BANGKOK – Der laute Streit in einem Bangkoker Skytrain zwischen einer Thailänderin und einer Gruppe italienischer Jugendlicher ist beigelegt. Nach einer nächtlichen Schlichtung auf der Polizeiwache Samre zog die Geschädigte ihre Anzeige zurück. Die Jugendlichen und ihr Betreuer entschuldigten sich reumütig, mussten aber dennoch Bußgelder zahlen.
Nächtliche Schlichtung endet mit Bußgeld
Am späten Abend des 25. Juli trafen die fünf beschuldigten Schüler und ein Betreuer in Begleitung eines Dolmetschers auf der Wache ein. Vor der Geschädigten N.S. Sugas hoben sie die Hände zum Wai und räumten ihr Fehlverhalten ein.
Nach über einer Stunde Verhandlung verhängte die Polizei ein Bußgeld von je 1.000 Baht wegen Beleidigung. Der Jugendliche, der den Mittelfinger gezeigt hatte, muss 2.000 Baht zahlen. Die Anzeige wurde fallengelassen.
Lautstärke und Handyvideo führten zur Eskalation
Auslöser war das lärmende Verhalten der Gruppe im Skytrain. Die Italiener filmten die thailändische Frau, was zu einem hitzigen Wortwechsel führte. Die Clips verbreiteten sich rasend schnell in sozialen Netzwerken.
Frau Sugas sah ihre Würde verletzt und erstattete Anzeige. Ihr Ziel war es, ihre Rechte zu schützen und klarzumachen, dass Besucher die thailändische Kultur respektieren müssen.
Sechs Personen angezeigt
Insgesamt wurden fünf italienische Jugendliche und ein erwachsener Betreuer bei der Polizei angezeigt. Während der Schlichtung erschienen sie mit Dolmetscher und einer weiteren Aufsichtsperson auf dem Revier.
Im direkten Gespräch mit der Geschädigten zeigten alle Beschuldigten Reue. Sie gestanden ihr unangemessenes Verhalten vor der Polizei sofort ein. Frau Sugas nahm die Entschuldigung an.
Italienische Botschaft und Reiseveranstalter entschuldigen sich
Die italienische Botschaft in Bangkok veröffentlichte eine offizielle Entschuldigung an das thailändische Volk. Man respektiere die Kultur zutiefst und bedaure den Vorfall. Auch das betreuende Reiseunternehmen bat öffentlich um Verzeihung.
Die Betreuer erklärten, man nehme den Vorfall als Lektion, damit sich so etwas nicht wiederhole. Der Respekt vor der thailändischen Kultur habe oberste Priorität für die Gruppe.
Vater bittet um Mäßigung im Netz
Prapat, der Vater der Geschädigten, erklärte den Jugendlichen während der Schlichtung die Gepflogenheiten der thailändischen Gesellschaft. Er dankte für die breite Unterstützung, die seiner Familie entgegengebracht wurde.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Gleichzeitig bat er die Öffentlichkeit eindringlich, die italienischen Schüler nicht weiter im Internet zu bedrohen oder zu beschimpfen. Die Reue der Jugendlichen sei aufrichtig, ihre Studienaktivitäten in Thailand gingen noch mehrere Tage weiter.
Studienreise geht weiter
Mit der Zahlung der Bußgelder sind alle rechtlichen Schritte abgeschlossen. Die italienische Gruppe setzt ihre geplante Studienreise in Thailand fort. Beide Seiten kamen überein, die aufgenommenen Videoclips von den Handys zu löschen.
Lesen Sie auch: Lärm im Zug: Was Thailand anders macht als Japan, Singapur und Deutschland
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

So lange die Thailänderin nicht auch belangt wird wegen illegalem Veröffentlichen ihres Videos und Beleidigung ist das ganze ein Skandal. Möglicherweise reagiert die Thai police auf den Druck der Straße? Das wären dann
ganz gefährliche Entwicklungen.
Hat sich die „Geschädigte“ Frau Sugas für ihr Verhalten auch entschuldigt, oder würde ihr dabei ein Zacken aus der Krone fallen ?