TOKIO / BERLIN – Nachdem eine thailändische Touristin öffentlich gemacht hatte, dass ein Airbnb-Gastgeber in Tokio ihre Buchung wegen ihrer Nationalität ablehnte, hat das Unternehmen reagiert: Der Gastgeber wurde gesperrt, eine Untersuchung eingeleitet und die betroffene Frau erhielt Unterstützung bei der Umbuchung. Die Stellungnahme erreichte die Wochenblitz-Redaktion, nachdem Airbnbs Kommunikationsagentur Tonka aus Berlin unseren Bericht gelesen und sich daraufhin an uns gewandt hatte.
Was war passiert
Die Frau hatte eine Unterkunft im Tokioter Stadtteil Asakusa buchen wollen. Der Gastgeber lehnte ab – mit der Begründung, der Eigentümer akzeptiere keine thailändischen Gäste wegen angeblicher Probleme mit früheren Aufenthalten. Die Touristin veröffentlichte Screenshots des Austauschs in einer Reisegruppe, der Fall verbreitete sich rasch und löste eine Debatte über Diskriminierung auf Buchungsplattformen aus. Wochenblitz hatte darüber berichtet.
Airbnb hatte zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung noch keine Stellung genommen. Das hat sich inzwischen geändert.
Airbnb sperrt den Gastgeber
Eine Airbnb-Sprecherin erklärte gegenüber der Wochenblitz-Redaktion, das Unternehmen habe den Gastgeber unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls gesperrt und eine gründliche Untersuchung eingeleitet, die noch andauere. Weder der Gast noch der Gastgeber hätten den Vorfall selbst gemeldet – Airbnb habe aus der Berichterstattung davon erfahren.
Die betroffene Touristin wurde laut Airbnb direkt kontaktiert. Das Unternehmen bot ihr Hilfe bei der Umbuchung sowie einen Gutschein für einen künftigen Aufenthalt an.
Klare Ansage gegen Diskriminierung
„Diskriminierung hat auf Airbnb keinen Platz, und wir nehmen entsprechende Meldungen äußerst ernst“, so die Sprecherin. Alle Nutzerinnen und Nutzer müssten bei der Anmeldung die Antidiskriminierungsrichtlinie des Unternehmens sowie die Community-Richtlinien akzeptieren, die einen respektvollen Umgang ohne Vorurteile verlangen.
Wer gegen diese Regeln verstößt, muss laut Airbnb mit Konsequenzen rechnen – von einer Verwarnung über eine Sperrung bis zur dauerhaften Entfernung von der Plattform.
Was Reisende jetzt wissen sollten
Wer als Gast auf Airbnb Diskriminierung erlebt, kann den Vorfall direkt über die Plattform melden. Airbnb hat nach eigenen Angaben einen eigenen Prozess dafür eingerichtet – mit dem Ziel, solche Fälle schnell zu prüfen und betroffene Gäste bei der Suche nach einer alternativen Unterkunft zu unterstützen.
Für Thai-Reisende nach Japan ändert der Fall nichts an der Realität des Marktes: Die große Mehrheit der Gastgeber akzeptiert Gäste unabhängig von ihrer Herkunft. Einzelne Vorfälle wie dieser zeigen aber, dass die Plattformregeln nicht immer von alleine greifen – und dass öffentlicher Druck durchaus Wirkung zeigen kann.
Debatte geht weiter
In thailändischen Reiseforen wird der Fall noch immer diskutiert. Viele Nutzer begrüßen die schnelle Reaktion von Airbnb, andere fragen sich, ob ohne die öffentliche Aufmerksamkeit überhaupt etwas passiert wäre. Ein Kommentator brachte es auf den Punkt: Gastgeber sollten Gäste nach ihren Bewertungen beurteilen – nicht nach ihrem Pass.
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Airbnb hat angekündigt, die Untersuchung des Falls abzuschließen und bei Bedarf weitere Maßnahmen zu ergreifen.

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