Die meisten zahlen keine Einkommenssteuer

Nur 1% der Steuerzahler stemmt Thailands Einkommensteuer. Eine neue Studie zeigt, wie wenige tatsächlich zahlen und wer die Hauptlast trägt.

Die meisten zahlen keine Einkommenssteuer
Nation

BANGKOK – Nur eine winzige Gruppe von Spitzenverdienern stemmt mehr als die Hälfte aller Einkommensteuereinnahmen Thailands. Neue Regierungsdaten zeigen: Von 12,57 Millionen Steuererklärungen im Jahr 2024 waren nicht einmal 41 Prozent tatsächlich steuerpflichtig. Das oberste eine Prozent der Einkommensbezieher allein trug 50,1 Prozent zur gesamten Lohn- und Einkommensteuer bei.

Top-Verdiener: 30.000 Menschen zahlen ein Viertel aller Steuern

Nur 30.000 Personen in Thailand erzielten ein Nettoeinkommen von mehr als 5 Millionen Baht. Diese winzige Gruppe – 0,2 Prozent aller Steuererklärungs-Einreicher – überwies 71,52 Milliarden Baht an das Finanzamt.

Damit bestreitet dieses kleine Spitzensegment 25,7 Prozent des gesamten Steueraufkommens von 278,18 Milliarden Baht. Zusammen mit den Einkommen zwischen 2 und 5 Millionen Baht konzentriert das reichste eine Prozent die Hälfte aller Einnahmen auf sich.

Fast 60 Prozent zahlen gar keine Einkommensteuer

7,43 Millionen Menschen, die 2025 ihre Steuererklärung für 2024 einreichten, blieben ohne jede Steuerlast. Das sind 59,1 Prozent aller Einreicher.

Ihr Einkommen lag im gesetzlichen Freibetrag von 0 bis 150.000 Baht. Nur 5,14 Millionen Steuerzahler waren tatsächlich steuerpflichtig.

Regierungsdaten belegen extreme Schieflage

Die vom Haushaltsausschuss veröffentlichten Daten basieren auf den Steuererklärungen P.N.D. 90 und P.N.D. 91. Sie zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen der erwerbsfähigen Bevölkerung und den tatsächlichen Steuerzahlern.

Der Ausschuss bezeichnet die Struktur der Steuerbasis als ein Hauptanliegen. Die Steuerlast lastet auf einer schmalen Schulter – mit entsprechenden Risiken für den Staatshaushalt.

46,99 Milliarden Baht fließen zurück

Gleichzeitig beliefen sich die Steuerrückerstattungen für zu viel gezahlte Abgaben auf 46,99 Milliarden Baht. Diese Summe mindert die effektiven Einnahmen zusätzlich.

Für den Staat ergibt sich daraus eine doppelte Belastung: Eine kleine Gruppe zahlt den Löwenanteil, während gleichzeitig hohe Rückerstattungen die Kasse schmälern.

Regierung steht vor Reformdruck

Die Daten unterstreichen die Schwierigkeiten, die Steuerbasis zu verbreitern. Der Großteil der Einkommen bleibt unter der steuerpflichtigen Schwelle. Für die Regierung wird die Reform der Einnahmenstruktur damit zur zentralen Herausforderung, um den Haushalt langfristig auf stabile Beine zu stellen.

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Quelle: Nation (Business) Thailand
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17 Kommentare zu „Die meisten zahlen keine Einkommenssteuer

  1. Der Anteil der EK-Steuer an den Gesamteinnahmen des Staates liegt in Deutschland beispielsweise bei 49%. In Thailand bei lockeren 11%. Wobei sich irgendwann schon mal die grundsätzliche Frage stellen muss, ob es noch immer der richtige Weg ist das durch Arbeit erzielte Einkommen nach wie vor unverändert abzuschöpfen.

    1. Oskar, Du bist doch der Verfechter der ungeregelten Migration, der Ukraine Hilfen und Buergergeldempfaenger. Der Staat hat Rekordsteuereinnahmen diese langen nicht und das Sondervermögen wurde zum grossen Teil zweckentfremdet und ist aufgebraucht. Die Abgaben der Steuerzahler werden steigen , nur die Steuerzahler werden immer weniger.

        1. Verstehe ich nicht, sorry, Einkommen aus Arbeit können nur entlastet werden, wenn die Ausgaben des Staates verringert werden. Warum ist das eine [entfernt] Behauptung?

          Redaktioneller Hinweis: Teile dieses Kommentars, die gegen die Regeln verstoßen haben, wurden entfernt.

