KANCHANABURI, THAILAND – Die Gesundheitsbehörden wollen ein Pflegezentrum für ältere Menschen in der Provinz Kanchanaburi schließen. Bei einer Kontrolle fanden sie 129 Betten statt der genehmigten 50 und eine Betreuung psychiatrischer Patienten außerhalb der Zulassung. Mehr als 100 Bewohner sollen untersucht und in andere Einrichtungen verlegt werden.
Lizenzentzug soll das Pflegezentrum schließen
Die Behörden ordneten an, die Lizenz des Sothornchai Nursing Home zu widerrufen. Das kommt einer Schließung gleich und geht über eine vorübergehende Aussetzung der Lizenz hinaus.
Die Kontrolle ergab, dass die Einrichtung vorgeschriebene Standards nicht erfüllte und Leistungen außerhalb ihrer Zulassung anbot. Das Zentrum liegt im Bezirk Tha Muang.
129 Betten statt genehmigter 50
Nach Angaben der Behörden durfte das Zentrum 50 Betten betreiben, tatsächlich waren es 129. Auch die genutzte Fläche überschritt die Genehmigung deutlich: Erlaubt waren 1.600 Quadratmeter, genutzt wurden rund 4.300.
Die Behörden beanstandeten außerdem, dass Bewohner mit Gitterkonstruktionen an den Betten festgehalten wurden. Dieser Umstand trug nach ihren Angaben zum Lizenzentzug bei.
Psychiatrische Patienten ohne passende Zulassung betreut
Das Zentrum war als Gesundheitseinrichtung zugelassen, betreute aber auch Patienten mit psychischen Erkrankungen. Nach dem Gesetz müssen diese in medizinischen Einrichtungen mit Ärzten und spezialisiertem Personal behandelt werden.
Die Behörden kritisierten außerdem die Patientenakten. Sie seien nicht ausreichend detailliert und nicht genau genug geführt worden.
Gitterbetten gelten nicht als medizinischer Standard
Das Amt für psychische Gesundheit erklärte, gesicherte Isolationsräume oder Käfigbereiche seien nur in Fällen zulässig, in denen Patienten stark erregt seien oder ein Sicherheitsrisiko darstellten. Für ruhige Patienten und andere Menschen sei das Festhalten in Käfigen oder das Abdecken von Betten kein medizinischer Standard und unter keinen Umständen zulässig.
Patienten berichteten einem Fernsehteam, sie seien bei unkontrollierbarem Verhalten an Betten festgehalten worden. Als sich ihr Zustand gebessert habe, sei dies geändert worden.
Mehr als 100 Bewohner sollen verlegt werden
Im Zentrum lebten mehr als 100 Menschen, die meisten zwischen 18 und 59 Jahre alt. Mehr als 90 Prozent waren psychiatrische Patienten.
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Das Amt will ihren Zustand prüfen und anschließend die Verlegung organisieren. Wo Familien noch keine Entscheidung getroffen haben, sollen die Patienten in Einrichtungen des Amtes weiter versorgt werden. Betroffene reichten auch Beschwerden bei der Polizei ein.
Berichte über Misshandlungen lösten Untersuchung aus
Das Gesundheitsministerium startete am Dienstag eine Untersuchung, nachdem Berichte über körperliche und psychische Misshandlungen sowie menschenunwürdige Lebensbedingungen eingegangen waren. Fotos von Reihen stählerner Gitter über Betten verbreiteten sich in sozialen Medien.
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Der Fall war diese Woche auch durch die Aussage einer älteren Frau in einer Fernsehsendung bekannt geworden. Sie warf ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter vor, sie vor mehr als zwei Jahren durch Täuschung in die Einrichtung gebracht und gegen ihren Willen dort festgehalten zu haben, um die Kontrolle über ein Milliarden-Baht-Unternehmen zu übernehmen. Die Betreiberin, die frühere Krankenschwester Ying „Maew“ Pornsermsiri, muss nach Angaben von Gesundheitsminister Pattana Promphat mit mehreren Anklagen konfrontiert werden.

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