CHIANG MAI, THAILAND – In keiner Provinz Thailands ist so viel Wald zerstört worden wie in Chiang Mai: mehr als 20.000 Rai. Eine Kommission des Senats prüfte jetzt den Quellwald Mae Thalop im Bezirk Chai Prakan und will gemeinsam mit der Regierung rasch eingreifen. Auf einem Teil der Fläche wurde Ingwer angebaut.
Senatoren prüfen den Quellwald vor Ort
Die Kommission für natürliche Ressourcen und Umwelt des Senats reiste nach Ban Pong Phatthana in der Gemeinde Mae Thalop. Mit dabei waren Rechts- und Fachleute. Ziel ist es, Erkenntnisse vor Ort mit der Regierung zu bündeln.
Ausgelöst wurde der Besuch durch Beschwerden. Das Wassermanagement-Komitee des Mae-Thalop-Staudamms und private Naturschützer aus dem Bezirk Chai Prakan meldeten über Senat und Regierung, dass der Wald am Stausee stark geschädigt sei.
Ingwer-Anbau und Chemikalien im Wasser
Dorfbewohner sollen den Wald laufend gerodet und Investoren Ingwer im Quellgebiet anbauen lassen haben. Dabei kommen Chemikalien gegen Schädlinge zum Einsatz, die in den Fluss gelangen.
Betroffen sind Bauern und Wassernutzer flussabwärts. Sie fürchten laut der Kommission Chemikalien und Sturzfluten.
Wer an der Prüfung beteiligt war
Kommissionschef Chiwaphap Chiwatham leitete die Delegation. Er gilt als „Waldjäger Nummer 1″ und war früher stellvertretender Generaldirektor der Forstbehörde. Mit vor Ort waren das Forstverwaltungsamt 1 Chiang Mai, der Bezirkschef Pathikon Iamsa-at sowie der Mönch Phrakhru Sathit Thammaphirak.
Dazu kamen die Forststation Pong Chok, der Nationalpark Doi Wiang Pha, die Truppe Pha Mueang, die Polizei von Chai Prakan und die Forstindustrie-Organisation Chai Prakan.
Lahu-Dorfbewohner fordern Ende von Paragraf 25
Vor der Sitzung übergaben rund 100 Angehörige des Volks der Lahu ein Schreiben. Sie leiden unter Paragraf 25 des Gesetzes über Nationale Waldreservate von 1964 und verlangen, dass die Regierung ihn nicht mehr anwendet.
Das Schreiben wurde in der Sitzung der Behörden und privaten Wassernutzer eingereicht.
200 Rai Ingwer zerstört, 80 stehen noch
Wichitun Phimat, Leiter der Forstindustrie-Organisation Chai Prakan (Mae Thalop), berichtete von mehr als 200 Rai Ingwerfeldern der Investoren, die bereits beseitigt wurden. Wegen Problemen mit den Maschinen blieben gut 80 Rai stehen.
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Chiwaphap forderte die Behörden auf, sich zusammenzutun. Wer Maschinen hat, soll sie schicken, um den Ingwer an den vielen übrigen Stellen zu entfernen. Das Gesetz sei dabei konsequent anzuwenden.
Mehr als 500 Rai in Regierungsprogramm
Gefällte Bäume sollen gesichert und die Fälle verfolgt werden. Danach besichtigte die Delegation die Ingwerflächen im Wald von Ban Pong Phatthana, Dorf Nr. 1. Es handelt sich um Land des staatlichen Programms KhorThorChor, das den Dorfbewohnern als Ackerland dient.
Trotzdem ließen sie Investoren dort Ingwer anpflanzen, auf mehr als 500 Rai. Chiwaphap sagte, das sei ein Vertragsbruch oder eine Übergabe an Dritte. Die Forstbehörde müsse die Flächen zurücknehmen und aufforsten, neue Rodungen seien strafrechtlich zu verfolgen.
Appell an Bewohner von Berg und Tal
Wer im Quellgebiet lebt, müsse Rücksicht auf die Menschen flussabwärts nehmen, hieß es. Aus dem Wald sei vielerorts ein kahler Berg geworden, was in Zukunft sehr gefährlich sei. Als Warnung dienen mehrere Gebiete in der Provinz Nan, wo Sturzfluten Häuser zerstörten und Menschen starben.
Alle sollen den Wald beobachten und schützen, damit kommende Generationen Wald und Wasser behalten.
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