PHUKET, THAILAND – Touristen aus Saudi-Arabien und Marokko sind nach einem Restaurantstreit in Patong fälschlich als Israelis bezeichnet worden. Die israelische Botschaft in Thailand fordert Medien und Nutzer sozialer Netzwerke deshalb auf, Angaben zur Nationalität vor der Veröffentlichung zu prüfen.
Polizei korrigiert Angaben zu den Touristen
Am Mittwoch, dem 19. August 2026, verbreiteten sich Berichte über eine Gruppe ausländischer Touristen, die in einem Restaurant in Patong Speisen und Getränke im Wert von rund 8.000 Baht bestellt und den Ort ohne Bezahlung verlassen haben soll.
Die Meldungen bezeichneten die Beteiligten als israelische Touristen. Nach Angaben der Polizei von Patong handelte es sich jedoch um einen Mann aus Saudi-Arabien und drei Frauen aus Marokko.
Vermittlung im Restaurantstreit scheitert
Polizisten versuchten zunächst, zwischen einem Vertreter des Restaurants und den Touristen zu vermitteln. Als keine Einigung zustande kam, brachten sie beide Seiten zu einem Ermittlungsbeamten.
Die Botschaft erklärte, die polizeiliche Klarstellung sei wichtig, weil sich die falsche Zuordnung bereits weit verbreitet habe. Betroffen gewesen sei eine Nationalität, die mit dem Vorfall nichts zu tun hatte.
Botschaft warnt vor falschen Zuschreibungen
Die israelische Vertretung warnte, ungeprüfte Informationen könnten zu schwerwiegenden Missverständnissen und Schaden führen. Falsche Angaben könnten außerdem Vorurteile und Feindseligkeit gegen israelische Besucher und die israelische Gemeinschaft verstärken.
Medien, Nutzer sozialer Netzwerke und die Öffentlichkeit sollten Berichte über Touristen vor dem Teilen mit den zuständigen Behörden abgleichen. Das gelte besonders für Behauptungen über die Nationalität von Beteiligten.
Flaggen lösen Auseinandersetzungen aus
Die Korrektur fällt in eine Zeit, in der Konflikte um israelische Besucher in südthailändischen Urlaubsorten große Aufmerksamkeit im Internet erhalten. Mehrere Streitfälle vermischten sich dabei mit Reaktionen auf den Krieg im Gazastreifen.
In einem Fall zeigte eine Überwachungskamera aus einem Handygeschäft in Bang Tao Choeng Thale einen israelischen Mann und eine israelische Frau in einem heftigen Wortwechsel mit dem Inhaber. Der Betreiber sagte, das Paar habe wegen einer „Free Palestine“-Flagge deren Entfernung verlangt; die Flagge befinde sich seit mehr als einem Jahr auf seinem Privatgrundstück.
Weitere Streitfälle in Phuket
In Patong berichtete ein Verkäufer von Ausflügen, eine Gruppe israelischer Touristen habe ihn wegen einer palästinensischen Flagge an seinem Verkaufsschalter zur Rede gestellt. Er sagte, die Gruppe habe ihn gefragt, ob er Palästina unterstütze. Nach seiner Darstellung rief eine Person „Free Israel“, worauf der Streit eskalierte.
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Der Verkäufer erklärte, er bediene regelmäßig israelische Kunden und verweigere niemandem wegen der Nationalität den Service. Im März berichtete auch ein Restaurantbesitzer in Phuket, ein israelischer Besucher habe die Entfernung einer palästinensischen Flagge aus dem Lokal verlangt; ein Video des späteren Wortwechsels verbreitete sich in thailändischen sozialen Netzwerken.
Videos zeigen nicht immer den ganzen Ablauf
Die Umstände unterschieden sich in den einzelnen Fällen. Gemeinsam war ihnen, dass politische Konflikte aus dem Nahen Osten in Begegnungen zwischen Besuchern und lokalen Geschäftsleuten hineinwirkten.
Einige Darstellungen stützten sich teilweise auf Aussagen von Beteiligten oder auf Videos, die nicht zeigten, was vor der jeweiligen Auseinandersetzung geschehen war. Die Botschaft verwies vor diesem Hintergrund auf die Folgen falscher Berichte über Nationalitäten.
