BANGKOK – Cannabisblüten gibt es in Thailand seit Juni 2025 nur noch auf Rezept. Das ONCB hat eine deutliche Warnung an Händler und Touristen ausgesprochen und droht mit harten Strafen bei Verstößen.
Rezeptpflicht für maximal 30 Tage
Areephak Ngunbumrung, Sprecherin des Büros für Drogenkontrolle, stellte am 11. Juli klar: Die Blüte bleibt ein kontrolliertes Kraut. Der Verkauf an die Öffentlichkeit ist nur noch mit einem gültigen Rezept eines zugelassenen Arztes, Apothekers oder Praktikers der traditionellen Medizin erlaubt.
Die verschriebene Menge muss medizinisch notwendig sein und darf einen Behandlungszeitraum von höchstens 30 Tagen abdecken. Ohne Rezept läuft gar nichts mehr.
Bis zu einem Jahr Haft und 20.000 Baht Strafe
Wer ohne Lizenz verkauft, verarbeitet oder exportiert, riskiert empfindliche Strafen. Auch die Abgabe an Kunden ohne Rezept fällt darunter. Das Gesetz zum Schutz traditioneller thailändischer Medizin sieht dafür bis zu ein Jahr Gefängnis, eine Geldstrafe von maximal 20.000 Baht oder beides vor.
Das ONCB betont, dass es die Einhaltung dieser Regeln aktiv überwacht. Besonders die Sorge, dass illegal vertriebenes Cannabis in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangen könnte, treibt die Behörde an.
Online-Verkauf und Werbung komplett verboten
Die neuen Regeln lassen keinen Spielraum. Verkäufe über Automaten, Websites, soziale Medien oder andere elektronische Netzwerke sind strikt untersagt. Auch jegliche Werbung für die Blüten ist nicht mehr erlaubt.
Selbst in den Geschäftsräumen ist das Rauchen von Blüten tabu. Es sei denn, es geschieht als Teil einer Behandlung durch einen autorisierten Praktiker. Verkaufsverbote gelten zudem in Tempeln, Wohnheimen, öffentlichen Parks, Zoos und Vergnügungsparks.
30.000 Baht pro Kilo für Schmuggler
Noch teurer wird es für Schmuggler. Das ONCB warnt davor, Cannabis ohne abgeschlossene Zollverfahren außer Landes zu bringen. Hier drohen bis zu zehn Jahre Haft und eine Strafe in Höhe des vierfachen Zollwerts.
Die Zollbehörde hat die Regeln am 17. Juni 2026 noch einmal verschärft. Wer erwischt wird, zahlt pauschal 30.000 Baht pro Kilogramm beschlagnahmtes Cannabis. Die Ware wird sofort eingezogen.
Appell an alle Reisenden
Areephak richtet einen dringenden Appell vor allem an Touristen. Sie sollten unbedingt die Gesetze ihrer Zielländer prüfen. In vielen Ländern bleibt Cannabis trotz der thailändischen Regelungen eine illegale Droge mit schwerwiegenden Konsequenzen.
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Was in Thailand als kontrollierte Medizin gilt, kann anderswo schnell zu einer langen Haftstrafe führen. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt die Finger davon.
Vom Wahlkampfschlager zum Graubereich
Die Geschichte der Liberalisierung startete vor der Wahl 2019. Anutin Charnvirakul, Chef der Bhumjaithai-Partei, machte Cannabis als potenziell wertvolle Nutzpflanze für Bauern und die Medizin zum Wahlkampfthema. Nach dem Eintritt in die Koalition setzte er die Politik als Gesundheitsminister durch.
Am 9. Juni 2022 wurde die Pflanze von der Betäubungsmittelliste gestrichen. Es folgte eine Kampagne mit einer Million Setzlingen für Haushalte. Tausende Häftlinge kamen frei. Der Markt explodierte – ohne umfassendes Gesetz.
Die Kehrtwende im Juni 2025
Die Regierung nahm Cannabis nicht wieder auf die Drogenliste, zog die Zügel aber deutlich an. Im Juni 2025 ersetzte das Gesundheitsministerium die alte Mitteilung durch eine strengere Anordnung. Veröffentlicht wurde sie am 25. Juni 2025 im Royal Gazette und trat am nächsten Tag in Kraft.
Der öffentliche Einzelhandel wurde damit endgültig auf Rezeptbasis gestellt. Strengere Regeln für Beschaffung, Werbung und Online-Handel folgten. Die Blüte bleibt ein kontrolliertes Kraut, aber der Zugang ist massiv erschwert.
Pflichten für Lizenznehmer
Lizenznehmer müssen detaillierte Aufzeichnungen über Herkunft, Verwendung und Bestand der Cannabisblüten führen und diese an das Register melden. Verkaufte oder exportierte Blüten müssen von zertifizierten Farmen stammen.
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