BANGKOK/NONTHABURI – Mehr als 100 Polizisten haben ein als Hotel getarntes illegales Freizeitzentrum gestürmt, das ausschließlich chinesische Gäste empfing. Hinter einem massiven Sicherheitssystem aus verschlossenen Etagen und Funküberwachung fanden die Beamten Spielhöllen, Drogen und Hinweise auf Prostitution. Ein Chinese wurde festgenommen, drei weitere Personen aus Myanmar sitzen wegen illegaler Einreise in Haft. Die Ermittler vermuten ein Netzwerk chinesischen Graukapitals hinter dem lukrativen Betrieb.
Festnahmen nach Drogenfund in streng bewachtem Hotel
Der Zugriff erfolgte am Samstag im Bezirk Mueang an der Ngam Wong Wan Road. Beamte der Crime Suppression Division durchsuchten das achtstöckige Gebäude mit 78 Zimmern und trafen auf mehr als 40 Personen.
Ein 33-jähriger Chinese namens Liu wurde wegen Besitzes von Ketamin und dem Vertrieb von „Happy Water“ festgenommen. Drei Staatsangehörige aus Myanmar im Alter von 24 bis 31 Jahren erwartet eine Anklage wegen illegalen Aufenthalts.
Schlüsselkarten stoppten Aufzüge vor den Sperrzonen
Die Ermittler fanden ein ausgeklügeltes Sicherheitsnetzwerk vor. Besucher mussten Schlüsselkarten nutzen, um die Aufzüge zu bedienen, die nur bis zur sechsten Etage fuhren.
Der Zugang zu den oberen Stockwerken war durch verschlossene Türen blockiert. Polizeigeneralleutnant Nathasak Chaowanasai vom CIB erklärte, selbst Reinigungskräften sei der Zutritt verwehrt worden. Per Funk wurden Wachleute alarmiert, sobald ein Fahrzeug auf den Parkplatz fuhr.
„Komplettpaket" aus Unterkunft, Drogen und Glücksspiel
Polizeigeneralmajor Pattanasak Bupphasuwan, Kommandeur der Eingreiftruppe, sprach von einem All-inclusive-Angebot für chinesische Kunden. Das Personal holte Gäste direkt vom Flughafen ab und brachte sie in das Haus.
Hinter den Türen der siebten und achten Etage fanden die Beamten Spieltische für Baccarat und Hi-Lo, Casino-Chips und Bargeld. Polizeigeneralmajor Pattanasak Bupphasuwan beschrieb das Angebot als Komplettpaket aus Unterkunft, Glücksspiel, Drogen und Prostitution.
Polizei fand Ketamin und 110.000 Baht im Safe
Insgesamt stellten die Beamten mehr als 200 Beweisstücke sicher. Dazu gehörten Drogenutensilien, Bankunterlagen, Geldautomatenkarten, Mobiltelefone und 110.000 Baht Bargeld aus einem Hotelsafe.
Liu gab zu, Drogen an Kunden geliefert zu haben, bestritt aber den Besitz des Geldes und der Drogen. Er behauptete, lediglich als Vorarbeiter im Hotel gearbeitet zu haben.
Anwohner klagten über ständigen Strom chinesischer Besucher
Auslöser der Razzia waren wiederholte Beschwerden aus der Nachbarschaft. Thailändische Gäste wurden vom Personal stets mit der Begründung abgewiesen, das Haus sei voll belegt.
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Die Polizei observierte das Objekt daraufhin über Wochen. Sie bestätigte den Verdacht, dass das Hotel rund um die Uhr von chinesischen Gästen frequentiert wurde und illegale Aktivitäten hinter verschlossenen Türen stattfanden.
Vorgeschichte: Selbes Hotel schon 2023 gerazzia
Bereits im Jahr 2023 hatte die Einwanderungspolizei das Hotel durchsucht. Damals wurden 26 chinesische Glücksspieler und 23 Thailänder festgenommen und Spielautomaten beschlagnahmt.
Das Gebäude wurde danach geschlossen, renoviert und mit offenbar noch strengeren Regeln wiedereröffnet. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nach der Wiederaufnahme des Betriebs massiv verschärft worden.
Ermittlungen gegen Graukapital-Hintermänner laufen
Die festgenommenen Verdächtigen und das gesamte Beweismaterial wurden an die Polizeistation Rattanathibet übergeben. Die Beamten gehen davon aus, dass eine chinesische Gruppe das komplette Hotel gemietet hatte.
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Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, die Organisatoren und Finanziers des Netzwerks zu identifizieren, die den illegalen Betrieb mit chinesischem Management und Personal ermöglichten. Die Ermittlungen werden auf ein mutmaßliches chinesisches Graukapital-Netzwerk ausgeweitet.

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