NAKHON RATCHASIMA, THAILAND – Ein Komitee des thailändischen Parlaments fordert schärfere Kontrollen gegen Online-Inhalte, die traditionelle Thai-Massage sexualisieren. Anlass ist ein als obszön eingestuftes Video von einer buddhistischen Kerzenprozession im Bezirk Chok Chai, das nach Einschätzung des Komitees ausländische Zuschauer mit Prostitution in Verbindung bringen lassen und ihren Ruf beschädigen könnte. Die UNESCO führt die Praxis als immaterielles Kulturerbe der Menschheit.
Parlamentskomitee fordert schnelle Sperren und härtere Strafen
Das Komitee für Religion, Kunst und Kultur will, dass Behörden herabwürdigende oder dem nationalen Kulturerbe schadende Texte, Bilder und Videos schneller aus dem Internet entfernen lassen. Dafür soll die Abteilung für Kulturförderung Befugnisse aus dem Gesetz zur Förderung und Bewahrung kulturellen Wissens von 2016 zusammen mit dem Computerkriminalitätsgesetz nutzen.
Nach Angaben des Komitees erlaubt das Gesetz zwar, schädliche Aktivitäten zu stoppen. Klare strafrechtliche Folgen für Personen, die eingetragenes kulturelles Wissen verletzen oder herabwürdigen, fehlten jedoch. Deshalb wurden Änderungen des Gesetzes vorgeschlagen.
Obszöne Parodie bei Kerzenprozession in Chok Chai
Das beanstandete Video stammt von der buddhistischen Kerzenprozession am Wat Bing im Bezirk Chok Chai. Es wurde online unter dem Titel „Traditional Thai Massage Vat Bing“ verbreitet und stellte Thai-Massage nach Angaben des Komitees in einer obszönen und sexuell anzüglichen Form dar.
Vertreter der Gemeinde Chok Chai erklärten, eine örtliche Gruppe habe mit der Darstellung Humor erzeugen wollen. Die Organisatoren und die Gemeinde entschuldigten sich inzwischen offiziell und legten für künftige Prozessionen Regeln fest, die obszöne Inhalte und Darstellungen entgegen der öffentlichen Moral verbieten. Die Gemeindevertreter erklärten außerdem, die Darstellung habe einen Mangel an Bewusstsein gezeigt.
Massagebetriebe sollen strenger kontrolliert werden
Das Komitee schlug eine Abstimmung mit dem Innenministerium vor, um nachgeordnete Vorschriften für Bade- und Massagebetriebe zu ändern. Der Begriff „Thai-Massage“ soll dort nicht als Deckmantel für Sexdienstleistungen verwendet werden, die dem Zweck der Massage als Gesundheits- und Behandlungsmethode widersprechen.
Die Abteilung für Unterstützung von Gesundheitsdiensten will Kontrollen von Massagebetrieben nach dem Gesetz über Gesundheitseinrichtungen von 2016 verstärken — geprüft werden Standards und berufliche Ethik. Verstöße gegen die öffentliche Moral könnten rechtliche Schritte bis zum Entzug der Lizenz nach sich ziehen; zugleich überarbeitet die Abteilung das Gesetz, um klarere ethische und berufliche Verhaltensregeln für Massagebetriebe festzulegen.
Thai-Massage ist kein sexueller Witz: Komitee-Vorsitzende stellt klar
Thiwalrat Angkinan, Parlamentsmitglied der Bhumjaithai-Partei für Phetchaburi und Vorsitz des Komitees, sagte am 28. August 2026 im Parlament: „Thai-Massage ist kein sexueller Witz und kein Mittel für obszöne Unterhaltung.“ Dabei beschrieb Thiwalrat Angkinan die Massage als Heil- und Gesundheitsdisziplin sowie als kulturelle Ehre von weltweitem Wert.
Das buddhistische Provinzbüro von Nakhon Ratchasima stellte klar, dass Wat Bing lediglich als Treffpunkt für die Kerzenprozession diente. Mönche und der Abt seien weder an der Gestaltung noch an der Genehmigung der beanstandeten Aufführung beteiligt gewesen.

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