BANGKOK, Thailand – Ein 31-jähriger Kurierfahrer, der bei einem Zug-Bus-Unfall am Makkasan-Kreuz verletzt wurde, ist selbst zum Angeklagten geworden. Neben Vorwürfen wegen Fahrlässigkeit und einer Behinderung der Bahnstrecke taucht in dem Verfahren auch der Vorwurf des unerlaubten Methamphetaminkonsums auf – den Mann weist er zurück. Er fürchtet Folgen für seine Arbeit und seine Zukunft.
Vom Unfallopfer zum Beschuldigten
Aman Lomae war nach dem Unfall zunächst als Geschädigter von der Polizei vernommen worden. Im Juli erfuhr er, dass er gemeinsam mit fünf weiteren Beteiligten strafrechtlich verfolgt wird.
Zu den Angeklagten gehören laut seinen Angaben unter anderem der Busfahrer, der Zugführer, ein Flaggenwinker, der Fahrer eines Pick-ups und ein weiterer Motorradfahrer. Weil er nicht rechtzeitig eine Kaution hinterlegen konnte, verbrachte Aman eine Nacht im Gefängnis.
Vorwurf des Drogenkonsums zurückgewiesen
Der Kurierfahrer erklärt, er habe nie Drogen konsumiert und habe mit Betäubungsmitteln nichts zu tun. Er verstehe nicht, warum sein Name im Zusammenhang mit Vorwürfen zu Todesfällen und Drogen auftauche.
Im Verfahren geht es neben dem Vorwurf fahrlässiger Handlungen mit Verletzten auch um die Behinderung der Bahnstrecke sowie um den angeblich illegalen Konsum von Methamphetamin. Aman befürchtet, dass die Nennung in einem solchen Verfahren seine Arbeit und spätere Bewerbungen erschweren könnte.
Motorrad stand an der gelben Linie
Am Unfalltag hatte Aman nach eigenen Angaben einen Kunden aus dem Viertel Ratchada zur Chulalongkorn-Universität gebracht. Am Makkasan-Kreuzung staute sich der Verkehr, während die Bahnschranke noch nicht gesenkt war und er kein Zugsignal gehört hatte.
Er fuhr deshalb bis zur gelben Linie und hielt dort an, um den Gleisbereich möglichst zu verlassen. Kurz darauf prallte der Zug gegen einen Bus. Der Bus stieß anschließend gegen weitere Fahrzeuge und mehrere Motorräder, darunter auch Amans Maschine.
Kunde ins Krankenhaus gebracht
Bei dem Zusammenstoß wurden Aman und sein Kunde leicht verletzt. Aman brachte den Kunden zunächst zum Krankenhaus Rama 9, wo dieser nicht behandelt werden konnte, und fuhr ihn anschließend in ein anderes Krankenhaus.
Danach meldete er sich bei der Polizei, ließ den Vorfall aufnehmen und gab als Geschädigter eine Aussage ab. Auf Bitte der Beamten brachte er auch den Kunden zur Vernehmung. Seine beschädigte Maschine wurde von der Versicherung mit 31.000 Baht entschädigt; mit dem Geld zahlte er die Anzahlung für ein neues Motorrad.
Prüfung durch Polizei und Staatsanwaltschaft
Ekkaphop Lueangprasert dem Gründer der Seite „Sai Mai Tong Rot“ erklärte, das Anhalten an der gelben Linie könne bei einem Unfall Fragen zur Fahrlässigkeit und zur Behinderung der Gleise aufwerfen. Diese Punkte ließen sich anhand der bekannten Ereignisse prüfen.
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Polizeioberst Uramporn Khundechsamrit von der Polizeistation Makkasan teilte mit, die Angaben müssten zunächst überprüft werden. Die Ermittlungsakte liegt bereits bei der Staatsanwaltschaft; dass Aman als Angeklagter aufgeführt ist, bedeute nicht automatisch, dass gegen ihn alle Vorwürfe der anderen Angeklagten erhoben würden. Ohne Beweise für Drogenkonsum müsse der Fall anhand der jeweiligen Fakten und Beweislage beurteilt werden.
Eintrag bedeutet noch keine Schuld
Die Staatsanwaltschaft prüft die Akte und hat Anklage beim Gericht erhoben. Aman soll sich direkt an den zuständigen Staatsanwalt wenden, um zu klären, welche Vorwürfe tatsächlich gegen ihn erhoben werden und welche Angaben nur das Verhalten anderer Beschuldigter betreffen.
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Die Aufnahme als Angeklagter bedeutet außerdem nicht automatisch, dass er schuldig ist oder als Straftäter gilt. Das Gericht muss den Fall noch prüfen; bei einem Freispruch gilt Aman in diesen Punkten nicht als bestraft.


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