BANGKOK –Thailands Kampf gegen gefälschte Waren geht in die nächste Runde. Bei einer Großrazzia in den ersten sechs Monaten des Jahres schlugen die Behörden zu wie selten: Über 1,6 Millionen gefälschte Produkte im Schwarzmarktwert von 786 Millionen Baht wanderten in die Asservatenkammern. Zeitgleich besiegelten Regierung, Polizei und der Online-Riese Shopee einen Pakt gegen die Produktpiraterie im Internet.
1,6 Millionen Mal „Nein“ zu Plagiaten
Die Zahlen sind ein Schlag ins Kontor der Fälscher. Das Handelsministerium zog eine vernichtende Halbjahresbilanz: Von Januar bis Juni 2026 brachten die Ermittler 456 Fälle zur Anzeige. Genau 1.654.698 Beweisstücke stellten Polizei und Zoll sicher.
Der kalkulierte wirtschaftliche Schaden beläuft sich auf über 786 Millionen Baht. Die Vize-Premierministerin und Handelsministerin Supajee Suthammaphan persönlich gab die drastische Summe in der Paragon Hall im Siam Paragon bekannt.
Schulterschluss mit Shopee gegen Online-Piraterie
Vor Ort unterzeichneten ihre Beamten einen entscheidenden Vertrag. Das Ministerium, das Central Investigation Bureau (CIB) mit seiner Wirtschaftskriminalitätsabteilung und Shopee Thailand besiegelten ein Memorandum of Understanding.
Die frisch geschlossene Allianz zielt auf schnelleren Datenaustausch und zielgenauere Ermittlungen. Straftäter auf den digitalen Marktplätzen sollen so konsequenter verfolgt und aus dem Verkehr gezogen werden.
Unilever schließt sich Jagd auf Fälscher an
Ein weiterer Global Player macht jetzt mit. Die Unilever Thai Trading Company trat dem „Notice and Takedown“-Netzwerk bei und unterzeichnete eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit dem Department of Intellectual Property.
Damit wächst das Bündnis auf 45 Organisationen. Es vereint drei staatliche Stellen, 37 Privatunternehmen und fünf große Plattformbetreiber – darunter Lazada, TikTok Shop, Nex Gen Commerce und LINE.
Marsch über den Siam Square zur Hauptzeit
Nach der Unterschriftenzeremonie verlegte die Ministerin den Kampf gegen die schwarzen Schafe auf die Straße. Gemeinsam mit Spitzenbeamten, Botschaftern und Firmenvertretern zog sie in einem Demonstrationsmarsch vom Siam Square One los.
Ihr Ziel war die viel frequentierte Walking Street. Die Regierungsriege appellierte vor allem an die junge Generation mit dem Slogan der Kampagne: „Nicht kaufen, nicht nutzen, nicht die Verletzung geistigen Eigentums unterstützen.“
Der Druck aus Washington wirkt
Hinter der plakativen Kampagne steckt harte Wirtschaftspolitik. Supajee Suthammaphan erklärte ungeschminkt, Geistige Eigentumsverletzungen bremsten das gesamte Wirtschaftswachstum und schreckten Investoren ab.
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Besonders die USA als wichtigster Handelspartner nehmen Thailands Schutzstatus genau unter die Lupe. Jede Schwäche im Kampf gegen Produktpiraterie beschädigt das nationale Image und das Vertrauen internationaler Geldgeber direkt.
Was die Razzia für Käufer bedeutet
Das Handelsministerium will bei Verbrauchern ein Umdenken erreichen. Bis zum 12. Juli klärte eine Ausstellung im Foyer der fünften Etage der Paragon Hall über die Risiken gefälschter Ware für die eigene Gesundheit und Sicherheit auf.
Gleichzeitig gab es praktisches Wissen für Erfinder und Unternehmer, wie sie ihr geistiges Eigentum schützen können. Die Botschaft der Beamten war eindeutig: Nur wer Originale kauft, unterbricht den Kreislauf von kriminellen Produktionsstätten und windigen Online-Händlern.
So können Bürger Fälscher melden
Die Generaldirektorin des Amts für geistiges Eigentum, Oramon Sapthaweetham, richtete einen dringenden Appell an die Bevölkerung. Ohne die aktive Mithilfe der Verbraucher könne der Kampf gegen die Fälschermassen nicht nachhaltig gewonnen werden.
Wer dubiose Angebote oder verdächtige Händler bemerkt, soll sich umgehend melden. Das geht direkt bei der zuständigen Abteilung unter der Rufnummer 0 2547 4702 oder rund um die Uhr über die landesweite Hotline 1368.



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