BANGKOK – Ausländische Käufer rücken für den thailändischen Immobilienmarkt stärker in den Mittelpunkt. In Pattaya liegen die durchschnittlichen Mieterträge bei 8 bis 9 Prozent, in Phuket bei 8 bis 10 Prozent. Während schwaches Wirtschaftswachstum, hohe Haushaltsverschuldung und strengere Kreditbedingungen die Kaufkraft im Inland belasten, suchen Bauträger und Makler neue Kunden im Ausland.
Phuket und Pattaya locken mit bis zu 10 Prozent Mietertrag
Nach Angaben von Immobilienbetreibern erreichen die durchschnittlichen Mieterträge in Pattaya rund 8 bis 9 Prozent. Phuket kommt auf etwa 8 bis 10 Prozent.
Damit liegen die Werte über den durchschnittlichen 2 bis 5 Prozent in vielen großen Städten außerhalb Thailands. Für ausländische Anleger geht es dadurch neben möglichen Wertsteigerungen auch um laufende Einnahmen aus Vermietung.
Inlandskäufer verlieren an Kaufkraft
Die wirtschaftliche Lage setzt die Nachfrage thailändischer Käufer unter Druck. Hohe private Schulden und strengere Bedingungen bei der Kreditvergabe erschweren den Immobilienkauf.
Darunee Roongruangphol, Generalsekretärin der Thai Real Estate Community Association (TRECA) und Geschäftsführerin von Darvid Property Service Co Ltd, erklärt den stärkeren Blick ins Ausland mit dieser Entwicklung. Immobilienagenturen passen ihre Strategie an und richten sich stärker an internationale Kunden.
Bangkok bleibt Zentrum, Phuket und Krabi holen auf
Bangkok bleibt ein wichtiger Immobilienstandort. Phuket und Pattaya profitieren von ihrem Tourismus und der Nachfrage nach längeren Aufenthalten.
Auch Krabi zieht mehr Interesse auf sich. Krabis Natur und touristisches Potenzial ziehen zunehmend Interesse auf sich.
Luxusprojekte sprechen vermögende Käufer an
Große Bauträger dringen zunehmend in das Segment der Ultra-Luxusimmobilien an gefragten Standorten vor. Thailand bewegt sich damit von einem Wettbewerb über vergleichsweise niedrige Preise zu hochwertigen Angeboten für wohlhabende Käufer und Investoren aus aller Welt.
Ein Haus oder eine Eigentumswohnung kann für ausländische Käufer mehrere Zwecke erfüllen: als Wohnsitz, Anlageobjekt, Einnahmequelle aus Vermietung oder Ausgangspunkt für das Leben in Thailand.
Nicht nur der Preis zählt
Die Anziehungskraft Thailands für internationale Käufer beruht laut dem Bericht nicht allein auf Immobilienpreisen. Genannt werden die Lebenshaltungskosten im Verhältnis zur gebotenen Lebensqualität, bequeme Alltagsbedingungen und medizinische Angebote mit internationalem Wettbewerbsniveau.
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Naturziele, touristische Orte, thailändisches Essen und der Ruf des Landes für Gastfreundschaft tragen ebenfalls zur Nachfrage bei.
Internationale Schulen stützen die Nachfrage von Familien
In den großen Städten wächst die Zahl internationaler Schulen. Das hilft Familien aus dem Ausland, die länger in Thailand leben wollen.
Tourismus und Lebensstil werden dabei stärker miteinander verbunden. Aus touristischer Nachfrage kann eine Nachfrage nach längerfristigen Mietverhältnissen entstehen, die später auch Immobilienkäufe unterstützt.
Makler sollen erst den Bedarf prüfen
Viele thailändische Makler interessieren sich laut Kasinont Nonteraransi für das Auslandsgeschäft. Der Geschäftsführer von Skyluke Property 88 Co Ltd und Fachmann für internationale sowie hochwertige Immobiliengeschäfte sieht jedoch Sprachbarrieren und fehlende Sicherheit bei internationalen Transaktionen als Hindernisse.
Sprachkenntnisse lassen sich aufbauen. Ausländische Kunden achten laut Kasinont stärker auf Fachwissen, Glaubwürdigkeit und darauf, dass der Kauf sicher abgewickelt wird. Makler sollen deshalb zuerst die Wünsche bestimmter Käufergruppen ermitteln und danach passende Immobilien suchen.
Ausländische Käufer haben unterschiedliche Ziele
Internationale Kunden bilden keinen einheitlichen Markt. Ausländer mit thailändischem Ehepartner, Anleger aus Nachbarländern und Käufer mit dem Ziel von Mieteinnahmen können ganz unterschiedliche Vorstellungen haben.
Wer diese Unterschiede kennt, kann Standort, Immobilientyp und Größe besser auswählen. Auch bei Gestaltung und Einrichtung kann der Bedarf der jeweiligen Zielgruppe berücksichtigt werden.
Makler werden zu Anlageberatern
Die Aufgabe von Immobilienagenturen wandelt sich damit vom klassischen Vermitteln hin zur Beratung bei Immobilienanlagen. Englisch zu sprechen oder Projekte auf ausländischen Internetseiten zu bewerben, reicht für den Einstieg in den internationalen Markt nicht aus.
Bei weiterhin schwacher Kaufkraft im Inland bietet die Nachfrage aus dem Ausland den Agenturen eine zusätzliche Geschäftsmöglichkeit. Gute Chancen haben vor allem Makler, die internationale Märkte verstehen und ausländischen Kunden eine professionelle Abwicklung vermitteln können. Entscheidend sind dabei nicht die größten Immobilienportfolios, sondern das Verständnis internationaler Märkte und das Vertrauen ausländischer Kunden in eine professionelle Abwicklung.
Auslandsgeschäft stützt die Maklerbranche
Die Branche setzt künftig stärker darauf, den tatsächlichen Bedarf ausländischer Kunden vor der Auswahl eines Objekts zu prüfen. Das kann das Risiko ungeeigneter Immobilienbestände senken und die Chance auf erfolgreiche Abschlüsse erhöhen.
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