Behörden prüfen ausländische Unternehmen
Unabhängig von den politischen Streitfällen haben Betreiber und Bürgergruppen in Phuket und Surat Thani Beschwerden über ausländisch geführte Unternehmen vorgebracht. Genannt wurden der Verdacht auf Strohmänner als thailändische Eigentümer, fehlende Genehmigungen und Geschäfte, die sich vor allem an bestimmte Gruppen ausländischer Kunden richten.
Phuket prüfte zuletzt Unternehmen, die als von Israelis betrieben beschrieben wurden. Kontrolleure besuchten unter anderem eine Reisegesellschaft und Einzelhandelsgeschäfte in Patong und untersuchten Eigentumsverhältnisse, Geschäftsführung, Arbeitserlaubnisse sowie einen möglichen Einsatz thailändischer Strohleute.
Ermittlungen betreffen einzelne Betriebe
Die Behörden kündigten an, auch Unternehmen zu überprüfen, die sich vor allem an israelische Kunden richten oder mit hebräischsprachiger Werbung arbeiten. Die Beschwerden und möglichen Verstöße gegen Eigentumsregeln waren noch Gegenstand der Ermittlungen.
Nach Angaben der Behörden waren die Vorwürfe nicht gegen jedes kontrollierte Unternehmen belegt. Auch der Eindruck geschlossener Geschäftsnetzwerke müsse für jeden einzelnen Betrieb geprüft werden und dürfe nicht als Beleg gegen eine gesamte Gemeinschaft gelten.
Streit um Eintritt und Service auf Koh Samui
Spannungen entstanden auch durch Auseinandersetzungen über Eintrittsregeln, Preise, Rückerstattungen und Erwartungen an den Service. Im Samui Exotic Park auf Koh Samui erklärte eine israelische Familie, ihr sei wegen ihrer Nationalität der Zutritt verweigert worden; außerdem behauptete sie, der Ehemann sei angegriffen worden.
Die Betreiber wiesen diese Darstellung zurück. Sie erklärten, ihre Entscheidung habe mit wiederholten Problemen früherer Besucher zu Regeln, Eintrittspreisen und dem Umgang mit Tieren zusammengehangen.
Vorwürfe und Strafen nach dem Parkstreit
Später wurden in diesem Zusammenhang Drohungen, Boykottaufrufe, feindselige Online-Bewertungen und Einschüchterungsversuche vorgebracht. Ein israelischer Mann erhielt in einem damit verbundenen Verfahren wegen Drohungen eine Geldstrafe und eine Bewährungsstrafe.
Die Behörden behandelten das Verhalten als Einzelfall nach dem geltenden Recht. Die Bürgergruppe Impatient Thais übergab am Montag, dem 24. August 2026, ein Schreiben an die israelische Botschaft und verwies auf Beschwerden aus Phuket, Koh Samui, Koh Phangan und Pai.
Aufruf zu Ermittlungen nach thailändischem Recht
Die Gruppe erklärte, sie wolle nicht pauschal über Israelis urteilen. Sie forderte, mutmaßliche Verstöße über das thailändische Rechtssystem zu untersuchen.
Tourismus- und Sportminister Surasak Phancharoenworakul bezeichnete Fehlverhalten ebenfalls als Angelegenheit einzelner Personen. Thailand heiße Besucher jeder Nationalität willkommen, könne aber Visa von Menschen widerrufen, die gegen Gesetze verstießen oder schwere Störungen verursachten.
Botschaft erinnert an Regeln und Vorsicht
Die israelische Botschaft erinnerte ihre Staatsangehörigen getrennt davon daran, thailändische Gesetze und örtliche Gepflogenheiten zu respektieren. Zugleich warnte sie, dass ungenaue Angaben zur Nationalität in der angespannten Lage Menschen und Gemeinschaften ohne Verbindung zu einem Vorfall treffen könnten.
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Medien, soziale Netzwerke und die Öffentlichkeit sollen ähnliche Berichte erst nach einer Prüfung der Fakten veröffentlichen oder weiterverbreiten. Die Botschaft verwies dabei auf die zuständigen Behörden als Anlaufstelle für die Überprüfung.
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