Bangkok – Eine ehemalige Schönheitskönigin hat bei der thailändischen Sonderermittlungsbehörde DSI Anzeige erstattet. Sie wirft zwei nicht lizenzierten Forex-Brokern vor, sie um mehr als 70 Millionen Baht betrogen zu haben. Das entspricht rund 1,9 Millionen US-Dollar.
Razzia gegen illegale Devisenhändler
Am 19. Juni trat Teerayapha Wijitmaneewat – besser bekannt als Phet – vor das DSI-Gebäude in Bangkok. Nur drei Tage zuvor hatten Beamte eine Razzia gegen illegale Forex-Operationen gestartet.
Phet gab dort ihre Zeugenaussage ab. Sie nennt zwei der vom DSI ins Visier genommenen Broker namentlich und beschuldigt sie eines organisierten Betrugssystems.
„Sie sperrten mich einfach aus“
Die Masche sei immer gleich abgelaufen, sagt Phet: Während sie profitabel handelte, änderten die Broker heimlich ihr Kontopasswort. Dann kappten sie die Verbindung zwischen ihrem Portfolio und dem Server.
„Ich war ausgesperrt, bevor das Konto zusammenbrach“, schildert sie. Diese Prozedur habe sich mehr als 20 Mal wiederholt. Phet spricht von einem geplanten Vorgehen.
Zehntausende Dollar pro Konto verloren
Jedes Mal seien zwischen 20.000 und 30.000 US-Dollar pro Konto vernichtet worden. Ein Teil des Gesamtschadens von über 70 Millionen Baht stamme aus ihren eigenen Trades, räumt sie ein.
Den weit größeren Rest führt sie auf gezielte Eingriffe der Broker zurück. Sie übergab den Ermittlern detaillierte Aufzeichnungen über Unregelmäßigkeiten im Chart-Verhalten mehrerer Konten.
Forex-Handel wie Glücksspiel
Angefangen habe alles durch eine Freundin, die sie in den Währungs- und Goldhandel einführte. Phet vergleicht diesen Handelsstil heute mit Glücksspiel – vor allem für Anleger ohne ausreichend Kapital oder Disziplin.
Zudem entziehe das System der thailändischen Wirtschaft Geld, weil die meisten Gelder ins Ausland flössen. Sie fordert die Behörden auf, die Branche endlich zu regulieren.
Kritik an Behörden und eigene Fehler
Online wird sie beschimpft, sie habe einfach schlecht gehandelt. Diesen Vorwurf weist Phet zurück. Die aufgezeichneten Unstimmigkeiten in den Charts zeigten systematische Manipulationen.
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Sie will den Fall juristisch durchkämpfen. Ihre Beweise liegen nun beim DSI. Phet betont, sie sei nicht bereit, die Verluste einfach hinzunehmen.
Psychischer Druck und Kampfgeist
Die enorme Summe hat tiefe Spuren hinterlassen. Phet spricht offen von ernsthaftem Stress und früheren Gedanken, sich selbst etwas anzutun. Sie sei aber entschlossen, ihr Leben neu aufzubauen.
Gegenüber Reportern sagte sie, sie wolle andere warnen und die Branche zur Rechenschaft ziehen. Der Fall liegt jetzt bei der Sonderermittlungsbehörde.



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