BANGKOK, THAILAND – Ein Streit in einem Tierpark auf Koh Samui hat eine nationalistische Kampagne gegen Israelis und andere Ausländer ausgelöst. Die Bewegung Thai Mai Thon brachte ihre „Thailand First“-Forderungen am Montag zur israelischen Botschaft, doch die Vertretung nahm das Schreiben nicht an. Inzwischen geht es auch um angebliche Bedrohungen, ausländische Unternehmen, Arbeitsrechte und sogenannte Nominee-Firmen.
Israelische Botschaft weist Schreiben von Thai Mai Thon zurück
Aktivisten von Thai Mai Thon wollten dem israelischen Botschafter ein offizielles Schreiben übergeben. Mitarbeiter der Botschaft lehnten die Annahme jedoch ab und forderten die Gruppe auf, das Dokument vor dem Gebäude abzulegen.
Das Schreiben verlangte Respekt vor thailändischen Gesetzen, Gepflogenheiten, Traditionen und kulturellen Regeln. Genannt wurden auch Beschwerden über angebliche Drohungen, Belästigungen und Geschäftsstreitigkeiten mit Israelis in Phuket, Koh Samui, Koh Pha Ngan und Pai.
Aus einem Parkstreit wird eine nationale Kampagne
Der Konflikt begann am 11. August im Samui Exotic Park. Seitdem ist der Fall über die beteiligte Familie, den privaten Tierpark und die Insel hinausgewachsen.
Thai Mai Thon verbindet die Auseinandersetzung mit Forderungen gegen illegal arbeitende Ausländer, ausländische Kontrolle über Berufe, die Thais vorbehalten sind, nicht registrierte Migranten und sogenannte Nominee-Unternehmen. Dabei stehen thailändische Arbeitsplätze, Geschäfte, Grundstücke und kulturelle Autorität im Mittelpunkt.
Siam Asa bringt die Parkbesitzerin zur Zentralen Ermittlungsbehörde
Die Organisation Siam Asa unterstützt die 35-jährige Parkbesitzerin Jindarat und ihren französischen Ehemann Kevin. Am 24. August begleitete ihr Vorsitzender Sukh Saknangrongdej das Paar zur Zentralen Ermittlungsbehörde in Bangkok.
Jindarat erstattete dort Beschwerde und bat um Polizeischutz für ihre Familie, ihr Haus und den Tierpark. Sie berichtete von Drohungen und einer angeblichen Belohnung von 500.000 Baht für Kevin.
Politische Verbindungen verleihen dem Fall zusätzliches Gewicht
Sukh bezeichnete seine Rolle als praktische Hilfe für das Paar und nicht als Kampagne gegen Israelis allgemein. Er trat früher bei einer Wahl im Bangkoker Wahlkreis Huai Khwang–Wang Thonglang an und war mit der Thai Sang Thai Party verbunden.
Bei der Parlamentswahl 2026 kandidierte Sukh für die Kla Tham Party. Außerdem gehörte er einem Unterausschuss für digitale Strategien in Bangkok an. Siam Asa hilft nach eigenen Angaben Beschwerdeführern beim Kontakt mit Behörden und der nationalen Polizei und betreibt auch die Plattform Siam Asa MindCare.
Thai Mai Thon fordert härtere Regeln für Ausländer
Thai Mai Thon bezeichnet sich als Bewegung, die Menschen aus mehreren Berufsgruppen zusammenführt. Als führende Figur gilt der Aktivist Tae Achiwa; Akkarawut Kraisrisombat wurde als Vorsitzender oder Vertreter genannt.
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Die Gruppe fordert ein härteres Vorgehen gegen illegal arbeitende Ausländer und gegen ausländische Kontrolle über geschützte Berufe. Sie verlangt außerdem Vorrang für thailändische Arbeitnehmer, Unternehmen und Schulkinder sowie strengere Einwanderungskontrollen und mehr Abschiebungen.
Beschwerden über Nominee-Firmen gehen an das Innenministerium
Thai Mai Thon übergab dem Innenministerium Informationen über mutmaßliche ausländische Nominee-Unternehmen. Dabei nannte die Gruppe auch Tätigkeiten, die Ausländer trotz gesetzlicher Beschränkungen ausüben sollen.
Die Kampagne richtet sich auch gegen kostenlose Bildung für Kinder ohne thailändische Staatsangehörigkeit. Eine weitere Forderung betrifft die Rückführung schwangerer Migrantinnen vor der Geburt. Damit reicht das Programm von Arbeit und Einwanderung bis zu Bildung und staatlichen Leistungen.
