BANGKOK – Ein weitverzweigtes Netzwerk zur Erschleichung der thailändischen Staatsbürgerschaft ist aufgeflogen. Fast 1.500 Kinder sollen über gefälschte Geburtsregistrierungen mit Hilfe von acht Privatkrankenhäusern illegal Pässe erhalten haben. Der stellvertretende nationale Polizeichef Samran Nualma vermeldete 37 Festnahmen.
Scheinväter gegen Bezahlung
Zwei der nun verhafteten Komplizen sind die Thailänder Mong und Wor. Sie gaben sich als Väter von Kindern aus, deren leibliche Eltern aus China stammen – obwohl es keinerlei Verhältnis zu den Müttern gab.
Gegen Bezahlung reichten sie persönliche Dokumente ein, um die Vaterschaft vorzutäuschen. Die chinesische Mutter Si und der biologische Vater Hu sitzen ebenfalls in Haft.
DNA-Tests überführen das Netzwerk
Vor den Festnahmen durchleuchtete die Polizei medizinische Unterlagen und Geburtsanzeigen akribisch. Zeugen wurden vernommen, und es flossen DNA-Proben von Vätern, Müttern und Kindern.
Das Ergebnis war eindeutig: Die Scheinväter hatten keine biologische Verbindung zu den Nachkommen. Die chinesischen Paare wollten für ihre Kinder gezielt den thailändischen Pass erschleichen.
37 Köpfe hinter Gittern
Die Operation lief vom 9. bis 24. Juli und brachte 37 Beschuldigte hinter Gitter. Darunter 16 thailändische Scheinväter, 13 chinesische Mütter und sechs chinesische Väter.
Zusätzlich sitzen ein Regierungsbeamter und eine Klinikangestellte in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, die Manipulationen amtlich gedeckt oder ermöglicht zu haben.
1.483 Kinder im Fadenkreuz
Insgesamt stehen 1.483 Kinder unter Verdacht, über die acht Privatkrankenhäuser eine gefälschte Geburtsurkunde bekommen zu haben. Die Ermittler fanden allein in einem Krankenhaus 62 auffällige Fälle.
19 davon sind bereits als Teil der kriminellen Masche bestätigt. Bei 43 weiteren Kindern in dieser Klinik laufen die Untersuchungen noch.
Pässe werden einkassiert
Der Standesbeamte hat die betrügerisch erlangten Registrierungen umgehend widerrufen. Die thailändische Staatsbürgerschaft der betroffenen Kinder wird damit rückwirkend aberkannt.
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Das Immigrationsbüro prüft jetzt rechtliche Schritte gegen sämtliche ausländischen Beteiligten. Ihnen drohen Anklagen wegen gemeinsamer falscher Aussagen gegenüber Beamten, Nutzung gefälschter Dokumente und betrügerischer Registrierung.
BMA-Mitarbeiter gefeuert
Gouverneur Chadchart Sittipunt bestätigte, dass ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Bangkok entlassen wurde. Die BMA arbeitet eng mit dem Innenministerium und der Polizei an der Aufklärung.
Die Ermittler konzentrieren sich nun auf Bezirke, in denen ein Amtsträger allein als Verbindungsmann zu Krankenhäusern fungiert. Chadchart warnte, dass solche Strukturen die Korruption begünstigen.
Ein Mann, viele ausländische Mütter
Besonders unter der Lupe sind Konstellationen, bei denen ein thailändischer Vater Nachwuchs mit mehreren Ausländerinnen hat. Solche Muster gelten als deutliches Warnsignal.
Auch die unterschiedliche Handhabung der Geburtsbescheinigungen in den einzelnen Distrikten macht das System anfällig. Die Stadt prüft nun einheitliche Kontrollmechanismen.
Ermittlungen weiten sich aus
Die Polizei schließt weitere Verhaftungen nicht aus. Die Durchsuchung der Klinikakten und die Befragung von Zeugen dauern an.
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Bangkoks Behörden wollen verhindern, dass sich ausländische Eltern durch bezahlte Strohmänner dauerhaft ein Aufenthaltsrecht für ihre Kinder erkaufen.

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