BANGKOK, Thailand – Cannabis ist in Thailand weiterhin legal, aber nur noch im medizinischen Rahmen. Für den Kauf von Cannabisblüten ist ein gültiges PT33-Rezept nötig; Verkauf für Freizeitzwecke, öffentlicher Konsum und Onlinehandel sind nicht erlaubt.
PT33-Rezept ist Voraussetzung für Cannabisblüten
Ein zugelassener medizinischer Anbieter stellt das PT33-Rezept für eine bestimmte Erkrankung, eine festgelegte Menge und einen begrenzten Zeitraum aus. Das Rezept gilt etwa 30 Tage.
Wer Cannabisblüten ohne gültige Verschreibung besitzt, handelt außerhalb des erlaubten Rahmens. Für öffentlichen Konsum können Geldstrafen von bis zu 25.000 Baht verhängt werden.
Neue Regeln beendeten den offenen Verkauf
Im Juni 2022 strich Thailand Cannabis aus dem Betäubungsmittelrecht. Danach entstanden landesweit zahlreiche Verkaufsstellen, und bis 2023 gehörten die Shops für viele Touristen zum Reisebild.
Am 26. Juni 2025 stufte das Gesundheitsministerium Cannabisblüten als „kontrolliertes Kraut“ ein. Im September 2025 stellte die zuständige Behörde klar, dass Cannabis nur noch für fünf zugelassene Erkrankungen und mit Rezept abgegeben werden darf.
Verkaufsstellen brauchen medizinisches Personal
Seit Januar 2026 muss während der gesamten Öffnungszeit ein zugelassener medizinischer Behandler vor Ort sein. Gemeint ist ein qualifizierter Arzt oder eine Pflegekraft, die Patienten beraten und PT33-Rezepte ausstellen kann.

Im April 2026 wurden die erlaubten Standorte weiter eingeschränkt. Cannabis darf demnach in medizinischen Einrichtungen, Apotheken, Geschäften für pflanzliche Produkte und am Arbeitsplatz traditioneller Heiler angeboten werden.
Mehr als 7.000 Shops gaben auf
Am 28. Dezember 2025 gab es in Thailand 18.433 Einrichtungen mit Cannabisbezug. Im Laufe des Jahres liefen die Lizenzen von 8.636 Geschäften aus.
Nur 1.339 Geschäfte beantragten eine Verlängerung. Das entsprach etwa 15,5 Prozent; mehr als 7.000 Geschäfte schlossen ohne neue Lizenz.
Herkunft der Produkte wird dokumentiert
Kommerziell verkaufte Cannabisblüten müssen von Farmen mit GACP-Zertifizierung stammen. Verkaufsstellen müssen die Lieferketten, ausgestellten Rezepte und Abgaben dokumentieren.
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Die Unterlagen sind Pflicht und können kontrolliert werden. Ein Geschäft, das Cannabis ohne Prüfung eines Rezepts abgibt, arbeitet außerhalb der aktuellen Regeln.
Bangkok hat die meisten regelkonformen Shops
In Bangkok gibt es die höchste Dichte an Verkaufsstellen, die nach den neuen Vorgaben arbeiten. Auch zugelassene medizinische Behandler für Beratungen vor Ort sind in der Hauptstadt leichter verfügbar.
Auf Phuket kontrollieren die Behörden die Rezeptpflicht sichtbarer, vor allem in Patong, an der Bangla Road und in Strandgebieten. Für Koh Samui, Koh Phangan, Phuket und Bangkok gilt jedoch derselbe nationale Rahmen mit PT33-Rezept und Behandler vor Ort.
So läuft der Kauf für Touristen und Einwohner
Der Besuch in einer regelkonformen Verkaufsstelle beginnt mit einer medizinischen Beratung. Der Behandler fragt nach Beschwerden oder gesundheitlichen Problemen und legt fest, ob Cannabis geeignet ist.
Bei einer Genehmigung nennt das PT33-Rezept Produkt, Menge und Dauer. Käufer brauchen einen gültigen Ausweis, meist den Reisepass; für Touristen, Ausländer mit längerem Aufenthalt und thailändische Staatsbürger gelten dabei dieselben Vorgaben.
Auslandsprescriptionen gelten nicht
Cannabis aus dem Ausland nach Thailand zu bringen, ist auch mit einem legalen Rezept aus einem anderen Land nicht erlaubt. Nach thailändischem Recht wird dies als Drogenhandel behandelt und führt zu einer sofortigen Festnahme.
CBD-Produkte bleiben ohne Rezept erhältlich, sofern ihr THC-Gehalt unter dem vorgeschriebenen Grenzwert liegt. Verkauf über das Internet, Automaten und öffentlicher Konsum sind dagegen nicht mehr legal.
Online-Prüfung für Lizenzen gestartet
Der thailändische Tracker für Cannabisgeschäfte wurde im April 2026 gestartet. Nutzer können dort prüfen, ob eine Verkaufsstelle aktuell lizenziert ist und legal arbeitet.
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Das zugrunde liegende Cannabisgesetz befindet sich weiter im Gesetzgebungsverfahren. Die medizinische Ausrichtung wird nach den Wahlen 2026 von mehreren Parteien unterstützt, während Vorgaben zu Einrichtungen, zugelassenen Erkrankungen und Lizenzarten noch angepasst werden.


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