ANG THONG — Der Tod eines fünf Tage alten Säuglings auf der Neugeborenen-Intensivstation des Krankenhauses Ang Thong sorgt für massive Kritik. Die Eltern werfen der Klinik vor, eine Feier mit 5 Tischen direkt in der Intensivstation veranstaltet und den Leichnam ohne polizeiliche Untersuchung zur Einäscherung freigegeben zu haben. Am 27. Juli 2026 legte die Krankenhausleitung erstmals einen detaillierten Behandlungszeitplan offen und räumte das umstrittene Bankett ein, bestreitet jedoch einen Zusammenhang mit dem Tod des Kindes.
Krankenhaus gibt Feier auf der Intensivstation zu
Bei einer Pressekonferenz im Gesundheitsamt der Provinz bestätigte Krankenhausdirektorin Dr. Parichart Sirawat, dass am 20. Juli 2026 ein chinesisches Bankett mit 5 Tischen innerhalb der neonatologischen Intensivstation stattfand. Zu diesem Zeitpunkt wurden dort etwa fünf Neugeborene behandelt. Bedienpersonal habe das Essen serviert, ohne Schutzmasken zu tragen.
Die Veranstaltung fiel genau in die Zeit, in der das Kind der klagenden Eltern dort lag. Einen Tag später, am 21. Juli 2026, verstarb der Säugling. Das Krankenhaus betonte auf der Pressekonferenz, man habe nach dem Vorfall zahlreiche Anfeindungen erhalten.
Mutter schaltete Paveena-Stiftung ein
Der 40-jährige Vater und die 36-jährige Mutter reichten Beschwerde bei der Paveena-Stiftung für Kinder und Frauen ein. Sie berichteten, das Krankenhaus habe sie gedrängt, den Leichnam sofort einzuäschern, ohne die Polizei für eine erste Leichenschau zu informieren. Die Mutter rief daraufhin die Hotline 1134 an und bat um Hilfe.
Die Paveena-Stiftung koordinierte mit der Polizei in Samko die Überführung des Leichnams an das forensische Institut des Polizeikrankenhauses. Dort soll nun eine Obduktion klären, woran der Säugling tatsächlich starb.
Blutzucker der Mutter war schlecht eingestellt
Laut Krankenhaus litt die Mutter bereits vor der Schwangerschaft an Diabetes mit schlecht kontrollierten Blutzuckerwerten. Bei der Schwangerschaftsvorsorge lagen die Werte meist über dem Grenzwert. Dadurch wog das Kind bei der Geburt am 16. Juli 2026 trotz der Frühgeburt in der 36. Woche bereits 4.305 Gramm — deutlich über dem Durchschnitt für dieses Schwangerschaftsalter.
Hinzu kamen Bluthochdruck und ein vorzeitiger Blasensprung. Das Krankenhaus hatte die Mutter nach eigenen Angaben ab der 18. Schwangerschaftswoche umfassend betreut und beraten.
Kind litt ab Geburt an schweren Komplikationen
Etwa eine Stunde nach der Geburt zeigte der Säugling Atembeschwerden und einen niedrigen Blutsauerstoffgehalt. Ärzte diagnostizierten eine persistierende pulmonale Hypertonie des Neugeborenen, eine vorübergehende Tachypnoe des Neugeborenen und den Verdacht auf eine Sepsis. Alle drei Zustände gehen mit hoher Sterblichkeit einher.
Der Junge wurde sofort auf die Neugeborenen-Intensivstation verlegt und mit Medikamenten sowie einer Hochfrequenzbeatmung behandelt. Eine Verlegung in ein übergeordnetes Krankenhaus stuften die behandelnden Neonatologen als zu riskant ein.
Erster Herzstillstand bereits am Tag nach der Geburt
Am 17. Juli 2026 um 10:20 Uhr erlitt das Kind einen Herzstillstand. Das Behandlungsteam leitete eine sofortige Wiederbelebung ein und informierte die Eltern über den Ernst der Lage. In den folgenden Tagen blieb der Zustand zwar stabil, aber kritisch. Der Säugling benötigte vier verschiedene Medikamente zur Blutdrucksteigerung.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Am 20. Juli, dem Tag der Essensveranstaltung, wies das Kind Schwellungen am ganzen Körper auf und die Urinmenge nahm ab. Die Ärzte reduzierten die blutdrucksteigernden Mittel zwar, betonten jedoch, der Zustand sei weiterhin lebensbedrohlich.
Sauerstoffgehalt stürzte auf 76 Prozent ab
Am Morgen des 21. Juli 2026 verschlechterte sich die Lage dramatisch. Um 08:30 Uhr sank der Sauerstoffgehalt auf 76 Prozent. Die Ärzte passten die Beatmung an und verabreichten weitere Medikamente. Gegen 09:14 Uhr rief das Behandlungsteam die Eltern an und bat sie, sofort ins Krankenhaus zu kommen.
Am Vormittag verschlechterte sich der Zustand des Säuglings entscheidend. Das Behandlungsteam leitete umgehend intensivmedizinische Maßnahmen ein, die jedoch ohne Erfolg blieben. Um 10:45 Uhr wurde der Tod festgestellt.
Krankenhaus will keine Gegenklage einreichen
Das Krankenhaus erklärte auf der Pressekonferenz, sollte die Obduktion ergeben, dass kein Verschulden der Klinik vorliege, werde man keine rechtliche Gegenklage gegen die Eltern anstreben. Man sehe, dass die Eltern ihr Kind verloren hätten. Stattdessen wolle man miteinander sprechen und sich gegenseitig entschuldigen.
Lesen Sie auch: Ärzte feiern auf Intensivstation: Baby tot & Spuren vertuscht?
Die Klinikleitung bat um Verständnis für das medizinische Personal. Seit Bekanntwerden des Falls sehe sich die Belegschaft massiven Vorwürfen und Anfeindungen ausgesetzt.

Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: