BANGKOK, THAILAND – Fast 20 Millionen Baht Schaden, 56 mutmaßliche Opfer und eine monatelange Flucht: In Bangkok ist ein südkoreanischer Betrugsverdächtiger ins Netz der Polizei gegangen, den Interpol weltweit suchte.
So soll er seine Opfer um ihr Geld gebracht haben
Der 31-jährige Youngkeun soll seinen Landsleuten gleich mehrere Lügengeschichten aufgetischt haben. Mal ging es um angebliche Investitionsschulden, mal um finanzielle Stabilität vor der Hochzeit, mal um eine Entschädigung aus einer Mietobjektversicherung, mit der er versprochene Rückzahlungen winken ließ.
56 mutmaßliche Opfer überwiesen dem Südkoreaner und seinem Komplizen insgesamt über 962 Millionen Won – umgerechnet rund 20 Millionen Baht. Die Taten ereigneten sich laut den südkoreanischen Ermittlern bereits im Februar.
Flucht aus Südkorea – und dann war das Visum längst abgelaufen
Youngkeun soll noch vor dem Zugriff das Land verlassen haben und nach Thailand gereist sein. Die südkoreanischen Behörden erwirkten daraufhin einen Haftbefehl und Interpol setzte den Mann auf die Liste der international gesuchten Personen.
Als die thailändischen Beamten ihm schließlich in der Nähe von Phra Khanong auf die Spur kamen, war seine Aufenthaltserlaubnis bereits seit Monaten hinfällig. Er hatte sein Visum um 279 Tage überzogen und hielt sich ohne gültige Papiere im Königreich auf.
Festnahme in Bangkok: Falsche Identität fliegt auf
Als die Polizei den Südkoreaner stellte, versuchte er sich laut Angaben des Central Investigation Bureau (CIB) als jemand anderes auszugeben. Ausweisdokumente hatte er nicht dabei.
Die Beamten eskortierten ihn zur Phra Khanong Police Station. Dort bestätigten sie wenig später seine wahre Identität und das erloschene Visum.
Thailand und Südkorea beraten über das weitere Vorgehen
Für den Einwanderungsverstoß droht dem 31-Jährigen eine Strafe in Thailand. Gleichzeitig prüfen die Behörden ein Auslieferungsverfahren nach Südkorea, wo ihm wegen der Betrugsvorwürfe ein Prozess bevorsteht.
Thailändische und südkoreanische Ermittler stehen in engem Austausch, um die nächsten Schritte rechtlich abzustimmen. Der Verdächtige sitzt vorerst in Gewahrsam.



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