Thailand – Das Hantavirus ist in Thailand seit Jahrzehnten bekannt, doch Prof. Dr. Yong Poovorawan stuft das Risiko für die Bevölkerung als sehr gering ein. Der Virologe betont: Es handelt sich um andere Stämme als jene, die derzeit international für Schlagzeilen sorgen. Eine besondere Sorge sieht er für Thailand nicht.
Yong ordnet die Lage ein
Prof. Dr. Yong Poovorawan, Leiter des Zentrums für klinische Virologie an der medizinischen Fakultät der Chulalongkorn-Universität, veröffentlichte dazu eine Einschätzung für Thailand. Sein Thema war klar: Ist das Hantavirus für Thailand beängstigend?
Seine Antwort fällt deutlich aus. Das Virus komme in Thailand seit langem vor, doch die hier bekannten Varianten seien andere als die aktuell diskutierten Stämme.
So wird das Virus übertragen
Hantaviren gehören zur Familie der Hantaviridae und sind RNA-Viren. Als wichtigste Wirte gelten Ratten und andere Nagetiere.
Menschen stecken sich meist an, wenn sie Staub oder Ausscheidungen von Nagetieren einatmen oder damit in Kontakt kommen. Genannt werden Urin, Kot und Speichel; ein Rattenbiss ist möglich, aber selten.
Welche Beschwerden auftreten können
Zu den typischen Symptomen zählen hohes Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. In schweren Fällen kann es zu Nierenversagen, Blutungen, Lungenödemen und Atemversagen kommen.
Weltweit wird die Krankheit in zwei Gruppen eingeteilt: HFRS mit Nierenproblemen, vor allem in Asien und Europa, sowie HPS mit Lungen- und Atemwegsbeschwerden, das vor allem in Amerika, besonders in Südamerika, vorkommt.
Thailand bleibt bei sehr geringem Risiko
In Thailand wurden Hantaviren und Antikörper gegen den Erreger bereits bei Nagetieren und auch bei Menschen nachgewiesen. Besonders erwähnt werden Bandikotratten sowie bestimmte Gruppen wie Landwirte und Personen mit engem Kontakt zu Ratten.
Nach Einschätzung von Yong ist die Krankheit in Thailand sehr selten. Das Risiko für das Land werde als sehr gering bewertet, und es gebe keinen Grund zur Besorgnis.
Die gefährlichste Variante in Südamerika
Von Mensch zu Mensch ist das Virus im Allgemeinen kaum übertragbar. Eine Ausnahme bildet die Andes-Variante aus Südamerika, die derzeit in den Nachrichten ist und eine Sterblichkeitsrate von 30 bis 40 Prozent hat. Für Thailand sieht Yong dennoch keine unmittelbare Gefahr. Das Hantavirus sei hier seit mehr als 40 bis 50 Jahren bekannt, aber eben in anderen Varianten als die, die derzeit international Aufmerksamkeit bekommen.
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