Goldhandel um 50% eingebrochen – Jetzt drohen auch noch Steuern

Thais Goldhandel bricht um über 50% ein – Jetzt fürchtet die Branche, dass Steuerpläne das letzte Geschäft nach Singapur treiben.

Goldhandel um 50% eingebrochen – Jetzt drohen auch noch Steuern
Nation

BANGKOK – Der thailändische Goldhandelsverband will ein dringendes Treffen mit dem Premierminister, um Steuerpläne zu stoppen, die der heimischen Goldbranche massiv schaden könnten. Zugleich ist das Handelsvolumen in Thailand seit Januar um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Die Branche warnt vor einer schleichenden Abwanderung von Geschäften ins Ausland, wo Rivalen längst mit üppigen Steueranreizen locken.

Goldverband drängt auf persönliches Gespräch mit dem Premier

Die Gold Traders Association bereitet sich nach eigenen Angaben darauf vor, dem Premierminister offiziell ihre Einwände gegen geplante Steuern auf Goldtransaktionen darzulegen. Betroffen wären Importzölle des Zollamts, eine Kapitalertragssteuer und Abgaben auf den reinen Handelsbetrieb.

Dr. Kritcharat Hiranyasiri, Vorsitzender der MTS Gold Group, bestätigte, dass der Verband bereits ein Schreiben an das Büro des Premierministers übermittelt hat. Er rechne mit einer baldigen Terminvereinbarung.

Inländisches Handelsvolumen um mehr als die Hälfte abgestürzt

Gleichzeitig meldet die Branche einen drastischen Einbruch der Geschäfte: Seit Januar halbierte sich das inländische Handelsvolumen, weil sich große Investoren weitgehend zurückgezogen haben. Rund 14 führende Goldbetreiber stehen wegen Geldwäscheverdachts unter strenger Aufsicht der Bank of Thailand.

Die verschärften Anti-Geldwäsche-Vorschriften hätten die Betreiber extrem vorsichtig werden lassen, erklärte Kritcharat. Goldexporte nach Kambodscha kamen vollständig zum Erliegen, Transaktionen verlagerten sich stattdessen nach Hongkong und Singapur.

Singapur erklärte sich im Juni offiziell zum Gold-Hub

Bereits 2015 führte die Bank of Thailand strengere Kontrollen ein, woraufhin nach den Worten Kritcharats mehrere große Marktteilnehmer Niederlassungen in Singapur gründeten. Der Stadtstaat erklärte sich am 4. Juni offiziell zum Gold-Hub, das operative Rahmenwerk soll im November starten.

Unternehmen, die sich dort ansiedeln und hohe Handelsvolumina generieren, bekommen dann Steueranreize geboten. Thailand hingegen erwäge zusätzliche Steuern, während konkurrierende Märkte ihre Steuern senkten, um Investitionen anzuziehen, kritisierte der Verbandschef.

Zentralbank hält Goldhandel für einen Störfaktor des Baht

Kritcharat prangerte an, dass die Bank of Thailand den Goldhandel als Quelle für Wechselkursschwankungen des Baht einstuft. Dieser Ansatz stehe im Widerspruch zur Praxis entwickelter Volkswirtschaften, die Handelsaktivitäten im eigenen Land hielten und förderten.

Obwohl die Import- und Exportgeschäfte des Privatsektors die Bankverfahren vollständig einhielten, bleibe die Zentralbank bei ihrer restriktiven Linie. Zugleich mache die Überwachung der 14 großen Händler die Branche zunehmend nervös.

Verband hofft vor dem nächsten Tiefschlag auf ein Umsteuern

Der Verband strebt nun schnellstmöglich ein direktes Gespräch mit dem Premierminister an. Mit dem übermittelten Brief will man die Führung des Landes von den drohenden Schäden für ein gewachsenes Markt-Ökosystem überzeugen.

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Quelle: Nation (Business) Thailand
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3 Kommentare zu „Goldhandel um 50% eingebrochen – Jetzt drohen auch noch Steuern

  1. Je mehr staatliche Kontrolle und Eingriffe, desto schwächer die Wirtschaft. Und natürlich umso weniger wohlhabend die Bürger. Das ist ein universelles Gesetz.

    1. Zumindest in diesem Zusammenhang ist das meines Erachtens völliger Unsinn. Man sollte sich vielleicht mal fragen warum der Handel um 50% eingebrochen ist? Wie der Jammerer selber angibt, weil verschärfte Anti-Geldwäsche-Vorschriften die Betreiber extrem vorsichtig hätten werden lassen.
      Das mag man vielleicht noch als „universelles Gesetz“ verstehen, aber nur wenn man die Schattenwirtschaft und Kriminelle als Teil der „wohlhabenden Bürger“ dazurechnen würde.

  2. Vielleicht liege ich falsch oder vielleicht hat es auch nicht die Auswirkungen, die ich befürchte?
    Aber Thailand hat ja begonnen, in etlichen Verboten sowohl eine Nulltoleranzgrenze einzurichten als auch Touristen zu kriminalisieren und damit voll in die Folgen einzubeziehen und zu diesen Verboten gehört seit diesem Jahr auch die Grenzüberschreitung mit Gold im Handgepäck ins Heimatland. Wer mit Gold auch in kleinsten Mengen beim Grenzübertritt erwischt wird bekommt das Gold weggenommen und er landet als großkrimineller Schwerverbrecher im reservierten Zimmer im Bangkok Hilton. Welcher Tourist will das schon riskieren? Daher kauft er auch nicht einmal mehr seine Andenken-1-Bath-Goldmünze geschweige denn einen 5-Unzen-Krüger Rand. Bei jährlich rund 30 Mio Touristen (2.5 Mio pro Monat) mögen da bisher schon ein paar Unzen zusammengekommen sein, die jetzt fehlen.
    PS: Ist bekannt, wieviel Gold jährlich Touristen bisher aus Thailand ins Heimatland mitgenommen haben?

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