Menschenrechtler kritisieren Einschüchterung von Migranten
Mit der Bewegung verbundene Personen sehen sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Menschenrechtler beschuldigen einige Teilnehmer, Migranten einzuschüchtern; gegen manche seien auch Vorwürfe des gewaltsamen Vorgehens erhoben worden.
Diese Anschuldigungen stehen getrennt von einem nachgewiesenen Fehlverhalten der Organisation. Kritiker warnen, nationalistischer Druck könne Diskriminierung oder Selbstjustiz fördern. Die aktuelle Kampagne läuft bislang über Eingaben, öffentliche Aktionen und Polizeibeschwerden.
Zwei völlig unterschiedliche Darstellungen des Vorfalls
Das israelische Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten und die Bekämpfung von Antisemitismus veröffentlichte am 13. August eine Darstellung des Vorfalls. Demnach sei einer israelischen Familie mit zwei Töchtern im Alter von sechs und neun Jahren der Eintritt in den Park verweigert worden, nachdem sie ihre Herkunft genannt hatte.
Die Familie erklärte, eine Mitarbeiterin habe sie zum Ausgang gedrängt. Ein männlicher Angestellter soll den Ehemann am Halsbereich mit dem Kopf getroffen, Schimpfwörter gerufen und beim Verlassen ein Schild in Richtung der Familie geworfen haben. Das Ministerium wies darauf hin, dass seine Angaben auf Berichten und technisch unterstützter Beobachtung beruhten und keine Vollständigkeit garantiere.
Parkbesitzerin berichtet von früheren Problemen mit Besuchern
Jindarat schildert den Streit völlig anders. Sie wirft einigen israelischen Besuchern vor, Mitarbeiter belästigt, Regeln gebrochen und Eintrittsgelder nicht bezahlt zu haben. Außerdem habe es Forderungen nach Rückerstattungen sowie Verhalten gegeben, durch das Tiere gefährdet worden seien.
Zu ihren Beschwerden gehören Angaben über einen toten Vogel und verletzte Tiere. In einem weiteren Fall soll ein Kind mit Hühnerkot zu tun gehabt haben. Bereits im Juli 2026 hatte der Park ein „Free Palestine“-Schild gezeigt und das Verhalten israelischer Touristen öffentlich kritisiert.
Kevins palästinensische Flagge wurde später zentral für den eskalierenden Streit.
Drohungen und 500.000 Baht Belohnung verschärfen den Streit
Nach der Auseinandersetzung meldete Jindarat Drohungen gegen ihr Haus, den Park und ihre Familie. Es sei damit gedroht worden, ihr Wohnhaus und die Anlage niederzubrennen. Auch Verwandte seien ins Visier genommen worden.
Besonders schwer wiegt der Bericht über eine Belohnung von 500.000 Baht für Kevin. Dadurch wurde der Streit über den Parkeintritt zu einem Sicherheitsfall. Gleichzeitig hält die israelische Familie an ihren Vorwürfen der Ausgrenzung und des Angriffs fest.
Ähnliche Bewegungen sorgen für zusätzliche Verwirrung
Ein Netzwerk mit der englischen Bezeichnung „Impatient Thais“ wurde ebenfalls mit der Kampagne in Verbindung gebracht und von Akkarawut Kraisrisombat vertreten. Es darf jedoch nicht automatisch mit einer früheren Bewegung gleichen Namens gleichgesetzt werden.
2021 führte der frühere Anführer der Rothemden, Jatuporn Prompan, eine andere Thai-Mai-Thon-Bewegung an. Sie stellte sich gegen den damaligen Premierminister Prayut Chan-o-cha und forderte dessen Rücktritt. Das heutige Netzwerk richtet seinen Schwerpunkt dagegen auf Ausländer, Migration, wirtschaftlichen Schutz und nationale Souveränität.
Der Streit reicht inzwischen über Koh Samui hinaus
Thai Mai Thon erklärt, nicht alle Israelis zu verurteilen. Die Organisation verlangt, einzelne Vorwürfe nach thailändischem Recht zu untersuchen, und fordert einen direkten Austausch zwischen Botschaft und thailändischer Öffentlichkeit.
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Gleichzeitig nutzt sie den Fall als sichtbares Beispiel für ihre landesweite Kampagne. Neben Koh Samui nennt sie Phuket, Koh Pha Ngan und Pai. Der letzte offizielle Schritt war die Beschwerde der Parkbesitzerin bei der Zentralen Ermittlungsbehörde sowie die Forderung nach Polizeischutz.
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