BANGKOK – Ein chinesischer Tourist soll in einer der berühmtesten Tempelanlagen Bangkoks zugeschlagen haben und wird nun von der Polizei für eine perfide Diebstahlserie verantwortlich gemacht. Der 59-Jährige soll einem südkoreanischen Besucher die Geldbörse gestohlen und wenig später mit den Kreditkarten teure Markenartikel und Handys gekauft haben – die Beamten warnen vor einer neuen Betrugsmasche per App.
Zugriff im berühmten Wat Pho
Der Vorfall begann am 5. Juli gegen 13:30 Uhr. Der südkoreanische Tourist Hyun Lee besuchte den Wat Phra Chetuphon Wimonmangkhalaram, weltbekannt als Wat Pho, mitten in Bangkok.
Laut Polizei entwendete ihm dort ein Täter unbemerkt die Geldbörse samt aller Kreditkarten. Der Schaden war erst der Anfang, denn schon kurz darauf registrierte Lee verdächtige Abbuchungen.
Teure Einkaufstour mit fremden Karten
Die Polizei wirft dem Beschuldigten vor, die erbeuteten Karten umgehend für Einkäufe genutzt zu haben. Der Mann soll versucht haben, in mehreren Geschäften zu bezahlen und dabei Markenartikel sowie neue Mobiltelefone gekauft haben.
Der Geschädigte erstattete Anzeige bei der Polizeistation Phra Ratchawang. Die Beamten leiteten sofort die Fahndung ein und werteten die Aufnahmen der Überwachungskameras aus der Tempelanlage aus.
Täter in Sportklamotten identifiziert
Die Videoaufnahmen lieferten den Beamten ein klares Bild des mutmaßlichen Täters. Daraufhin beantragten die Ermittler beim Strafgericht einen Haftbefehl.
Das Gericht stellte am 7. Juli den Haftbefehl mit der Nummer 3803/2569 aus. Gesucht wurde Xiangliang Kong, 59, chinesischer Staatsangehöriger, wegen Diebstahls an einem öffentlichen Verehrungsort und Kreditkartenbetrugs.
Festnahme vor dem Hotel
Nur wenige Stunden später, gegen 15:30 Uhr, erhielten die Fahnder einen entscheidenden Hinweis. Der Gesuchte soll sich vor dem Siam Maze Hotel in der Soi Inthamara 45 im Bezirk Din Daeng aufhalten.
Die Beamten trafen dort auf Xiangliang Kong und zeigten ihm über einen Dolmetscher den Haftbefehl. Der 59-Jährige gab an, die gesuchte Person zu sein, und willigte in die Durchsuchung seines Hotelzimmers ein.
Zimmer 209 wird zur Schatzkammer
Im Zimmer 209 fanden die Beamten die Kleidung, die der Mann am Tattag getragen haben soll: ein weißes Off-White-Shirt, eine khakifarbene Hose und grelle New-Balance-Schuhe. Dazu kamen zwei Samsung-Handys und eine edle Montblanc-Geldbörse.
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Insgesamt stellte die Polizei 21 Gegenstände sicher. Ein Teil der Beute bestand aus einem bunten Mix an Bargeld: Neben 28 Tausend-Baht-Scheinen lagen malaysische Ringgit, vietnamesische Dong, japanische Yen, australische Dollar und sogar indische Rupien im Zimmer.
Polizei warnt vor App-Trick
Bei der Vernehmung bestritt der Beschuldigte die Vorwürfe vollständig. Die Polizei geht jedoch von einem technisch raffinierten Vorgehen aus und will einen weiteren Mann im Visier haben.
Die Ermittlungen deuten laut den Beamten auf einen vietnamesischen Komplizen hin. Dieser soll die Daten der Kreditkarten mit einer App ausgelesen und übertragen haben – komplett ohne physisches Kartenlesegerät.
Ermittlungen laufen weiter
Der Beschuldigte wurde samt aller Beweismittel an die Polizeistation Phra Ratchawang überstellt, um dort weiter verhört zu werden. Er gab an, bislang nicht vorbestraft zu sein.
Die Polizei warnt vor neuen Betrugsmethoden, bei denen Kreditkartendaten mittels Apps ohne physisches Kartenlesegerät entwendet werden können.



Das Auslesen von Kreditkarten mit einer App auf dem Handy des Betrügers ist nicht neu. Besonders in Warteschlangen steht der Betrüger hinter einem und daddelt auf dem Handy rum, um dann unbeobachtet sein Telefon an die Geldbörse zu halten, die viele in der Gesäßtasche haben. Bingo! Schon kann man auf Kosten anderer einkaufen. Gegenmittel — eine Alufolie (z.B. von der Schokolade) um die Kreditkarte gewickelt kann das Nah-Abfischen der Daten verhindern. Es gibt auch Geldbörsen, die die Kreditkarte abschirmen.