BANGKOK – Ein Video, das einen Verkehrspolizisten in Aktion zeigt, bringt im Internet ein Pulverfass zur Explosion. Der Beamte griff gegen einen Motorradfahrer ein, der auf dem Gehweg unterwegs war. Von der zuständigen Polizeistation gibt es bislang kein Wort, die Meinungen über die Notwendigkeit des harten Eingreifens gehen wild auseinander.
Der Stoß mitten in der Fahrt
Die Bilder stammen vom Samstag, dem 27. Juni, und wurden auf einer bekannten Facebook-Seite geteilt. Man sieht, wie ein Verkehrspolizist auf ein Motorrad mit zwei Insassen zugeht, das verbotenerweise auf dem Gehweg und entgegen der Fahrtrichtung unterwegs war. Daraufhin kommt es zu einem Zusammenstoß, bei dem der Fahrer und seine Begleitung zu Fall kommen.
Der Facebook-Admin legt eine Spur
Der Betreiber der Seite bat seine Community direkt um Meinungen und deutete einen möglichen Zündstoff an. Er mutmaßte, der Fahrer könnte einer polizeilichen Anhalteaufforderung nicht sofort nachgekommen sein.
Das Problem sei bekannt, schließlich nutzten Motorradfahrer viel zu oft die Fußwege, um dem Verkehr zu entgehen. Trotzdem bleibt die Frage, ob die Reaktion des Ordnungshüters verhältnismäßig gewesen sein könnte.
Schweigen von der Wache
Laut den im Netz grassierenden Annahmen soll der aggressive Polizist der Thian Thalae Police Station angehören. Eine Bestätigung dafür fehlt jedoch völlig, genauso wie eine offizielle Stellungnahme der Behörde selbst.
Ob der Fahrer oder sein Mitfahrer verletzt worden sind und wie es ihnen geht, ist ebenfalls unbekannt. Absolute Funkstille herrscht auch zur entscheidenden Frage, ob eine interne Prüfung des Vorfalls überhaupt eingeleitet wird.
Das Netz kocht – Zweifel und Verteidigung
Unter dem Video entbrannte sofort ein heftiger Schlagabtausch, die Lager sind gespalten. Viele Nutzer prangern die Gewaltanwendung an und sorgen sich um die Sicherheit der Gestürzten und unbeteiligter Passanten in der Nähe.
Auf der anderen Seite schlagen sich Leute auf die Seite des Gesetzeshüters. Sie spekulieren, der Fahrer habe sich wohl einer Kontrolle entziehen wollen und so das robuste Eingreifen überhaupt erst provoziert.
Schieflage in Lampang und riskante Hilfe in Nakhon Si Thammarat
Der Fall reiht sich in eine unrühmliche Serie von Vorfällen ein, die thailändische Polizisten in Verruf gebracht haben. Erst im März kam es in Lampang zu einem Einsatz gegen einen 14-jährigen Motorradfahrer, bei dem dieser verletzt wurde.
Und im Mai standen zwei Polizisten aus Nakhon Si Thammarat massiv in der Kritik. Sie hatten kurzerhand zwei Oberschüler in eine Festnahme eingespannt, weil sie einen Motorradfahrer dingfest machen wollten.
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Bislang keine Untersuchung bestätigt
Während alte Wunden aus Lampang und Nakhon Si Thammarat noch nicht verheilt sind, droht mit dem rüden Schubser auf Bangkoks Gehweg das nächste Debakel. Eine Entscheidung über mögliche Konsequenzen oder interne Ermittlungen zu dem neuen Vorfall steht völlig in den Sternen.
Die Beamten der Thian Thalae Police Station mauern, während die brisanten Videobilder immer weiter die Runde machen. Der Druck, endlich Klarheit zu schaffen, wird mit jedem Tag größer.
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