BANGKOK – Die Polizei hat 32 von 35 Verdächtigen eines chinesischen Netzwerks zur illegalen Geburtsregistrierung festgenommen. Die Gruppe soll über 500 chinesischen Kindern thailändische Geburtsurkunden verschafft haben, indem sie thailändische Männer als angebliche Väter eintragen ließ. Die Ermittlungen weiten sich jetzt auf Kliniken und mögliche Komplizen in Behörden aus.
32 Festnahmen – Verhöre auf der Wache Bang Yi Ruea
Die Festgenommenen werden derzeit auf der Polizeistation Bang Yi Ruea im Bezirk Thon Buri vernommen. Nach Angaben der Fahnder gehörten sie zu einem Netz, das chinesischen Familien gegen Geld thailändische Papiere für ihre Kinder beschaffte.
Die Beamten wollen durch die Verhöre weitere Komplizen identifizieren und die Geldflüsse zurückverfolgen. Auch fünf Privatkliniken stehen im Visier der Ermittler.
Mütter flohen mit Kindern – Kaution soll verweigert werden
Die Ermittler beantragten bei Gericht, allen 32 Verdächtigen die Freilassung gegen Kaution zu verweigern. Hintergrund ist die Sorge, dass weitere Beschuldigte untertauchen könnten.
Mehrere chinesische Mütter, die mit dem Netzwerk in Verbindung gebracht werden, sollen Thailand bereits mit ihren Kindern verlassen haben. Die Frau des mutmaßlichen Finanziers Chen Yin Lai hält sich mit ihren drei Kindern ebenfalls im Ausland auf.
Drahtzieher Chen Yin Lai saß bereits wegen Geldwäsche
Chen Yin Lai wurde schon 2024 wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit einem Callcenter-Betrug festgenommen. Die Ermittler sehen ihn nun als einen der Finanziers des Geburtsurkunden-Netzwerks.
Ein festgenommener Thailänder soll für Chens Familie als angeblicher Vater fungiert haben. Die Polizei prüft, ob er auch für andere chinesische Familien Scheinvaterschaften übernahm.
Fünf Kliniken im Visier: Babys tauchten in Unterlagen nicht auf
Der Skandal weitete sich aus, als Fahnder bemerkten, dass die Namen betroffener Kinder in den Krankenhäusern fehlten, in denen sie tatsächlich zur Welt kamen. Stattdessen waren die Geburten über fünf verdächtige Privatkliniken registriert.
Die thailändischen Männer, die als Väter eingetragen wurden, waren bei der Geburt nicht anwesend. Sie wurden erst später nachträglich als rechtliche Väter in die Dokumente aufgenommen.
Behördenmitarbeiter unter Verdacht – Sündenbock-Vorwurf zurückgewiesen
Ratawit Jitsujaritwong von der Abteilung für nationale Identitätskriminalität wies Vorwürfe zurück, beschuldigte Beamte würden zu Unrecht als Sündenböcke hingestellt. Er betonte, die Beamten hätten ihre Prüfpflicht verletzt.
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Sie hätten den Registrierungsprozess an eine externe Person delegiert, statt selbst die nötigen Kontrollen durchzuführen. Ratawit deutete an, dies könne auf eine vorsätzliche Beteiligung hindeuten.
Über 500 Kinder bekamen thailändische Pässe – Drei noch auf der Flucht
Der stellvertretende nationale Polizeichef Polizeigeneral Samran erklärte, etwa 500 chinesische Kinder hätten durch die betrügerischen Registrierungen die thailändische Staatsangehörigkeit erhalten. Drei der 35 gesuchten Verdächtigen sind weiterhin auf freiem Fuß.
Die Behörden untersuchen, ob weitere Regierungsbeamte oder Krankenhäuser in den Skandal verwickelt sind. Die Ermittlungen dauern an.



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