Pattaya-Mord: Gutachter nennt Carmans Aussagen indirektes Geständnis

Ein forensischer Psychologe hat Carmans Statement nach der Festnahme analysiert – und sieht darin ein Geständnis ohne klare Worte. Update zum Koffer-Mord von Pattaya.

Australischer Mordverdächtiger: Mindert Geld die Strafe?
DailyMail

Update, 8. Juli 2026: Ein forensischer Psychologe hat die Aussagen von Simon Peter Carman nach dessen Festnahme analysiert – und kommt zu einem vernichtenden Schluss: Das Statement des Australiers sei praktisch ein Geständnis, ohne es auszusprechen. Wochenblitz fasst alle Entwicklungen der vergangenen Tage im Koffer-Mord von Pattaya zusammen.

Zur Erinnerung: Carman (45) wurde am 27. Juni 2026 am Flughafen Suvarnabhumi festgenommen, als er nach Perth fliehen wollte. Er wird beschuldigt, die 17-jährige Tunchanok „Cake“ Donhomla in seinem Apartment in Jomtien getötet und ihre Leiche in einem Koffer nahe Bahngleisen abgelegt zu haben. Er bestreitet den Mord und beruft sich auf Notwehr.

Vater lehnt Entschädigungsangebot ab

In den Tagen nach der Festnahme war nach Thai-Recht diskutiert worden, ob eine finanzielle Wiedergutmachung das Strafmaß erheblich mindern könnte. Als Richtwert wurde eine Million Baht genannt – rund 43.000 australische Dollar. Gekoppelt mit einem formellen Schuldbekenntnis sieht das thailändische Recht eine mögliche Halbierung der Haftstrafe vor; Experten hielten in diesem Szenario eine Entlassung Carmans nach sieben Jahren für denkbar.

Am 6. Juli 2026 erteilte Thongchai Donhomla, der Vater der Getöteten, diesem Weg eine klare Absage. Gegenüber dem australischen Sender ABC erklärte er, er werde die Würde seiner Tochter nicht gegen Geld tauschen – obwohl Tunchanok die einzige war, die die Familie aus der Provinz Kalasin finanziell unterstützte. Nach Thai-Recht liegt die Entscheidung über das Strafmaß allein beim Gericht; die Ablehnung der Familie schwächt Carmans juristische Position dennoch erheblich.

Gutachter: Aussagen wirken wie indirektes Schuldbekenntnis

Der forensische Psychologe Tim Watson-Munro sprach nach der Festnahme mit Carman und äußerte sich danach gegenüber der Polizei in scharfen Worten. Carmans Videostatement nach der Verhaftung – in dem er erklärte, es tue ihm leid, und Familien anderer Mädchen warnte, vorsichtig zu sein – wertete Watson-Munro als indirektes Eingeständnis: Wer andere vor sich selbst warnt, wisse, was er getan hat.

Carman zeigt laut Gefängnispersonal keine erkennbaren Emotionen. Seit seiner Einlieferung hat er weder Familienbesuch noch Freunde empfangen; für die nächste Zeit sind keine Besuche genehmigt. Er sitzt im Krankenflügel des Pattaya Remand Prison, aus Sicherheitsgründen getrennt von den übrigen Häftlingen. Die Untersuchungshaft muss alle zwölf Tage richterlich bestätigt werden und kann insgesamt bis zu 84 Tage dauern. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

Vorgeschichte in Australien: Waffenlizenz entzogen

Recherchen australischer Medien ergaben, dass die Polizei in Westaustralien Carman bereits vor seiner Ausreise nach Thailand kannte und ihm die Waffenlizenz entzogen hatte. Bekannte beschrieben ihn als aggressiven Einzelgänger. Acht Monate lang hatte er in der Wohnanlage Rimhad Jomtien als Hausmeister gearbeitet und rund 330 US-Dollar monatlich für sein Apartment in Jomtien gezahlt.

Tunchanok Donhomla wurde in ihrer Heimatprovinz Kalasin nach buddhistischer Tradition beigesetzt. Hunderte Trauernde gaben ihr das letzte Geleit. Die Stiefmutter erklärte öffentlich, sie fordere die Todesstrafe für den Tatverdächtigen. Im Fall einer Verurteilung wegen Mordes ist diese nach geltendem Thai-Recht tatsächlich möglich.

Polizeichef lobt Pattaya-Beamte persönlich

Polizeigeneral Torsak Sukvimol, Kommandeur der Königlich Thailändischen Polizei, schickte der Pattaya City Police Station ein persönliches Belobigungsschreiben. Er würdigte die Geschwindigkeit und Präzision der Ermittlung: Innerhalb weniger Stunden nach dem Leichenfund hatten Beamte den Verdächtigen anhand von Überwachungskameras identifiziert, seine Fluchtroute rekonstruiert und ihn am Flughafen gestellt – gestützt auf forensische Auswertung und Koordination zwischen mehreren Behörden.

Tunchanok Donhomla wurde in ihrer Heimatprovinz Kalasin nach buddhistischer Tradition beigesetzt. Hunderte Trauernde gaben ihr das letzte Geleit. Die Stiefmutter erklärte öffentlich, sie fordere die Todesstrafe für den Tatverdächtigen – nach geltendem Thai-Recht bei einer Verurteilung wegen Mordes tatsächlich möglich.

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Unsere bisherigen Berichte zum Fall

Wochenblitz begleitet den Fall seit der ersten Stunde. Den Ausgangsbericht mit Festnahme-Video finden Sie hier: 17-Jährige tot im Koffer: Australier am Flughafen verhaftet. Das ausführliche Täterprofil – Herkunft, Lebensweise in Pattaya, Social-Media-Aktivität – haben wir hier aufgearbeitet: Wer ist Simon Carman?. Die Wendung mit der Freundin, die unwissentlich das Apartment mit der Leiche betrat: Freundin war in der Wohnung des Australiers.

Die juristische Analyse zur möglichen Strafminderung durch Geständnis und Entschädigungszahlung: Mindert Geld die Strafe?. Wie der Fall die Debatte über Sicherheitslücken bei der Einreise nach Thailand ausgelöst hat: Wie Kriminelle Thailands Einreisesystem austricksen.

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