BANGKOK – Neue Hoffnung für den Bahnverkehr zwischen Bangkoks Flughäfen: Das lange auf Eis liegende „Red Line Missing Link“-Projekt gewinnt plötzlich an Fahrt. Der Grund: Die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Don Mueang, Suvarnabhumi und U-Tapao wackelt gewaltig. Jetzt prüfen die Behörden, ob stattdessen die Rote Linie mit dem Airport Rail Link verbunden werden kann.
Flughafen-Hochgeschwindigkeitszug vor dem Aus
Die Zukunft des milliardenschweren Hochgeschwindigkeitsbahnprojekts ist offener denn je. Ein Arbeitsgremium aus dem Eastern Economic Corridor Office (EECO), der State Railway of Thailand (SRT) und dem Konzern Asia Era One soll im August zwei Optionen vorlegen.
Entweder wird der Vertrag mit Asia Era One (CP Group) geändert – oder komplett gekündigt. EECO-Generalsekretär Chula Sukmanop machte klar, dass eine neue Ausschreibung bei einer Kündigung derzeit nicht geplant sei und den Schienenausbau um bis zu zwei Jahre zurückwerfen würde.
Missing Link als rettende Alternative
Angesichts der Unsicherheit rückt nun das „Red Line Missing Link“-Projekt in den Fokus. Es umfasst die Abschnitte Bang Sue–Phaya Thai–Makkasan–Hua Mak und Bang Sue–Hua Lamphong und würde die Rote Linie mit dem Airport Rail Link verbinden.
Chula Sukmanop wörtlich: „Der beste Ansatz ist, bestehende Infrastruktur besser zu nutzen, indem Doppelgleise ausgebaut und Streckenverbindungen verbessert werden.“ Genau das würde das Projekt ermöglichen – und damit den Schienenverkehr von Don Mueang bis U-Tapao sinnvoll ergänzen.
SRT beantragt Millionen für Planungs-Check
Die SRT will jetzt Tempo machen und beantragt 110 Millionen Baht für die Geschäftsjahre 2027 und 2028. Mit dem Geld sollen die alte Studie und das detaillierte Design des Missing Link überprüft werden.
Der Budgetantrag sieht 22 Millionen Baht für 2027 und 88 Millionen für 2028 vor. Die Behörde hat bereits die Leistungsbeschreibung und den geschätzten Preis für die Beauftragung eines Beraters fertiggestellt und wartet auf die Genehmigung des Gouverneurs.
Neun Stationen und über 25 Kilometer Strecke
Das Vorhaben ist kein Pappenstiel: Auf 25,90 Kilometern Gesamtlänge – davon 22,40 Kilometer als Hochbahn und 3,50 Kilometer unterirdisch – sollen neun Stationen entstehen. Geplant sind Halte an Samsen, Ratchawithi, Yommarat, Yotse, Hua Lamphong, Phaya Thai, Makkasan, Ramkhamhaeng und Hua Mak.
Die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2024 rechnet mit 211.000 Passagieren täglich in der Anfangsphase und später mit bis zu 330.000 Fahrten. Der Investitionsrahmen wurde bereits von 44,15 auf 44,57 Milliarden Baht angepasst.
13 Bahnübergänge sollen verschwinden
Das Projekt hat nicht nur Bedeutung für den schnellen Flughafentransfer. Es würde auch die Beseitigung von 13 Bahnübergängen entlang der Strecke ermöglichen – darunter an Knotenpunkten wie Pradiphat, Ratchawithi, Asok und Ramkhamhaeng.
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Für Pendler und Anwohner würde das weniger Staus und vor allem sicherere Straßen bedeuten. Die Wirtschaftlichkeitsstudie sieht eine Rendite von knapp 30 Prozent.
Warten auf grünes Licht
Die SRT zeigt sich zuversichtlich, den Prozess zu beschleunigen und vor der geplanten Ausschreibung im Jahr 2028 eine Kabinettsgenehmigung zu erhalten. Damit könnte das Missing Link doch noch Realität werden.
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Als einer der einen deutschen Reisepass besitzt sollte ja sehr sparsam mit einem hämischen Grinsen umgehen. Aber die Hoffnung, dass meine Enkel irgendwann mal doch mit dieser S-Bahn zwischen den Airports pendeln könnten ist noch nicht tot.
✌️
Vielleicht wenn unsere Urenkel ins Altersheim kommen…
Erst wird Jahre bis Jahrzehnte nichts, bzw. viel zu wenig getan (mal abgesehen von dem längst überfälligen ARL) und dann soll alles auf einmal gemacht werden – was finanziell erst mal nicht zu schultern sein wird und dann selbst mit „good will“ und genügend Geld zu lange dauert und die Gefahr besteht, dass es doch wieder in der Versenkung verschwindet.
Ich würde lieber anfangen, kleinere Brötchen zu backen:
– Anschluss der ARL-Gleise an die Bahnstrecke Hua Lamphong – Don Mueang (-Ayutthaya); damit auch Anschluss an das Krung Thep Aphiwat Central Terminal / Bang Sue; dabei überlegen, ob Hua Lamphong oder Bang Sue vorübergehend Endstation für den ARl sein sollte.
Danach die Bahnstrecke nach Don Mueang an die neuen Erfordernisse anpassen und den ARL dort enden lassen. Alternativ könnte überlegt werden, z.B. jeden zweiten oder dritten ARL-Zug bis Hua Hin fahren zu lassen; die Bahnstrecke bis dort hin (bzw. sogar noch weiter) ist m.W. bereits zweigleisig ausgebaut.
Zeitgleich oder auch danach damit beginnen, ebenerdige Bahn-Straßenübergänge zu beseitigen. Inwieweit dafür statt der ebenerdig verlegten Gleise für den Güterverkehr bzw. auch Personenverkehr das Hochgleis des ARL zwischen Ratchathewi und Lat Krabang verwendbar wäre, kann ich nicht beurteilen; aber es würde etliches an Kosten sparen, wenn’s denn ginge.
Nachsatz: Ob es unbedingt Hochgeschwindigkeitszüge sein müssen zweifle ich an. Zumindest im Bereich Don Mueng – Hua Lamphong – Suvarnabhumi wären sie überdimensioniert und für die geschätzten ca 120 km von Suvarnabhumi nach Pattaya vermutlich auch nicht rentabel und zeitbringend einsetzbar. Inwieweit das Gebiet um Trat / Chanthaburi zukünftig überhaupt angeschlossen werden soll und dafür geologisch geeignet ist (Hochwassergefahr), kann ich nicht beurteilen; aber ich würde das Risiko nicht unterschätzen.