Pattaya-Razzien: Anwaltskanzlei im Zentrum der Ermittlungen

Bei Durchsuchungen an drei Orten sicherten Ermittler Firmenunterlagen und elektronische Geräte. Die betroffenen juristischen Personen verfügen über Vermögenswerte von mehreren hundert Millionen Baht. Pattaya steht im Zentrum einer landesweiten Offensive gegen illegale Strohmann-Netzwerke.

Pattaya-Razzien: Anwaltskanzlei im Zentrum der Ermittlungen
Pattaya News

PATTAYA, Thailand – Am Freitag, dem 21. August 2026, haben thailändische Behörden an drei Standorten in Pattaya und Bang Lamung koordinierte Durchsuchungen durchgeführt. Im Visier: mutmaßliche Netzwerke, die thailändische Strohmänner eingesetzt haben sollen, um im Namen von Ausländern Landvermögen zu halten und Unternehmen zu betreiben – in möglichem Verstoß gegen das Ausländergeschäftsgesetz von 1999. Ermittler beschlagnahmten umfangreiche Firmenunterlagen und elektronische Geräte; die betroffenen Unternehmen verfügen zusammen über Vermögenswerte im Wert von mehreren hundert Millionen Baht.

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Anwaltskanzlei als Dreh- und Angelpunkt

Erster Durchsuchungsort war die KT International Law and Business, eine Anwaltskanzlei im Soi Post Office, Pattaya Beach Soi 13. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Kanzlei die Gründung der Cozy Beach View Co. Ltd. abgewickelt hat und dabei eigene Mitarbeiter als Scheinaktionäre eingetragen wurden – stellvertretend für die ausländischen Hinterleute, denen das Unternehmen tatsächlich gehörte. Zahlreiche Geschäftsunterlagen wurden beschlagnahmt.

Zweiter Durchsuchungsort war das Shilat Avenue Pattaya Hotel in einer Querstraße des Soi Buakhao. Auch dieses Hotel war über dieselbe Kanzlei registriert worden, Kanzleimitarbeiter stehen als Mitgründer in den Akten. Eine vertiefte Prüfung der Gesellschafterstruktur förderte Verbindungen zur Lotus Paradise Development Co. Ltd. zutage sowie Personen, die hauptsächlich im Aluminiumhandel in Samut Sakhon tätig waren – ein Indiz für ein weitverzweigtes Netzwerk, das mehrere juristische Personen verknüpft.

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Israelischer Staatsbürger als Firmendirektor in Nong Prue

Drittes Ziel war die Cozy Beach View Co. Ltd. in Tambon Nong Prue, Bezirk Bang Lamung. Hier ist ein israelischer Staatsbürger als Firmendirektor eingetragen. Die Prüfung der Gesellschafterstruktur ergab, dass thailändische Staatsangehörige seit mindestens 2010 als Strohmann-Aktionäre fungiert haben sollen. Laut Ermittlern bestehen erhebliche personelle Verknüpfungen zwischen Cozy Beach View und Lotus Paradise Development – sowohl auf Direktoren- als auch auf Gesellschafterebene.

Die kombinierten Vermögenswerte der beteiligten Unternehmen belaufen sich auf mehrere hundert Millionen Baht. Vollständige Namen aller verdachtsbehafteten juristischen Personen hat die DSI bislang nicht veröffentlicht.

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Hochrangige Einsatzleitung, Gerichtsbeschlüsse als Grundlage

Geleitet wurde die Operation gemeinsam von Vize-Innenminister Worasit Ngaprasit und Justizminister Polizei-Generalleutnant Rutthaphon Naowarat. Zusätzlich beteiligt waren das Sonderoperationsteam des Innenministeriums (DOPA), die Abteilung für Sonderermittlungen (DSI), DSI-Vizegeneraldirektor Polizei-Oberst Wisanu Chimtrakul, Chonburis Gouverneur Narit Niramaiwong sowie der Kommandeur der Provinzpolizei Chonburi Polizei-Oberstleutnant Phongphan Wongmaneethep. Grundlage waren Durchsuchungsbeschlüsse des Strafgerichts; das Verfahren läuft als Sonderfall Nr. 135/2569.

Worasit betonte, das Innenministerium werde eng mit der DSI zusammenarbeiten, um alle Beteiligten zu identifizieren und das Gesetz konsequent durchzusetzen. Die Aktion ist eine direkte Fortsetzung früherer Razzien auf Koh Phangan und Koh Samui in der Provinz Surat Thani sowie in Phuket.

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Teil einer landesweiten Offensive gegen Strohmann-Netzwerke

Der Pattaya-Einsatz ist kein Einzelfall. Seit Jahresbeginn 2026 läuft eine breit angelegte Offensive gegen illegale Strohmannstrukturen – mit Razzien in Koh Samui, Koh Phangan, Hua Hin, Chiang Mai und Phuket. In Chonburi stehen laut Behörden bereits 146 Firmen auf einer schwarzen Liste und werden auf ihre Kapitalherkunft hin durchleuchtet. Landesweit wurden bislang rund 852 Unternehmen unter dem Ausländergeschäftsgesetz strafrechtlich verfolgt; der bezifferte wirtschaftliche Schaden liegt bei rund 15,1 Milliarden Baht.

Ausländische Investoren, die glauben, über thailändische Freunde, Mitarbeiter oder Dienstleister Eigentumsverbote umgehen zu können, sollten wissen: Im Verdachtsfall drohen Ermittlungen gegen alle Beteiligten – Ausländer, thailändische Aktionäre und Berater gleichermaßen.

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Quelle: Pattaya News