Bangkok Bank: 60x Gesichtserkennung – Klappt nicht!

Bangkok Bank-Kunden - Die Gesichtserkennung versagt massenhaft - manche versuchen es 60 MAL! Expats und Senioren besonders betroffen. Bankwechsel im Gespräch. Was steckt dahinter? Warum ist das nur so?

Bangkok Bank: 60x Gesichtserkennung – Klappt nicht!
KI generiertes Symbolbild

Was als Sicherheitsmaßnahme gedacht war, wird zum absoluten Alptraum für tausende Bangkok Bank-Kunden. Seit über drei Jahren sorgt die biometrische Authentifizierung für beispiellose Probleme – und die Geschichten, die Betroffene erzählen, sind kaum zu glauben. Betroffen sind Kunden im ganzen Land, von Bangkok bis in die Touristenzentren.

60 Versuche für eine einzige Überweisung

Sie denken, Ihr Banking läuft schlecht? Dann hören Sie das: Kunden der Bangkok Bank müssen teilweise bis zu 60 Mal die Gesichtserkennung durchlaufen, bevor eine einzige Transaktion klappt. Was eigentlich Transaktionen ab 50.000 Baht sicherer machen sollte, entwickelt sich zur blanken Tortur.

Die Vorschrift geht auf die Bank of Thailand zurück und gilt seit Juni 2023. Geändert hat sich seither vor allem eines: Die Regeln wurden 2025 noch verschärft, und jede App-Neuinstallation oder Limit-Erhöhung zwingt seither ebenfalls zum Gesichtsscan.

Besonders diese Kundengruppen sind betroffen

Die Wahrheit ist noch schockierender: Expats und Senioren haben praktisch keine Chance mehr. Ein 68-jähriger Kunde berichtete, dass sogar Bankmitarbeiter zugaben, das System habe Schwächen bei älteren Gesichtern. Je länger das Referenzfoto in der Bank zurückliegt und je stärker sich Haare, Bart oder Brille inzwischen verändert haben, desto aussichtsloser wird die Sache am Bildschirm. Unfassbar, oder?

Auch das Licht spielt eine Rolle, die die Bank in ihrer Werbung gerne verschweigt. Wer in einem klassisch dunklen Thai-Wohnzimmer sitzt, hat schlechtere Karten als jemand am hellen Fensterplatz – und trotzdem versagt das System selbst dann noch regelmäßig.

Die bizarren Tricks, die nicht funktionieren

Verzweifelte Kunden probieren alles. Perfekte Beleuchtung? Zwecklos. Lächeln und Blinzeln auf Kommando? Versagt. Verschiedene Tageszeiten und Winkel? Hoffnungslos. Ein Nutzer gestand frustriert: „Ich habe es zu Hause unter verschiedenen Lichtverhältnissen zigmal versucht – völlig umsonst.“

Was die Kunden nicht wissen: Selbst kleinste Abweichungen zum hinterlegten Foto genügen dem Algorithmus, um abzubrechen. Ein paar Kilo mehr, ein neuer Haarschnitt, eine andere Brille – schon wird aus der Routineüberweisung ein Nachmittag vor dem Handy.

Massenflucht zu anderen Banken droht

Die Konsequenzen sind dramatisch. Langjährige Kunden denken ernsthaft über einen kompletten Bankwechsel nach. Andere weichen auf die Web-Version aus – aber Vorsicht: Diese Hintertür könnte bald für immer geschlossen werden.

Nur nützt der Wechsel wenig. Seit 2025 gilt bei allen thailändischen Großbanken derselbe Rahmen der Bank of Thailand. Ein Umzug zu SCB, Kasikorn oder Krungsri löst das Grundproblem nicht, denn dort steht dieselbe Kamera-Prozedur bereit – nur in anderen Farben.

Was die Bank wirklich empfiehlt

Die Lösung der Bangkok Bank ist fast schon zynisch: Kunden sollen in die Filiale kommen und ihre biometrischen Daten persönlich aktualisieren. Mit ID Card oder Reisepass bewaffnet stehen frustrierte Kunden Schlange – oft ohne Erfolg. Besonders Ausländer mit unklarem Visumsstatus geraten dabei ins Visier, denn seit Mai 2025 sperrt die Bangkok Bank aktiv Konten von Touristen-, DTV- und ED-Visum-Inhabern.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Der Geheimtipp der Bank? Einfach unter 50.000 Baht überweisen, um das System zu umgehen. Ernsthaft?! Ein Kunde, der einem Handwerker 80.000 Baht überweisen will, soll das Ganze also in zwei Tranchen aufteilen – als wäre das die normalste Sache der Welt.

Das steckt wirklich dahinter

Offiziell soll die Maßnahme Finanzbetrug verhindern – und die Zahlen der Bank of Thailand geben ihr auf dem Papier recht: allein im zweiten Quartal 2025 Schäden von 6 Milliarden Baht durch Finanzbetrug, über drei Millionen gesperrte Konten bis Juli 2025. Doch der Preis, den ehrliche Kunden zahlen, wird immer höher: verlorene Zeit, verpasste Zahlungen und Filialbesuche, die zu nichts führen.

Betroffen? Teilen Sie Ihre Story in den Kommentaren. Die Digitalisierung des thailändischen Bankensektors entpuppt sich als beispielloses Desaster, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Redaktionelle Hinweise

Lesen Sie auch: Verlassene Regionen: Wo selbst Einheimische fernbleiben

Die genannten Regelungen basieren auf dem Stand Juli 2026. Betragsgrenzen und Face-Scan-Vorgaben können durch die Bank of Thailand kurzfristig angepasst werden.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Ein Kommentar zu „Bangkok Bank: 60x Gesichtserkennung – Klappt nicht!

  1. Das ist bei der Kasikorn nicht anders. Um diese KBiz App zu installieren, sollte ich meinen Kopp scannen. Klappte nicht. Zur Bank, das Mädel hat es eine halbe Stunde versucht, aussichtslos. In Bangkok angerufen, mein Gesicht ganz neu eingescannt und dann klappte es auch bei der App. Wenn ich jetzt per PC ins Online Banking will, ist das mit 3x mehr Aufwand verbunden als vorher. Sicherheit hoch 3 nennt sich das. Muss man akzeptieren.

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.