          1. Diese Frage ist in der Tat interessant. Zuerst einmal ist das Gefühl von Sicherheit sehr subjektiv. Erst vor kurzem habe ich mich mit einem Bekannten dazu unterhalten der aus Downtown Frankfurt kommt. Der argumentiert aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen ganz anders als z.B. ich, der faktisch vom Land und das aus Bayern stammt. Wie subjektiv unterschiedlich die Wahrnehmung sein kann, zeigen auch andere Beispiele. Ein Freund der sich seit Jahren in der Nightlife-Szene von Pattaya bewegt beurteilt das Thema Sicherheit und Kriminalität ganz anders als ein anderer Bekannter aus den Tiefen des Isan.
            Aber was mich betrifft, wenn das Gefühl von Sicherheit ein erheblicher Grund wäre wo ich lebe, dann würde ich aus persönlichen und rechtlichen Gründen wieder in Bayern leben. Noch zumindest. Abgesehen davon, ich lebe hier auch nicht in einer Diaspora und/oder weil es in Deutschland so fürchterlich furchtbar wäre. Ich lebe hier, weil es da so ganz anders ist. Eine völlig andere Gesellschaftsform, Kultur und Zusammenleben wie wir das aus Europa kennen. Und weil es hier auch ganz schön ist und meistens warm bis heiß was meinen alten Knochen guttut. Naja, das mit der Diaspora könnte sich vielleicht noch ändern, falls sich die aktuellen Trends in Deutschland weiter so entwickeln würden. Glücklicherweise kann ich mir das aussuchen, zumal ich aus dem Alter raus bin wo ich aus beruflichen Gründen, teilweise mehrfach pro Jahr nach Deutschland musste.
            Abschließend, ich habe während meines Berufslebens überwiegend im Ausland gelebt und gearbeitet. Von UK, der Schweiz bis Spanien und Italien (sowie Thailand natürlich). Ferner in 10 weiteren europäischen Ländern, aber dort nicht auch gewohnt. Kurz zusammengefasst, insgesamt besser als in Deutschland habe ich es dort nirgends erlebt. Am nächsten wäre noch die Schweiz gekommen. Oder Österreich, dahin hätte ich zeitweise nur 5 km gehabt…

  2. …ein schon lange gehegter Verdacht wird mir damit bestätigt, Einkommensteuer ist für viele Thai’s ein Fremdbegriff. Denn wenn ich in meinem Bekanntenkreis von meinen sechsstelligen Steuerzahlungen berichte, stoße ich nur auf Verwunderung und den Ratschlag es nicht tun zu müssen, da ich ja nichtmal ein Gewerbe betreibe.

  3. Der Artikel zeigt wieder mal: Je mehr Reiche es gibt, umso besser geht es dem Land bzw. den Bürgern. Und Nachbemerkung: Reich wird man nur, wenn man anderen einen großen oder vielen einen kleinen Vorteil verschafft, also jeweils eine Win-Win-Situation generiert. Den Reichen muß man danken. Tut man aber nicht. Im Gegenteil.

  4. Vor zwei Jahren, als die Steuer für Auslands Überweisungen nach Thailand diskutiert wurde, war die Antwort von einer studierten Juristin und einer Pädagogin: nichts machen, wenn die Geld wollen wird man benachrichtigt.

    1. Ob bei uns im Finanzamt studierte Juristinnen sitzen entzieht sich meiner Kenntnis. Aber auch dort bekam ich damals, als ich meine TIN bekommen habe, selbige Auskunft. Alles erledigt, nichts mehr machen, schönen Tag noch.

      1. Thailand lässt vieles im grauen Bereich durchgehen, um es dann bei Bedarf gegen dich zu verwenden. Das dürfen wir beim Steuerthema vermutlich auch erwarten…
        Zumindest mit einer thailändischen Ehefrau ohne eigenes Einkommen lässt sich die Steuersituation sinnvoll gestalten.

        1. Hallo Freddy, wie gestaltest Du die Steuersituation mit Deiner thailändischen Ehefrau? Überweist Du ihr Geld und deklarierst es als Schenkung oder gehst Du einfach maximal ans Limit von ca. 310’000 Baht damit keine Steuern anfallen?

          1. Sowohl als auch, und zwar so, dass geringe Steuern anfallen. Mir ist es egal ob ich einen überschaubaren Betrag zu zahlen habe, 8000 bis 10 000 THB

  5. Altbekannte Tatsache ist, wenn das Geld knapp wird, rechnet man genauer nach.
    Nicht nur Klima und Umwelt werden zunehmend dramatischer und werden mehr kosten, als Viele ahnen.
    Genau wie Immi, Police und Zollbehörden die Zügel stärker anziehen, wird die Steuerbehörde es früher oder später auch tun. Langsam aber stetig.
    Aussagen wie ‚… eine studierte Juristin hat aber gesagt‘ kann man dann nutzen, wenn die Forderungen zur Steuernachzahlung kommen. Die Juristin wird dann sicherlich dafür aufkommen.
    Da versuche ich lieber, vorhersehbare Risiken zu minimieren. Gerade hier, wo ich als GAST meistens der Verlierer bin.

    1. Das hängt von der persönlichen Situation ab. Da es hohe Freibeträge gibt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass keine oder nur ein vergleichsweise kleiner Betrag an Steuern zu entrichten ist. Außerdem gibt es das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland (bzw. Österreich/Schweiz) Das entbindet einen aber nicht von der Pflicht, eine Steuererklärung fristgerecht abzugeben, wenn man in Thailand steueransässig ist.

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