Sehr geehrte Redaktion,
ich wende mich an Sie, weil ich nicht mehr weiterweiß, und hoffe, dass einer Ihrer Leser einen Rat für mich hat. Vielleicht hatte schon jemand ein ähnliches Problem und kann mir sagen, was ich tun soll.
Eine Formsache, die keine war
Ich lebe in Thailand und besitze seit Jahren einen Führerschein für Auto und Motorrad. Vor Kurzem musste ich beide verlängern lassen, denn nach fünf Jahren läuft hier die Gültigkeit ab. Also bin ich zur DLT (Department of Land Transport) gegangen, habe die Unterlagen eingereicht und dachte, das sei reine Formsache.
Doch dann kam die Ablehnung. Der Sachbearbeiter erklärte mir, mein Antrag könne nicht bearbeitet werden, weil auf meinen Namen noch offene Verkehrsstrafen unbezahlt seien. Erst wenn alle Strafen beglichen sind, könne man mir den Führerschein verlängern.
Die Spur führt zu einem Motorrad, das ich längst verkauft habe
Ich war völlig überrascht, denn ich bin immer brav und zahle meine Strafen sofort – entweder an Ort und Stelle, wenn mich die Polizei anhält, oder per Überweisung, wenn ich einen Strafzettel bekomme. Ich wusste wirklich von nichts und bin deshalb zur Polizei gegangen, um nachzufragen.
Nach einiger Recherche kam die Wahrheit ans Licht, und die ist ziemlich ärgerlich: Vor etwa fünf Jahren habe ich mein Motorrad verkauft, an einen anderen Ausländer wie mich. Wir waren uns handelseinig, er zahlte bar, ich übergab ihm das Motorrad samt Papieren. Ich nahm an, er würde das Fahrzeug auf sich ummelden – so macht man das doch normalerweise. Vielleicht war ich zu naiv, aber ich hielt das für selbstverständlich.
Strafzettel an eine Adresse, die ich längst verlassen hatte
Wie sich jetzt herausstellt, hat der Käufer die Ummeldung nie vorgenommen. Das Motorrad ist bis heute auf meinen Namen zugelassen. Und der Mann, den ich inzwischen nicht mehr finden kann und dessen genauen Namen ich nicht einmal mehr zusammenbekomme, hat mit dem Fahrzeug mehrfach gegen Verkehrsregeln verstoßen.
Die Strafzettel gingen alle an meine damalige Adresse. Ich war zu diesem Zeitpunkt aber bereits umgezogen und habe die Post nie erhalten. Also wurden die Strafen nie bezahlt, und jetzt stehe ich als vermeintlicher Übeltäter da. Die DLT bleibt hart: Für sie bin ich der eingetragene Fahrzeughalter, also bin ich verantwortlich. Ohne Bezahlung der Strafen gibt es keine Führerscheinverlängerung.
Zahlen, anzeigen oder abwarten – was tun?
Jetzt weiß ich nicht, was ich tun soll. Soll ich einfach die Strafen bezahlen, auch wenn ich nichts dafür kann? Die Summe ist nicht riesig, aber es ärgert mich, für die Vergehen eines anderen aufzukommen. Oder soll ich Anzeige erstatten? Die Polizei meinte, ich könnte den Verkauf und die fehlende Ummeldung anzeigen. Aber wird die DLT das akzeptieren, oder sitze ich am Ende trotzdem auf den Kosten und Strafen fest?
Hat jemand Erfahrung mit so etwas? Kann man den Sachverhalt bei der DLT klarstellen, auch ohne dass der Käufer gefunden wird? Oder bleibt mir wirklich nichts anderes übrig, als zu zahlen?
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Ich bin für jeden Rat dankbar.
Mit freundlichen Grüßen,
Ein ratloser Leser in Thailand



Wie naiv muss man sein um ein Motorrad zu verkaufen und die Ummeldung nicht zu machen! Da kann man nur sagen selber Schuld.
Ganz so einfach ist es in der Praxis nicht: Die Ummeldung eines Motorrads liegt rechtlich allein in der Hand des Käufers. Wechselt das Fahrzeug zudem die Provinz, verliert sich die Spur für den Verkäufer fast vollständig. Eine verlässliche Überprüfung des Status quo ist für ihn kaum zu realisieren.
Zwar besteht theoretisch die Möglichkeit, nach einer gewissen Frist beim Department of Land Transport (DLT) nachzuhaken, doch dieses Verfahren erweist sich meist als extrem hürdenreich. Unterm Strich bleibt das Problem: Verkäufer haben derzeit keine Möglichkeit, die tatsächliche Ummeldung schnell, unkompliziert und rechtssicher zu überprüfen.
Schnell, unkompliziert und rechtssicher überprüfen vielleicht nicht. Aber mit dem Käufer zum DLT und dort den Roller zusammen ummelden sollte möglich sein. Und natürlich mache ich ein Foto vom Pass oder der Pink ID, vor allem, wenn der Mann in einer anderen Provinz wohnt.
Ganz einfach…Bezahlen!
Sei froh das der Käufer keine kriminelle Handlungen mit Deinem Motorrad´begangen hat,dann hättest Du wirklich Probleme!
Oder sogar einen Unfall mit Fahrerflucht,der mit einer Kamera gefilmt wurde!!!
In Deutschland würdest Du ja auch kein Fahrzeug ohne Kaufvertrag und Personalien des Käufers verkaufen!
Also,sorry,eigene Dummheit,oder zumindest Leichtsinnig!
Meine Frau hat in den letzten 5 Jahren 3 Motorräder an Thais verkauft.
Immer mit Kaufvertrag (mit Verpflichtung zur umgehenden Ummeldung) und Kopie der ID-Card. (Den Kaufvertrag kann man als Vordruck erwerben). Anschließend ging meine Frau umgehend zur Polizei und zeigte mit Kaufvertrag und ID-Card-Kopie den Verkauf an und lies sich das von der Polizei bestätigen. Womit sie jederzeit den Verkauf nachweisen kann.
Kostenpunkt Polizei 20 Baht.