemiejahre. Plötzlich stand Malaysia mit rund 4,52 Millionen Besuchern an der Spitze der Quellmärkte – nicht durch eigenes Wachstum, sondern weil China wegsackte.

Die Verschiebung zeigte, wie verwundbar Thailands Tourismus ist, wenn der größte Markt schwächelt. Gleichzeitig bewies Malaysia, dass es mit konstanter Kurzurlaubs- und Medizintourismus-Nachfrage eine stabile Säule sein kann.

Der Nachbar wird zum Jäger: Malaysia überholt Thailand

Im selben Jahr machte Malaysia noch mehr Druck. Mit 42,2 Millionen ausländischen Ankünften zog es an Thailands 32,97 Millionen vorbei und sicherte sich den Titel als meistbesuchtes Land Südostasiens.

Um dieselben chinesischen Reisenden wirbt Malaysia nun aggressiv. Die Regierung lockt mit visafreier Einreise, neuen Flugrouten in kleinere chinesische Städte und Kampagnen auf Populärplattformen wie Douyin, Weibo und RedNote. Das Ziel: 7 Millionen Chinesen allein 2026.

Kurzbesucher oder Langurlauber: Die Aufenthaltsdauer entscheidet

Malaysia punktet mit Nähe. Landgrenze, dichte Flug- und Straßenverbindungen nach Thailand sorgen für hohe Besucherzahlen, vor allem für Kurztrips. Malaysier bleiben im Schnitt weniger als fünf Tage.

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Der durchschnittliche internationale Ankömmling dagegen verbringt über neun Tage im Land. Die unterschiedliche Aufenthaltsdauer erklärt, warum hohe Volumina aus Malaysia nicht automatisch höhere Pro-Kopf-Ausgaben bedeuten.

Thai-Branche senkt die Prognose spürbar

Tourismusbetreiber in Thailand haben ihre Erwartung für chinesische Ankünfte 2026 bereits von 9 auf 7 Millionen zurückgeschraubt. Als Grund nennen sie Sicherheitsbedenken wegen Betrugsnetzwerken und gestiegene Reisekosten.

Die Tourismusbehörde Thailands (TAT) hat ihre Ganzjahresprognose auf 30 bis 34 Millionen Ankünfte angepasst. Ein Wert, der deutlich macht, dass die Unsicherheit groß bleibt.

Sommerferien sollen Rückenwind bringen

Das Ministerium hofft auf eine Belebung ab Mitte Juli. Schulferien in China und Europa sowie die anhaltende Kurzstreckennachfrage aus China und Hongkong könnten die Zahlen anschieben. Auch aus Frankreich, Deutschland und den Niederlanden erwartet man mehr Reisende.

Ob diese Sommerwelle die rückläufige Entwicklung stoppen kann, hängt letztlich nicht am Wetter, sondern an Chinas Reisebereitschaft. Denn der wichtigste Markt ist zwar auf Platz eins zurückgekehrt – aber weit entfernt von alter Größe.

Thailands schärfster Rivale heißt nicht China

Während Thailand seine chinesischen Gäste zurückgewinnt, bleibt der Druck aus dem Süden hoch. Malaysia, das Land, das Thailand die zweitgrößte Besuchergruppe liefert, ist gleichzeitig der Konkurrent, der am selben Markt zulegt. Das macht die Rechnung für das Königreich kompliziert.

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Quelle: Thaiger

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