Koh Phi Phi ist nicht tot. Die Insel ist nur teuer geworden und ziemlich fremd. Stefan Chang kam das erste Mal vor mehr als zwanzig Jahren, jung und fast ohne Geld. Jetzt ist er zurückgekehrt und hat gefilmt, was er vorfindet. Viele Thailand-Fans schauen sich das Video gerade an. Wer die Insel von früher kennt, spürt beim Zuschauen, dass etwas fehlt. Wer zum ersten Mal hinfährt, will wissen, was ihn erwartet.
Die Hütte für 100 Baht ist weg
Koh Phi Phi hat Stefan Chang gleich beim ersten Besuch erwischt. Laut Video teilte er sich damals eine Bambushütte am Strand, 100 Baht die Nacht. Mehr verlangte die Insel von jungen Leuten mit wenig Geld nicht. Die Hütte steht laut Video nicht mehr. Der Preis von damals ist ohnehin Geschichte.
Chang ist nicht gekommen, um zu schimpfen. Er wollte laut Video nachsehen, was von seiner Zeit übrig ist. Die Antwort fällt gemischt aus. Die Aussicht ist dieselbe, die Felsen und das blaue Wasser sehen aus wie auf jedem alten Foto. Fast alles andere nicht.
Der Viewpoint kostet jetzt Eintritt
Der Weg zum Viewpoint war früher frei, laut Video ein sandiger Pfad, den man barfuß und mit Bier in der Hand ging. Heute kostet der Zugang zu den Aussichtspunkten 1 und 2 zusammen 50 Baht, für Punkt 3 kommen weitere 20 Baht dazu. Chang zahlte ebenfalls 50 Baht. Wer hinauf will, sollte Kleingeld einstecken.
Das Gelände gehört Privatleuten, die Gebühr soll die Wege erhalten. Alkohol ist verboten, auf Schildern drohen Bußgelder bis zu 1.000 Baht. Ausflüge zur Nachbarinsel mit der Maya Bay kosten extra: Der Nationalpark verlangt von ausländischen Erwachsenen 400 Baht, von Kindern 200 Baht.
Tattoo, Massage, Botox am Wanderweg
Entlang des Weges nach oben reiht sich laut Video ein Geschäft ans andere. Restaurants, Tattoo-Studios, Massagesalons. Dazu kommen Schilder für Botox und künstliche Wimpern. Chang filmt das Schild für Schild, und es sieht nach Kommerz aus, soweit das Auge reicht.
Für Besucher heißt das: Man muss auf Phi Phi nichts mitbringen. Alles ist vor Ort zu haben, bequem und gleich neben dem Weg. Das ist praktisch. Ein Alleinstellungsmerkmal ist es nicht. Die Insel verkauft heute, was jeder Urlaubsort verkauft.
Vom Maphra Resort blieb eine Ruine
Am 26. Dezember kam der Tsunami. Um 10.37 Uhr trafen zwei Wellen die schmale Landzunge zwischen den beiden Buchten, von beiden Seiten gleichzeitig. Sie waren etwa drei und mehr als fünf Meter hoch. Rund siebzig Prozent der Gebäude auf der Insel wurden zerstört.
Chang wohnte damals laut Video im Maphra Resort, einer Anlage mit einfachen Bambushütten am Strand. Das Resort gebe es nicht mehr. Hinter einer Bambuswand finde er die eingefallene Rezeption, überwachsen und still. Wie viele Menschen auf der Insel starben, weiß niemand genau. Die Angaben reichen von gut tausend bis zu mehreren Tausend.
Beton statt Trampelpfad
Nach dem Tsunami wurde Phi Phi nicht so aufgebaut, wie es war. Die Wege sind heute befestigt, und Autos gibt es auf der Insel nicht. Waren und Gepäck rollen auf Handkarren durch den Ort. Wer zu Fuß unterwegs ist, kommt überall hin.
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Eine Zeit lang galt nach der Katastrophe ein Bauverbot, später wurde es gelockert. Ein Jahr danach waren schon wieder knapp 1.500 Hotelzimmer offen. Laut Video ersetzen heute Betonstraßen mit Abflüssen die Feldwege von früher. Der schnelle Neustart war wichtiger als der alte Charme. Das war eine Entscheidung, und sie ist getroffen.
Was eine Nacht heute kostet
Eine Hütte für 100 Baht gibt es nicht mehr. Laut Video gehört Phi Phi heute zu den teuersten Inseln Thailands, unter 100 Euro die Nacht findet man kaum etwas. Die Hauptsaison läuft von November bis April, wer in dieser Zeit kommt, sollte früh buchen.
