UDON THANI – Eine 27-jährige Französin mit thailändischen Wurzeln soll über soziale Medien einen Prostitutionsring mit minderjährigen Mädchen betrieben haben. Das jüngste Opfer war noch sehr jung. Die Polizei griff nach einer verdeckten Operation zu.
Model-Jobs als Tarnung
Nach außen warb die Verdächtige auf einem X-Account mit harmlosen Model-Dienstleistungen. Hinter der Fassade verkaufte sie laut Polizei sexuelle Kontakte mit jungen Mädchen und strich bei jeder Buchung 200 bis 500 Baht ein.
Die Beamten des Anti-Human Trafficking Centre kamen der Frau durch eine Sting-Operation auf die Schliche. Am 10. Juli 2026 wählten verdeckte Ermittler über X ein minderjähriges Mädchen für eine Buchung aus und warteten im Badezimmer eines Apartments auf die Verdächtige.
Festnahme im Apartment
Als die 27-Jährige ihre Provision von 500 Baht abholen wollte, schnappten die Handschellen zu. Sie sitzt nun in Untersuchungshaft und muss sich wegen Menschenhandels, Vermittlung Minderjähriger zur Prostitution, Zuhälterei und Entziehung Minderjähriger verantworten.
Den Ermittlern gegenüber legte sie ein umfassendes Geständnis ab. Fünf Mädchen im Alter zwischen Minderjährigkeit und jungem Erwachsenenalter standen demnach unter ihrer Verwaltung.
Schläge wegen „schlechter Manieren“
Die drei Hauptopfer – allesamt minderjährig – flohen vor der zunehmenden Gewalt in ein anderes Wohnheim. Das jüngste Opfer schilderte der Polizei, dass sie auch in körperlich geschwächtem Zustand zu Kundenkontakten gezwungen worden sei.
Ein Video zeigt laut Polizei, wie die Verdächtige mit vier bis fünf anderen auf das Mädchen einschlug. Ihr Grund: Das Kind habe sich geweigert, eine Buchung anzunehmen. Die Frau gab die Schläge zu und rechtfertigte sich mit den Worten, das Mädchen habe „keine Manieren“ gehabt.
„Zeitverschwendungs-Gebühr“ bei Absage
Ein weiteres minderjähriges Opfer berichtete von einem perfiden System. Wer einen Kunden ablehnte, musste eine Strafgebühr von 500 Baht zahlen. Die Verdächtige soll Druck ausgeübt haben, obwohl die Schülerin nur gelegentlich arbeitete.
Selbst nach der Flucht in ein anderes Wohnheim riss der Terror nicht ab. Weiterhin erreichten die Mädchen Drohnachrichten, bis sie sich hilfesuchend an die Polizei wandten.
Minderjährige zur Prostitution gezwungen
Die Verdächtige inserierte das jüngste Mädchen für Buchungen auf X. 200 bis 300 Baht davon behielt sie als Provision ein. Das Mädchen war von zu Hause weggelaufen, um in einem Restaurant zu arbeiten, und geriet in die Fänge der Zuhälterin.
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Die 18-jährige Berufsschülerin hatte die Frau im März 2026 über eine gemeinsame Vermieterin kennengelernt. Anfangs lockte die spätere Täterin mit Unterhaltungsjobs, dann begann der Zwang zur Prostitution.
Polizei betreut die Opfer
Ein multidisziplinäres Team vernimmt nun alle fünf identifizierten Mädchen. Die Behörden stufen sie als Opfer von Menschenhandel ein und organisieren Unterstützung für die Familien.
Die Verdächtige zeigte sich vor der Kamera ohne sichtbare Reue, bot sich aber als warnendes Beispiel an. Ihre Botschaft an andere: „Es stimmt, dass man Geld bekommt, aber es ist es nicht wert.“



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