BANGKOK – Das milliardenschwere Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt zur Anbindung der drei Flughäfen Don Mueang, Suvarnabhumi und U-Tapao steht vor dem finanziellen Kollaps. Ein parlamentarischer Ausschuss stellte am Donnerstag fest, dass der von der CP Group geführte Deal unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragfähig ist. Während die Regierung nun über eine Komplettkündigung oder eine günstigere Langsam-Variante nachdenkt, droht dem 224,5-Milliarden-Baht-Vorhaben das endgültige Aus.
Parlamentarier stellen Projekt finanziell infrage
Der zuständige Hausausschuss für Justiz und Staatsunternehmen kam nach einer Befragung von Vertretern der State Railway of Thailand (SRT) und des Konsortiums Asia Era One zu einem vernichtenden Urteil. Höhere Kreditkosten und die veränderte Wirtschaftslage haben das ursprüngliche Modell kaufmännisch unkalkulierbar gemacht.
Obwohl beide Seiten offiziell am Projekt festhalten wollen, zweifeln die Abgeordneten an der Realisierbarkeit. Das 2018 vom Kabinett genehmigte Prestigeprojekt sollte auf 220 Kilometern die drei Airports mit Tempo 250 verbinden, doch seit der Vertragsunterzeichnung 2019 ruhen die Hauptbauarbeiten.
Banken verweigern Kredite – Baustart blockiert
SRT-Gouverneur Anan Phonimdaeng räumte ein, dass das Konsortium bis heute keine Finanzierung auftreiben konnte. Den Finanzinstituten ist das Risiko zu hoch, das Vertrauen in die Wirtschaftlichkeit des Megaprojekts fehlt völlig.
Für den offiziellen Baubeginn fehlt zudem weiterhin die Genehmigung des Board of Investment (BOI). Die Übergabe der Korridore und Gewerbeflächen in Makkasan und Si Racha ist zwar erfolgt, doch ohne das BOI-Go bleibt die erlösende „Notice to Proceed“ blockiert.
Ausschusschef fordert saubere Trennung
Ausschussvorsitzender Wayo Assawarungruang von der People’s Party hält das BOI-Thema nicht für das Kernproblem. Er argumentiert, dass der Konzessionär das Vorhaben wegen gestiegener Zinsen und globaler Verwerfungen schlicht nicht mehr für wirtschaftlich haltbar ansieht.
Sein drastischer Vorschlag: eine einvernehmliche Vertragsauflösung per Vergleichsvereinbarung. So könnten beide Seiten ihre Verluste abrechnen und einen jahrelangen Rechtsstreit vermeiden, während der Staat die bereits enteigneten Grundstücke anderweitig nutzt.
Abgeordneter: "Von Anfang an überdimensioniert"
Noch deutlicher wurde Surachet Pravinvongvuth, ebenfalls Liste der People’s Party. Er fordert die komplette Streichung des CP-gestützten Projekts und nennt es rückblickend eine planerische Fehlgeburt, die unnötig teuer ist.
Statt einer neuen Normalspurstrecke für 250 km/h solle die Regierung lieber die vorhandene zweigleisige Infrastruktur ausbauen. Mit gleichem Geldeinsatz könne man das konventionelle Netz bis nach Chanthaburi oder Trat verlängern und den öffentlichen Nahverkehr stärken, so Surachet.
Regierung prüft günstigen Plan B mit Tempo 160
Im Hintergrund werkelt das Eastern Economic Corridor Office (EECO) bereits an einer kostengünstigeren Alternative. Generalsekretär Chula Sukmanop bestätigte Pläne, die bestehende Eastern Line auf Meterspur für Geschwindigkeiten bis 160 km/h aufzurüsten.
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Diese Lösung sieht Gleisverbesserungen, Hochbahnabschnitte und eine Elektrifizierung bis U-Tapao vor. Statt sieben bis acht Jahren Verzögerung durch eine mögliche Neuausschreibung wäre diese Variante in etwa vier Jahren betriebsbereit.
Pattaya-Connection: "Build as you pay" als letzte Rettung
Das EEC-Politikkomitee unter Vorsitz von Premierminister Anutin Charnvirakul wird das Projekt im August auf den Prüfstand stellen. Zur Debatte steht ein von der SRT ausgehandeltes „Build-as-you-pay“-Modell, bei dem staatliche Zahlungen schon während der Bauphase fließen würden.
Kritiker wie Surachet warnen jedoch, dass eine solch grundlegende Vertragsänderung ein gefährlicher Präzedenzfall für andere Regierungsaufträge wäre. Sollte keine Einigung gelingen, rückt die endgültige Kündigung des gesamten Deals in greifbare Nähe.
Entscheidung im August besiegelt Schicksal
Die SRT wartet nach einem Treffen am 8. Mai noch auf die finale Antwort von Asia Era One auf die Vertragsrevision. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte den überarbeiteten Kontrakt bereits Anfang Juni trotz 18 Anmerkungen grundsätzlich durchgewinkt. Surachet drängt auf eine geordnete Abwicklung, bevor die finanziellen Wunden größer werden. Da die Bagger noch nicht angerollt sind, hält sich der beiderseitige Schaden im Verhältnis zum Gesamtvolumen noch in Grenzen – eine gütliche Scheidung erscheint machbar.
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Da werden meine Enkel aber traurig sein! Hatten die sich doch schon so darauf gefreut mit ihren dann Kindern einmal mit dieser schnellen S-Bahn zwischen den Flughäfen zu cruisen.