BANGKOK/MOSKAU – Thailands Verkehrsministerium prüft, ob sich Betriebs- und Wartungsmodelle der Moskauer Metro auf das eigene Schienennetz übertragen lassen. Eine Delegation unter Leitung von Vizepremierminister und Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn untersuchte dafür Fahrkartensysteme, Fahrgastinformationen und die Wartung der Züge.
Thailand nimmt Moskauer Metro als Vorbild
Die Delegation besuchte am 5. August die Station Maryina Roschtscha und das elektrische Depot Aminevskoye. Dort prüften die thailändischen Beamten den täglichen Betrieb und tauschten technisches Wissen mit russischen Fachleuten aus.
Im Mittelpunkt standen der Umgang mit hohen Fahrgastzahlen, die Sicherheit, die Zuverlässigkeit und die Kosten des Metro-Betriebs. Der Besuch folgte auf die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Verkehrszusammenarbeit zwischen Thailand und Russland.
93 Prozent der Fahrgäste zahlen ohne Bargeld
Die Moskauer Metro zeigte der Delegation verschiedene bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten. Dazu gehören Bankkarten, QR-Codes, digitale Geräte und biometrische Verfahren mit Gesichtserkennung.
Nach Angaben der Metro nutzen rund 93 Prozent der Fahrgäste bargeldlose Zahlungen. Bargeld und besetzte Serviceschalter stehen weiterhin zur Verfügung. Die Beamten sahen auch Fahrkartenschranken für mehrere Zahlungsarten, einen Fernsupport für den Kontakt zum Stationspersonal und einen digitalen Reiseassistenten.
QR-Codes sollen Rückmeldungen der Fahrgäste liefern
Die thailändischen und russischen Beamten sprachen über QR-Codes, mit denen die Metro Rückmeldungen von Fahrgästen sammelt. Solche Rückmeldungen sollen vor einer Ausweitung neuer Angebote zeigen, ob die Technik tatsächlich gebraucht wird.
Die Delegation fuhr selbst mit der Metro und prüfte die Anzeigen in den Zügen. Sie informieren über die aktuelle und die nächste Station, die Fahrzeit sowie mögliche Umsteigeverbindungen.
Metro-Züge fahren im Berufsverkehr alle 90 Sekunden
Die Moskauer Metro erklärte, dass die Züge zu Spitzenzeiten in Abständen von nur 90 Sekunden verkehren können. Möglich wird dies nach ihren Angaben durch abgestimmte Fahrpläne, die Bereitstellung genügend vieler Züge und regelmäßige Wartung.
Die Besichtigung sollte zeigen, wie die Metro hohe Fahrgastaufkommen bewältigt und dabei einen verlässlichen Betrieb aufrechterhält. Das thailändische Verkehrsministerium prüft nun, welche dieser Verfahren für Thailand geeignet sind.
Wartung soll Ausfälle vor dem Defekt verhindern
Anan Phonimdaeng, Gouverneur der Staatlichen Eisenbahn von Thailand, sprach mit den russischen Fachleuten über regelmäßige Kontrollen und geplante Wartungsarbeiten. Ziel ist es, Ausfälle zu vermeiden und die Züge im Einsatz zu halten.
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Die Moskauer Metro nutzt Daten zur Laufleistung und zur Leistung einzelner Komponenten. Teile werden repariert oder ersetzt, bevor sie ausfallen. Außerdem bleibt bei einem Modell der Metro der Hersteller auch nach der Auslieferung für die Wartung verantwortlich.
Depot hält 28 Züge für Spitzenzeiten bereit
Die Moskauer Metro betreibt fast 7.000 Schienenfahrzeuge. Im Depot Aminevskoye werden 31 Einheiten mit jeweils acht Wagen unterstützt.
Zu den Spitzenzeiten sind dort 28 Züge im Einsatz, während drei weitere Einheiten kontrolliert oder gewartet werden. Thailand will prüfen, ob dieses Vorgehen die Zuverlässigkeit verbessert und die Gesamtkosten für Anschaffung und Wartung über die Lebensdauer der Züge besser kalkulierbar macht.
Weitere Gespräche zu Technik und Ausbildung geplant
Thailand und Russland wollen ihre Gespräche über Bahnhofstechnik, Fahrkartensysteme, Wartung und die Schulung von Personal fortsetzen. Das thailändische Verkehrsministerium prüft dabei eine Anpassung der Moskauer Erfahrungen an die Anforderungen des thailändischen Schienennetzes.
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