BANGKOK – In Thailand sind rund sechs Millionen registrierte Schusswaffen. Ein ehemaliger Leiter der Verbrechensbekämpfung erklärt, dass ein Stopp neuer Waffen allein die Gefahr von Amokläufen und anderen Gewalttaten nicht ausreichend senken werde. Entscheidend sei auch, wer die vorhandenen Waffen besitzt, wie sie gelagert werden und wer Zugang zu ihnen hat.
Sechs Millionen Waffen – aber nicht sechs Millionen Besitzer
Die Zahl der registrierten Waffen bedeutet nicht, dass ebenso viele Menschen eine Waffe besitzen. Einzelne Personen können mehrere Schusswaffen haben, etwa weil sie eine besondere Funktion ausüben oder einen nach dem Gesetz anerkannten Bedarf geltend machen.
Für พล.ต.ต.สุพิศาล ภักดีนฤนาถ, einen ehemaligen Leiter der Verbrechensbekämpfung, geht es deshalb nicht nur um die Frage, ob eine Waffe legal registriert ist. Entscheidend sei auch, ob der Besitzer sie sicher kontrolliert und aufbewahrt.
Gefahr durch Waffen in Privathaushalten
Nachlässige Besitzer könnten dazu führen, dass Waffen in die Hände anderer Personen gelangen. Ein Risiko bestehe auch, wenn ein Waffenbesitzer in Wut gerät, die Kontrolle verliert oder Racheabsichten entwickelt.
Besonders aufmerksam müsse der Staat auf Waffen sein, die in Häusern liegen und von anderen Familienmitgliedern erreicht werden können. Dazu zählen auch Kinder und Jugendliche, die möglicherweise Zugang zur Waffe bekommen und wissen, wie sie benutzt wird.
Was die drei Genehmigungen erlauben
Die Genehmigung Por.3 erlaubt den Kauf einer Schusswaffe oder die Abwicklung einer Übertragung. Por.4 erlaubt den Besitz und das Halten einer Waffe unter den gesetzlichen Bedingungen.
Eine Por.4-Genehmigung erlaubt dagegen nicht automatisch, die Waffe nach Belieben in der Öffentlichkeit zu tragen. Dafür ist Por.12 vorgesehen. Diese Genehmigung betrifft etwa Soldaten, Polizisten, Verwaltungsbeamte oder andere Personen mit einem anerkannten Bedarf zum Schutz von Leben und Eigentum.
Kontrollen bei neuen Anträgen
Wer eine Por.3-Genehmigung beantragt, muss seine Voraussetzungen prüfen lassen, bevor er eine Waffe kaufen oder eine Übertragung vornehmen darf. Geprüft werden unter anderem verbotene Merkmale, ob jemand kriminell ist und gesetzliche Ausschlussgründe.
Nach Einschätzung von พล.ต.ต.สุพิศาล ภักดีนฤนาถ kann das System trotzdem Schwächen haben. Ein Antragsteller könnte die Genehmigung beantragen, die angekündigte Waffe aber nicht kaufen oder wiederholt Anträge stellen, bis ein enges Verhältnis zu den zuständigen Beamten entsteht.
Mehr Daten zu Besitzern und Aufbewahrung
Der ehemalige Leiter der Verbrechensbekämpfung schlägt vor, die Datenbank für Schusswaffen genauer zu machen. Für jede Waffe müsse nachvollziehbar sein, wem sie gehört und in welchem Gebiet sie sich befindet.
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Auch das familiäre Umfeld und mögliche weitere Personen mit Zugang zur Waffe sollten berücksichtigt werden. Ist der Besitzer älter und liegt eine Beeinträchtigung vor, die die Kontrolle der Waffe beeinflussen könnte, oder leben Kinder und Jugendliche im Haushalt, müsse die sichere Aufbewahrung genauer geprüft werden.
Waffe und Munition getrennt lagern
Familien sollten über den sicheren Umgang mit Schusswaffen aufgeklärt werden. Dazu gehört, die Waffe außerhalb der Reichweite anderer Personen aufzubewahren.
Auch die getrennte Lagerung von Waffe und Munition wird als Sicherheitsmaßnahme genannt. Eine Genehmigung regelt den rechtlichen Status der Waffe, kann aber nicht das Verhalten aller Menschen kontrollieren, die sich in ihrer Umgebung befinden.
Wohlfahrtswaffen und Rückkauf durch den Staat
Die Regierung setzt Maßnahmen wie eine Verlangsamung der Genehmigungen und eine Überprüfung von sogenannten Wohlfahrtswaffen. Nach Einschätzung des ehemaligen Leiters der Verbrechensbekämpfung können solche Schritte verhindern, dass die Zahl neuer Waffen weiter wächst.
Wer die Gesamtzahl der Waffen im Land senken will, müsse aber auch die bereits vorhandenen Millionen Waffen einbeziehen. Ein Vorschlag sieht vor, dass Menschen nicht mehr benötigte Waffen zu einem fairen Preis an den Staat verkaufen. Diese Waffen könnten anschließend in den staatlichen Bestand übernommen werden.
Illegale Waffen im Internet
Neben registrierten Waffen bereiten auch illegale, selbst hergestellte und umgebaute Waffen Probleme. Nach Angaben von พล.ต.ต.สุพิศาล ภักดีนฤนาถ werden im Internet Waffen und Zubehör gehandelt.
Die Behörden müssten deshalb Ermittlungen und Strafverfolgung verbinden. Das gelte auch für Gegenstände, die echten Waffen ähneln oder so verändert wurden, dass sie gefährlich eingesetzt werden können.
Mehrere Maßnahmen gleichzeitig nötig
Die Regierung kann mit einer Verzögerung neuer Genehmigungen und dem Ende von Wohlfahrtswaffen den Zuwachs bremsen. Die rund sechs Millionen registrierten Waffen bleiben jedoch noch lange im Besitz der Bevölkerung.
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Nach Einschätzung des ehemaligen Leiters der Verbrechensbekämpfung müssen deshalb der Zugang zu Waffen, die Kontrolle der Besitzer, die sichere Aufbewahrung, der Umgang mit nicht mehr benötigten Waffen und der Onlinehandel mit illegalen Waffen gemeinsam angegangen werden. Eine Genehmigung allein beseitigt das Risiko nicht, wenn der Zugang und das Verhalten der Menschen im Umfeld der Waffe nicht kontrolliert werden.

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