NAN, THAILAND – Schwere Regenfälle haben in der Provinz Nan eine Hochwasserkatastrophe ausgelöst. Die Wassermassen treffen inzwischen mehrere Distrikte, ein Mensch ist ums Leben gekommen, und für weite Teile der Provinzhauptstadt gilt in der Nacht zum 20. August eine Evakuierungswarnung.
Todesopfer und vier Distrikte betroffen
Nach Angaben des stellvertretenden Innenministers Phonpheer Suwannachawo sind in der Provinz Nan vier Distrikte, 21 Tambon und 72 Dörfer von den Überschwemmungen betroffen. Behörden bestätigten einen Todesfall; Einsatzkräfte prüfen derzeit die Umstände. Der Distrikt Pua, der zunächst am stärksten betroffen war, normalisiert sich nach aktuellem Stand – die Wassermassen verlagern sich jedoch flussabwärts Richtung Tha Wang Pha, Phu Phiang und Mueang Nan.
Phonpheer, der den bei einem Australien-Besuch abwesenden Innenminister vertritt, leitete am 19. August eine Lagebesprechung. Er ordnete an, pflegebedürftige Personen und ältere Menschen entlang der Wassertrassen noch vor dem Eintreffen der Flut in Aufnahmezentren zu evakuieren, ohne den Anstieg des Pegels abzuwarten. Streitkräfte, Katastrophenschutz und Provinzbehörden sind koordiniert im Einsatz.
Evakuierungswarnung für Mueang Nan und Phu Phiang
Das Lagezentrum der Provinz Nan warnte am Abend des 19. August: Am Messpunkt N1 beim Provinz-Forstamt wird der Nan-Fluss voraussichtlich gegen 02:00 Uhr des 20. August seinen Scheitelpegel von 9,10 Metern erreichen. Die Behörden riefen Bewohner der Tambon Bo, Nai Wiang, Kong Khwai und Du Tai im Stadtdistrikt sowie der Tambon Mueang Chang, Fai Kaeo, Muang Tuet, Tha Nao und Na Pang im Distrikt Phu Phiang zur sofortigen Evakuierung auf.
Für den Distrikt Wiang Sa verschickte das Katastrophenschutzministerium (ปภ.) einen Cell-Broadcast-Alarm über die Mobilfunknetze von AIS, True und NT: Der Pegel des Nan-Flusses steige kontinuierlich und drohe die Ufer zu überlaufen. Anwohner in Ufernähe wurden aufgefordert, den Wasserstand und offizielle Meldungen genau zu verfolgen. Hilfe und Lagemeldungen sind über die Hotline 1784 rund um die Uhr erreichbar.

Stromausfall für 27.000 Haushalte, Krankenhäuser gesichert
Umgestürzte Hochspannungsmasten haben rund 27.000 Haushalte ohne Strom gelassen. Die Provinzial-Elektrizitätsbehörde stellte Notstromaggregate bereit, wobei Krankenhäuser und Aufnahmeunterkünfte vorrangig versorgt werden. Das Gesundheitsministerium rief für alle Einrichtungen in der Risikozone Vollalarm aus: Strom-, Wasser- und Sauerstoffversorgung sowie Medikamente sind zu prüfen und zu sichern.
Das Krankenhaus Somdet Phra Yuparat in Pua ist besonders betroffen – die Hauptstraße Pua–Chiang Klang ist für Kleintransporter unpassierbar, Teile des Personals sind selbst Hochwasseropfer. Gebäude 114 nimmt Patienten auf, die das Krankenhaus noch nicht verlassen können. Das Gesundheitsministerium hat Nachbarkrankenhäuser angewiesen, Verstärkung zu schicken, und Militärfahrzeuge mit erhöhter Bodenfreiheit für medizinische Transporte eingeplant.
Lage in Santisuk und Tha Wang Pha
Im Distrikt Santisuk sind Uferbewohner bereits evakuiert, ein Teil sitzt im Weiler Si Bun Rueang, Tambon Phong, fest – Rettungskräfte sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits vor Ort. In Tha Wang Pha stieg der Pegel rasch an und überschwemmte Teile der Tambon Yom und Chom Phra; Bewohner gefährdeter Gebiete haben die Zone verlassen. Die Gesundheitseinrichtungen im Distrikt sind weiterhin in Betrieb.
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Generell wird die Lage bis mindestens 21. August als kritisch eingestuft, weil weiterhin Regen prognostiziert ist. Die Wassermassen aus Nan fließen direkt in den Sirikit-Stausee, was eine Ausbreitung auf weitere Provinzen begrenzt. Phonpheer wies auf den Nordosten hin, wo bis zum 21. August ebenfalls starke Niederschläge erwartet werden – die zuständigen Provinzen seien bereits alarmiert.
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