Viele Resorts zeigen ihre Preise erst in der Buchungsmaske, und die hängen vom Datum ab. Ein Preisvergleich über mehrere Termine lohnt sich deshalb mehr als ein einzelner Blick auf die Seite. Dazu kommt die Überfahrt, die je nach Strecke und Boot ab 450 bis 850 Baht kostet.
Bambus-Optik als Verkaufsargument
Die Bambushütte von damals ist ein Marketingbegriff geworden. Laut Video wirbt mancher Betrieb mit Bambus-Optik, bietet aber Klimaanlage und Design-Zimmer. Das ist erlaubt. Mit der Hütte, die Chang kannte, hat es trotzdem nichts zu tun.
Wer eine einfache Unterkunft sucht, schaut beim Buchen auf Ausstattung und Lage, nicht auf die Fotos. Klimaanlage, eigenes Bad, Weg zum Pier: Das entscheidet über den Aufenthalt. Bambus auf dem Bild sagt darüber nichts. Die Nostalgie liegt im Preis, nicht im Zimmer.
Hauptsaison ohne Gedränge
Auf dem Rückweg zum Pier fällt Chang etwas auf. Es ist Hauptsaison, aber die Insel ist laut Video nicht voll. Manche Restaurants legen kaum Ware aus, weil sie sonst verdirbt. Ein Händler führe das laut Video auf die weltweite Lage zurück, auf eingeschränkten Flugverkehr und wirtschaftliche Unsicherheit.
Landesweit passt das zu den Zahlen. Bis Ende Oktober kamen rund 4,6 Prozent weniger ausländische Touristen als im Vorjahr. Für Phi Phi selbst liegen keine neuen Zahlen vor. Wer jetzt reist, hat mehr Platz am Pier und auf den Wegen. Mehr News aus Krabi und dem Süden Thailands lesen Sie hier bei Wochenblitz.
Anreise und beste Zeit für einen Besuch
Nach Koh Phi Phi kommt man nur per Boot, ab Phuket oder ab Krabi. Ab Phuket (Rassada Pier) kostet die Fähre bei einem großen Anbieter ab 700 Baht, das Schnellboot ab 850 Baht. Ab Krabi (Klong Jilad Pier) geht es ab 450 Baht. Die Fähren brauchen etwa zwei Stunden, Schnellboote rund eine.
Die beste Reisezeit liegt zwischen November und April, wenn es weniger regnet. Bei schwerem Seegang stellen die Betreiber Fahrten ein, das ist schon vorgekommen. Wer einen Anschlussflug hat, plant einen Puffertag ein. Die Maya Bay ist jedes Jahr im August und September gesperrt, Schwimmen ist dort verboten.
Phuket, Samui, Chiang Mai folgen dem gleichen Muster
Phi Phi ist das deutlichste Beispiel, aber nicht das einzige. Phuket, Koh Samui und Teile von Chiang Mai haben sich ähnlich verändert: größer, teurer, lauter und oft ohne Rücksicht auf das, was vorher da war. Thailand wächst schnell. Es wächst gleichförmig.
Chang sagt laut Video am Ende, was heute als verloren gelte, werde in zwanzig Jahren die gute alte Zeit sein. Wie viel davon Realität ist und wie viel Projektion, steht in einem eigenen Beitrag. Beides stimmt ein Stück weit, und beides ist bequem.
Das Video von Stefan Chang
Chang beschreibt in seinem Video, was er sieht, und klagt nicht an. Er suche nach dem, was geblieben ist, und finde es hinter einer Bambuswand und im Blick von oben über die Bucht. Mehr ist es nicht. Wer das Phi Phi von damals sucht, braucht kein Flugticket, sondern ein altes Fotoalbum.
Den vollständigen Bericht von Stefan Chang über seine Rückkehr nach Koh Phi Phi, mit Originalaufnahmen vom Weg zum Viewpoint, den Überresten des Maphra Resorts und der ungewohnt ruhigen Hauptstraße, finden Sie hier:
Redaktionelle Hinweise
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Stand der Angaben ist November. Eintritts- und Fährpreise ändern sich ohne Vorankündigung, aktuelle Preise und Fahrzeiten nennen die Fährgesellschaften und die Kassen vor Ort. Die Gebühr für den Besuch von Phi Phi Leh und der Maya Bay gibt die Nationalparkverwaltung bekannt.

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