PHUKET – Mehr als 200 Beamte rückten am Nui Beach an, um illegal errichtete Bauten dem Erdboden gleichzumachen. Die großangelegte Abrissaktion soll das jahrzehntelang umkämpfte Waldland im Nakkerd Hills National Forest Reserve zurückerobern und den öffentlichen Zugang zu einem der umstrittensten Strände Phukets wiederherstellen.
Bagger rollen am Nui Beach
Elf feste Strukturen auf rund 15 Rai widerrechtlich besetzten Landes wurden von den Einsatzkräften ins Visier genommen. Die Gebäude hatte das Royal Forest Department bereits Anfang des Jahres beschlagnahmt.
Nachdem die Einspruchsfrist gegen die Abrissverfügungen ablief, gab es für die Besitzer kein Halten mehr. Spezialeinheiten mit klingenden Namen wie „Phayak Phrai“, „Phaya Suea“ und „White Shark“ sicherten das Gelände, während schweres Gerät anrollte.
Minister macht klare Ansage
Rohstoff- und Umweltminister Suchart Chomklin persönlich leitete die Operation und fand deutliche Worte. „Natürliche Ressourcen gehören allen thailändischen Menschen“, stellte der Minister vor Ort klar und schob eine unmissverständliche Warnung hinterher.
„Keine einflussreiche Person oder kein Investor steht über dem Gesetz.“ Er kündigte an, das Ministerium werde prüfen, ob unrechtmäßig ausgestellte Landrechtsdokumente widerrufen werden können.
Ein Fall für den Geldwäsche-Verdacht
Besonders brisant: Suchart will nicht nur Bagger schicken, sondern auch die Geldflüsse durchleuchten. Sein Haus wird sich mit der Anti-Geldwäsche-Behörde koordinieren, um zu ermitteln, ob die illegalen Landbesetzer auch noch kriminelle Gewinne abschöpften.
Sollte der Verdacht sich erhärten, droht den Hintermännern neben dem Verlust des Landes auch ein Verfahren nach den Geldwäschegesetzen. Die Regierung fährt schweres Geschütz auf.
Phuket-Modell soll landesweit Schule machen
Der Abriss ist Teil des von Premier Anutin Charnvirakul ausgerufenen „Phuket Model“. Die Initiative zielt darauf ab, öffentliches Land und Naturressourcen systematisch aus illegaler Besetzung zurückzugewinnen und ein Exempel zu statuieren.
Der stellvertretende Innenminister Worasit Liangprasit beschrieb den Einsatz als Teil eines umfassenderen Durchgreifens gegen illegale Landtitel, Strohmann-Konstrukte und organisierte Landnahme.
Über 400 verdächtige Grundstücke im Visier
Die Behörden nehmen nicht nur den Nui Beach unter die Lupe. Ermittler durchleuchten derzeit mehr als 400 Landparzellen in Phuket, die Ausländer mutmaßlich illegal über thailändische Strohmänner halten.
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Ähnliche Untersuchungen laufen bereits in Krabi, Phang Nga, Surat Thani sowie auf Koh Samui und Koh Pha-ngan. Das Netzwerk illegaler Landbesetzungen zieht sich offenbar durch die gesamte Andamanenregion.
Zwei Jahrzehnte Streit um Nui Beach
Der Konflikt um den malerischen Strandabschnitt schwelt seit mehr als 20 Jahren. Im Jahr 2014 widerrief der Oberste Gerichtshof ein Landdokument für mehr als 18 Rai und stellte damit den Status des Gebiets als nationales Waldreservat endgültig klar.
Doch der Widerstand gegen die Wiederherstellung des Rechts zog sich hin. Weitere 39 Strukturen, die bei Razzien in den Jahren 2020 und 2024 beschlagnahmt wurden, bleiben vorerst unangetastet – ihre Verfahren vor dem Verwaltungsgericht sind noch nicht entschieden.
Aus Bauruinen soll Ökotourismus werden
Sobald die Abrissbirne ihre Arbeit getan hat, will das Ministerium das Gelände radikal umgestalten. Die Planung sieht einen Erholungswald mit Naturpfaden, öffentlichen Einrichtungen und einem völlig unbeschränkten Zugang zum Nui Beach vor.
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Der umstrittene Küstenstreifen soll zu einem Vorzeige-Ökotourismus-Standort werden – frei von illegalen Luxusbauten und wieder für alle Besucher offen.
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