BANGKOK, Thailand – Thailands Gesundheitsministerium rüstet sich für eine Feinstaubsaison, die schlimmer werden könnte als die vorige. Von November bis Mai ist besondere Wachsamkeit nötig. Schützen will das Ministerium vor allem rund 16 Millionen Menschen aus Risikogruppen. Der stellvertretende Staatssekretär Sarawut Boonsuk kündigte dafür fünf Vorbereitungsschritte an.
Über 60 Provinzen mit zu viel Feinstaub
In den drei Jahren von 2024 bis 2026 lag die Feinstaubbelastung in mehr als 60 Provinzen über dem Grenzwert. 40 davon gelten als Hochrisikogebiete, und zwar im Norden, im Nordosten sowie in Bangkok und dem Umland.
Dort überschritt der Durchschnittswert drei Jahre in Folge die Marke von 37,5 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Zahlen nannte Sarawut nach einer Videokonferenz zur medizinischen Vorbereitung auf die Saison 2027.
Super-El-Niño verschärft die Lage
Für die kommenden Monate erwartet das Ministerium ein Super-El-Niño, das sich verstärken und eine lange Trockenzeit auslösen soll. Die Belastung mit Feinstaub der Größe PM2.5 fiele dann höher aus als im Jahr zuvor.
Deshalb will das Ministerium nicht abwarten, sondern früh handeln. Vorbeugende Maßnahmen sollen stehen, bevor die Werte steigen.
App „Sichere Zone“ als Anlaufstelle
Als wichtigstes Werkzeug soll die App „Sichere Zone“ dienen. Sie sammelt die Standorte staubfreier Räume und von Staubschutz-Netzen und führt zu den Kliniken für Umweltverschmutzung.
Diese Kliniken arbeiten vor Ort und online per Telemedizin. Wer Beschwerden hat, kann sich ohne Anreise von Ärzten beraten lassen und seine Symptome sofort einschätzen lassen.
Risikogruppen bekommen Karte und Register
Gesundheitsamt, Seuchenschutzbehörde, Fachzentren und Provinzen erstellen gemeinsam eine Karte samt Register der gefährdeten Menschen. Im Mittelpunkt stehen Patienten mit Atemwegs-, Herz- und Gefäßleiden sowie Allergien.
Dazu zählen auch Kleinkinder, Schwangere und ältere Menschen. Aus den Daten soll eine persönliche Gesundheitswarnung entstehen, außerdem sollen Ärzteteams Betroffene zu Hause aufsuchen.
Pläne und Geld für jede Provinz
Alle Provinzen und Gesundheitsregionen müssen ihr Risiko einschätzen und einen Einsatzplan aufstellen. Besonders gefordert sind die Hochrisikoprovinzen.
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Das Geld wird vor Ort gebündelt, gemeinsam mit den Gouverneuren, den Katastrophenschutzämtern der Provinzen, den Kommunen und dem lokalen Gesundheitsfonds der Gesundheitssicherungsbehörde NHSO. So sollen Doppelungen entfallen. Auch mit Umweltbehörden und weiteren Partnern soll eng zusammengearbeitet werden.
Kontrolle von der Provinz bis ins Ministerium
Gesundheitsinspektoren, Provinzgesundheitsämter, Krankenhausdirektoren und die Fachzentren vor Ort überwachen die Umsetzung. Sie stimmen sich sowohl in den Regionen als auch mit der Zentrale des Ministeriums ab.
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