KOH PHA NGAN – Dutzende ausländische Kinder, keine Lizenz, zwei Festnahmen: Bei einer Razzia in einer privaten Kindertagesstätte auf der Touristeninsel deckten Polizei, Immigrations- und Bezirksbeamte einen massiven illegalen Betrieb auf.
42 Kinder in illegaler Kita entdeckt
Die Beamten durchsuchten am 4. Juli die Einrichtung „Little Panda“, nachdem ein Hinweis auf illegale Geschäfte durch Ausländer eingegangen war. Vor Ort fanden sie 42 ausländische Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren, die gerade an Unterrichts- und Outdoor-Aktivitäten teilnahmen.
Drei thailändische und drei ausländische Aufsichtspersonen kümmerten sich um die Kinder. Zehn weitere Arbeiter aus Myanmar waren als Betreuungsassistenten, Gärtner und Reinigungskräfte beschäftigt.
45.000 Baht pro Semester – ohne Lizenz seit Jahren
Die Eltern zahlten für die Betreuung 45.000 Baht pro viermonatigem Semester. Die Räume waren komplett ausgestattet mit Klassenzimmern, Lehrmaterial, Tischen, Stühlen und einem Außenbereich – betrieben wurde das Ganze laut Polizei jedoch seit 2024 ohne die nötige Lizenz.
Der 39-jährige Mitarbeiter Singkhamorn Wongsasawan wies sich als Angestellter aus und unterstützte die Beamten bei der Durchsuchung. Er stand nicht im Fokus der Ermittlungen.
Israelischer Besitzer gibt fehlende Lizenz zu
Während der Inspektion gab sich der 55-jährige Israeli Ziv Radomsky als Eigentümer zu erkennen. Er war am 7. Juni mit einem Nicht-Einwanderungsvisum O über den Flughafen Suvarnabhumi eingereist, das bis zum 4. September gültig ist, konnte aber weder eine Arbeitserlaubnis noch eine Kita-Lizenz vorlegen.
Radomsky räumte ein, die Einrichtung ohne Betriebserlaubnis zu führen. Er leitete die Kita über die Firma Sunshine Shop Co., Ltd., verwaltete Firmendokumente, Bankkonten und die Kommunikation mit den Eltern und unterzeichnete Verträge – alles ohne Arbeitserlaubnis.
Rumänin arbeitete als Betreuerin statt als Marketingmanagerin
Die 25-jährige Rumänin Meda Andreea Capilna besaß eine Arbeitserlaubnis als Marketingmanagerin und war mit einem Nicht-Einwanderungsvisum B bis Mai 2027 eingereist. Laut Ermittlern arbeitete sie jedoch seit November 2024 als Kinderbetreuerin und koordinierte Lernaktivitäten.
Sie gab an, monatlich 33.000 Baht von Radomsky erhalten zu haben. Die Behörden informierte sie nicht über den Wechsel der Tätigkeit oder des Arbeitgebers, wie es das Gesetz vorschreibt.
Nur ein Arbeiter ohne gültige Papiere
Die Beamten überprüften die Dokumente aller 13 ausländischen Beschäftigten. Zwölf Arbeiter verfügten über gültige Papiere – lediglich Capilna arbeitete außerhalb der Bedingungen ihrer Arbeitserlaubnis.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Die Razzia ist Teil einer größeren Aktion der Behörden in der Provinz Surat Thani. Dabei gehen Polizei und Immigrationsbeamte gezielt gegen Ausländer vor, die mutmaßlich illegal Unternehmen betreiben.
Beide Festgenommenen erwartet jetzt ein Gerichtsverfahren
Die Polizei nahm Radomsky und Capilna fest und überstellte sie an die Ermittler der Polizeistation Koh Pha Ngan. Ihnen wird das Betreiben einer Kindertagesstätte ohne Lizenz, illegale Arbeit ohne Arbeitserlaubnis und das Versäumnis der Meldepflicht vorgeworfen.
Die Behörden leiteten rechtliche Schritte gegen die beiden Festgenommenen ein.



Gratulation! Da hat man mal wieder dem Recht zum Durchbruch verholfen um die thailändische Wirtschaft vor diesen unfairen Praktiken der Ausländer zu schützen. Nicht dass man mich missversteht, Gesetz ist Gesetz und daran muss man sich halten. Der Erfolg besteht aber doch auch darin, dass 16 Arbeitnehmer nun keinen Arbeitsplatz mehr haben und mindestens 42 Kinder keine Betreuung. Den beiden festgenommen Ausländern erwartet nun die volle Härte des Gesetzes. Dafür hat man es ja.
Was mich irgendwie auf den nebenstehenden Artikel „Razzien in Bangkok: Illegale Bars und Drogenfunde“ bringt. Da hat man sogar 15 illegale Mitarbeiter festgenommen. Nur die thailändischen Manager blieben dagegen auf freiem Fuß. Aha!