Immobilien-Razzia in Hua Hin: 13 Ausländer festgenommen

Bei 15 Durchsuchungen in Hua Hin nahm die Polizei 13 Ausländer fest – darunter ein Österreicher. Ermittler prüfen 849 Firmen, Schaden: rund 300 Millionen Baht.

Immobilien-Razzia in Hua Hin: 13 Ausländer festgenommen
The Standard

HUA HIN, THAILAND – Die thailändische Polizei hat in Hua Hin ein Nominee-Netzwerk aufgedeckt, über das Ausländer Grundstücke und Immobilien zu 100 Prozent kontrollierten. Bei 15 Durchsuchungen wurden 13 ausländische Verdächtige festgenommen; die Behörden führen in der Region bereits 849 verdächtige Firmen, der Schaden wird auf rund 300 Millionen Baht geschätzt.

13 Festnahmen bei Razzia in Hua Hin

Mehr als 200 Polizisten und Mitarbeiter mehrerer Behörden, darunter das Department of Business Development und das Landvermessungsamt, durchsuchten am 10. August 15 Ziele im Bezirk Hua Hin in der Provinz Prachuap Khiri Khan. Geleitet wurde der Einsatz von Vize-Polizeichef Samran Nuanma. Laut Polizei hatte der Premierminister am Morgen persönlich zu einem verschärften Vorgehen gegen Nominee-Strukturen aufgerufen, woraufhin die Behörden noch am selben Tag nach Hua Hin ausrückten.

Festgenommen wurden drei Briten, vier Chinesen, ein Italiener, ein Franzose, ein Niederländer, ein Österreicher, ein Philippiner und ein US-Amerikaner. Die Polizei hatte zuvor Haftbefehle gegen 45 Ausländer erwirkt und 39 Thailänder vorgeladen.

849 verdächtige Firmen im Fokus

Nach Polizeiangaben stehen in der Region Hua Hin insgesamt rund 849 Firmen unter Verdacht, Teil eines Nominee-Netzwerks zu sein. Bei der aktuellen Aktion wurden 33 Firmen überprüft, zwei Wohnhäuser im selben Projekt wurden im Detail durchsucht: In einem hatten Ausländer und Thailänder gemeinsam eine Firma ohne Geschäftsbetrieb gegründet, das Haus wurde nur bewohnt.

Im zweiten Haus gab der ausländische Eigentümer laut Polizei an, die als Anteilseigner eingetragene Person gar nicht zu kennen. Die Immobilie stand faktisch zu 100 Prozent unter seiner Kontrolle, er vermietete sie zudem für umgerechnet rund 50.000 Baht monatlich. Ob die Fälle gegen das Gesetz über die Geschäftstätigkeit von Ausländern oder das Grundstücksgesetz verstoßen, müsse im Detail geprüft werden.

180 Tage Frist zum Verkauf

Nach Angaben des Vize-Polizeichefs wurde bereits mit dem Gouverneur der Provinz Prachuap Khiri Khan abgestimmt, betroffenen Eigentümern eine Frist von 180 Tagen zum eigenständigen Verkauf ihrer Immobilien einzuräumen.

Gelingt der Verkauf nicht fristgerecht, sollen die Grundstücke an den thailändischen Staat zurückfallen.

Thailänder sollen nur als Anteilseigner eingesetzt worden sein

Ausländische Befragte erklärten laut Ermittlern, sie hätten Immobilien in Thailand besitzen wollen und seien von Anwalts- und Buchhaltungsfirmen zur Gründung von Unternehmen beraten worden. Sie gingen deshalb davon aus, dass der Immobilienbesitz rechtmäßig sei. Die betroffenen Unternehmen sollen jedoch keine Geschäfte betrieben haben.

Thailänder, die als Anteilseigner eingetragen waren, erklärten laut Polizei, sie hätten nie für die Anteile bezahlt, keine Firmen geführt und weder Finanzunterlagen noch Nachweise über ihre Beteiligungen gesehen.

Anwaltskanzleien im Visier der Anwaltskammer

Nach Polizeiangaben handelt es sich bei den beteiligten Kanzleien um thailändische Anwaltsfirmen. In einem Fall habe eine Kanzlei nur eine geringe Gebühr von umgerechnet rund 500 Baht für die Dokumentenerstellung erhalten, in einem anderen Fall habe der ausländische Auftraggeber selbst die Unterlagen vorbereitet. Die Polizei will die Vorgänge an die Anwaltskammer weiterleiten.

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Eine direkte Verbindung zwischen den Kanzleien in Hua Hin und Kanzleien aus früheren Operationen, etwa auf Koh Phangan, sei bislang nicht nachgewiesen – das Vorgehen ähnele sich jedoch in nahezu allen bisher untersuchten Provinzen. Auf die Frage nach einer Gesetzeslücke entgegnete der Vize-Polizeichef, es gebe keine legale Lücke – die Konstruktionen zielten gezielt darauf ab, einer Kontrolle zu entgehen.

Dokumente und digitale Daten sichergestellt

Die Beamten beschlagnahmten Unterlagen zur Firmeneintragung, Buchhaltungsunterlagen, Computer, Mobiltelefone und elektronische Daten. Damit soll der Geldfluss geprüft werden.

Die Ermittler wollen außerdem mögliche weitere Beteiligte und verbundene Netzwerke in Thailand und im Ausland identifizieren.

Polizei weitet landesweite Ermittlungen aus

Vor der Aktion in Hua Hin hatte die Polizei bereits fünf Phasen gegen mutmaßliche Strohfirma-Netzwerke durchgeführt. Die Ermittlungen erstreckten sich auf sechs Provinzen, darunter Surat Thani, Phang Nga, Phuket, Krabi und Chon Buri.

Geprüft wurden insgesamt 233 Grundstücke und Bauwerke mit einem geschätzten Wert von rund 2,5 Milliarden Baht. Gerichte genehmigten insgesamt 133 Haftbefehle, in 20 Fällen ergingen bereits Verurteilungen.

Unterstützung durch Staatsbedienstete soll geprüft werden

Die nationale Polizeiführung kündigte an, weiter gegen ausländische Investoren und Strohfirma-Netzwerke vorzugehen, die in Tourismusgebieten illegal Geschäfte betreiben.

Lesen Sie auch: Über 100 Firmen Teil eines illegalen Firmengeflechts

Auch soll geprüft werden, ob Staatsbedienstete an möglicher Korruption oder Unterstützung solcher Netzwerke beteiligt waren.

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Quelle: Matichon
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3 Kommentare zu „Immobilien-Razzia in Hua Hin: 13 Ausländer festgenommen

  1. Naja, wer die zahlreichen Warnschüsse überhört haben sollte, der steht jetzt bescheiden da. Zahlen wird am Ende nur der Ausländer. Und dann hat er sogar noch Glück wenn er nicht gleich ausgewiesen wird und sein ehemaliges Zuhause nur noch via Google Earth besichtigen kann.
    Das Vorgehen mag man, ich auch, für falsch halten. Aber die thailändischen Gesetze sehen das eben so vor und die Patrioten haben sich eben vorgenommen das genau so umzusetzen. Den erwähnten Schaden hat ganz bestimmt nicht Thailand, aber die Ausländer.

    1. Das wird noch spannend! Und bezüglich deiner Steuer-Thematik bleibst du weiterhin Vogel Strauß…?! Würde ich nochmal überdenken! Noch gibt es die Möglichkeit dazu…

  2. Zitat: „…in 20 Fällen ergingen bereits Verurteilungen“
    Das wäre ja mal interessant welche 20 da verurteilt und vor allem zu was die verurteilt wurden.

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