BANGKOK – Thailand droht eine klimatische Zeitbombe. Ein führender Klimaforscher warnt: Bei ungebremster globaler Erwärmung könnten die Temperaturen in Teilen des Landes auf unerträgliche 49 Grad Celsius klettern. Besonders der untere Norden, die Zentralregion und der Nordosten stehen vor einer extremen Hitzebelastung, die das Leben dort radikal verändern würde.
Experte warnt vor unerträglichen 49 Grad in Sukhothai
Außerordentlicher Professor Dr. Seree Supratid, Direktor des Climate Change and Disaster Centre an der Rangsit-Universität, hat mit einer düsteren Prognose aufgeschreckt. Seine Berechnungen zeigen, dass die Provinz Sukhothai im schlimmsten Fall eine Höchsttemperatur von 49 Grad Celsius erreichen könnte.
Voraussetzung für diesen Extremwert ist ein globales Erwärmungsszenario von drei Grad, bei dem keine zusätzlichen Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden. In einem Facebook-Post malt Seree ein heißes Bild der Zukunft und fragt direkt, welche Provinzen der extremen Hitze trotzen müssen.
Globale Vorboten einer gefährlichen Entwicklung
Seree sieht die Welt längst auf dem Weg in eine heißere Zukunft. Als Belege nennt er die jüngsten Rekordtemperaturen von 40 bis 45 Grad in Europa und 46,9 Grad in Indien.
Diese Entwicklungen deuten für ihn auf ein Zwei-Grad-Szenario hin, das er als „adapt to survive“ beschreibt – zu Deutsch: Anpassung, um zu überleben. Die Verschiebung sei unumkehrbar, so seine eindringliche Warnung, und sie erfordere sofortiges Handeln.
Die Drei-Grad-Welt als bitterer schlimmster Fall
Das Zentrum hat zwei Szenarien durchgerechnet. Das zweite und schlimmste Szenario geht von einer globalen Erwärmung um drei Grad aus und unterstellt, dass keine weiteren Klimaanpassungen über den heutigen Stand hinaus erfolgen.
In dieser Hitze-Hölle würden sich die extrem heißen Zonen, auf Karten in Orange, Rot und Dunkelrot markiert, massiv ausdehnen und intensivieren. Sukhothai stünde im Epizentrum mit möglichen Tageshöchstwerten von 44,18 bis eben fast 49 Grad.
Sukhothai im Zwei-Grad-Szenario bereits im Glutofen
Doch selbst das moderatere Szenario mit zwei Grad globaler Erwärmung ist alarmierend. Provinzen im unteren Norden, der Zentralregion und dem Nordosten würden zu heißen bis extrem heißen Zonen.
Für Sukhothai prognostiziert Seree hier bereits tägliche Höchsttemperaturen von robusten 43,54 bis 46 Grad. Die durchschnittliche Höchsttemperatur läge bei 44,75 Grad – ein Wert, der das öffentliche Leben massiv einschränken würde.
Bangkoks düsterer Ausblick auf das Thermometer
Auch die Hauptstadt Bangkok bliebe nicht verschont. Im Zwei-Grad-Szenario kalkulieren die Klimaforscher mit täglichen Spitzenwerten zwischen 38,73 und 41,79 Grad.
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Die durchschnittliche Höchsttemperatur Bangkoks würde dann bei 40,9 Grad liegen. Eine städtische Gluthitze, die für Millionen Menschen zur täglichen Belastungsprobe würde.
Eskalation der Hitze bei drei Grad Erwärmung
Sollte die Erwärmung auf drei Grad steigen, wird die Lage in ganz Thailand noch bedrohlicher. Für Sukhothai errechnet Seree eine durchschnittliche Höchsttemperatur von unerträglichen 46,76 Grad.
Bangkok müsste sich in diesem Szenario des schlimmsten Falls auf tägliche Höchsttemperaturen von 40 bis 44,9 Grad einstellen. Die durchschnittliche Höchsttemperatur der Metropole stiege auf 43,03 Grad.
Mehr als nur Hitze: Unkalkulierbare Wetterextreme
Seree betont, dass der Anstieg der Temperaturen nur ein Teil des Problems ist. Das gesamte Wettergeschehen werde volatiler und schwerwiegender, was Stürme, Fluten und Dürren unberechenbarer macht.
Die Gesellschaft müsse sich auf diese massive Veränderung vorbereiten. Er stellt die drastische Frage, unter welchen Bedingungen die Menschen dann leben würden und ob man zukünftigen Generationen dieses Schicksal zumuten wolle.
Forscher appelliert an die Regierung zum Handeln
Angesichts der alarmierenden Daten sieht Seree die Regierung in der Pflicht. Sie dürfe diese wissenschaftlichen Prognosen nicht ignorieren und müsse den Übergang zu einer besseren, widerstandsfähigeren Situation aktiv anführen.
Der Schritt von einem „Anpassen zum Überleben“ hin zu einer beherrschbaren Zukunft sei eine politische Gestaltungsaufgabe ersten Ranges. Die wissenschaftliche Warnung steht, die Uhr tickt.
Wissenschaftliche Basis: IPCC-Daten
Die Projektionen des Climate Change and Disaster Centre beruhen auf Klimabewertungsarbeiten, die mit dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) verknüpft sind.
Seree Supratid warnt, dass die klimatische Verschiebung irreversibel sei, und fordert die Regierung auf, die Daten nicht zu ignorieren und den Übergang zu einer widerstandsfähigeren Gesellschaft anzuführen.



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