PHUKET, THAILAND – Rund 150 Menschen haben in Patong gefordert, dass Ausländer thailändische Gesetze, die lokale Kultur und die Rechte der Einwohner respektieren. Am selben Tag traten neue Regierungsregeln in Kraft, die bei schweren Verstößen unter anderem Visumaufhebung, Haft, Abschiebung und eine Einreisesperre ermöglichen.
Neue Regeln erlauben Visumaufhebung und Abschiebung
Die neuen Vorschriften des Büros des Premierministers richten sich gegen Ausländer, die als Gefahr für die öffentliche Ordnung gelten, gegen thailändisches Recht oder die Kultur verstoßen oder thailändische Bürger und andere Besucher erheblich beeinträchtigen.
Erfasst werden auch illegale Einreise und Aufenthalte, unerlaubte Arbeit, illegal betriebene Geschäfte sowie bestimmte Straftaten. Tourismus- und Sportminister Surasak Phancharoenworakul kündigte an, dass das Innenministerium, das Tourist Police Bureau und das Immigration Bureau dabei nach dem Prinzip einer Null-Toleranz gegenüber straffälligen Touristen vorgehen sollen.
Rund 150 Teilnehmer im Loma Park
Die Gruppe „Protect Phuket Land“ hatte ab 14 Uhr in Loma Park eine Kundgebung und ein Diskussionsforum organisiert. Unter den Teilnehmern waren Einwohner, Geschäftsleute und weitere Menschen, die sich durch Probleme im Zusammenhang mit dem Tourismus beeinträchtigt sehen.
Nach Angaben der Organisatoren sollte die Veranstaltung auf das Verhalten einiger ausländischer Touristen und auf den Einfluss ausländischer Geschäftsinteressen auf lokale Gemeinden aufmerksam machen. In Werbematerialien war zuvor mit rund 500 Teilnehmern gerechnet worden.
Forderungen richten sich offiziell an alle Ausländer
Die Gruppe erklärte, sie wolle nicht alle Ausländer pauschal verurteilen. Im Mittelpunkt stünden Personen und Unternehmen, die nach Ansicht der Organisatoren thailändisches Recht missachten oder die Rechte von Einwohnern beeinträchtigen.
Gefordert wurden eine faire und strengere Durchsetzung der Gesetze sowie ein ernsthafter und gerechter Umgang der zuständigen Behörden mit Beschwerden. Ausländer, die nach Thailand einreisen oder dort leben, sollten die thailändische Kultur, Traditionen und Lebensweise achten.
Polizei genehmigte Kundgebung mit Auflagen
Der Veranstaltung war ein Antrag bei der Polizeistation Patong vorausgegangen. Gruppenvertreter Saichol Noochet und weitere Mitglieder hatten am 24. August um die Erlaubnis gebeten, den Bereich für die Kundgebung zu nutzen.
Die Polizei genehmigte die Veranstaltung unter strengen Bedingungen. Dazu gehörte, dass keine Palästina-Flaggen gezeigt werden durften; bei Verstößen drohten die Beendigung der Versammlung und rechtliche Schritte.
Abgeordneter lehnt pauschale Maßnahmen ab
Der Phuket-Abgeordnete Chalermpong Saengdee war zu dem Forum „Save Phuket, Save Patong – Respect Thai Law“ eingeladen. Er sagte, die Veranstaltung biete der Bevölkerung Raum für Beschwerden über unangemessenes Verhalten einzelner Touristen und Geschäftsaktivitäten bestimmter Kapitalgruppen.
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Chalermpong befürwortete die Durchsetzung des Rechts, wandte sich aber gegen Diskriminierung nach Nationalität, Ethnie, Religion oder Kultur. Rechtliche Schritte müssten sich nach den Fakten, der Schwere des Verstoßes und dem Gerichtsverfahren richten; eine Abschiebung dürfe nicht automatisch die erste Maßnahme sein.
Vorwürfe gegen Behörden und Geschäftspraktiken
Nach Einschätzung des Abgeordneten liegen Phukets Probleme nicht zwingend an fehlenden Gesetzen, sondern an ihrer konsequenten und gleichen Anwendung. Er nannte als Sorgen unter anderem Bestechung, die Ausstellung von Ausweisen für Ausländer und sogenannte Strohmann-Geschäfte.
Wenn Geld, Vorteile oder die Nachlässigkeit von Beamten die Durchsetzung des Rechts beeinflussten, könne dies die Ungleichbehandlung von Menschen verstärken, die sich an die Regeln halten. Bei festgestellten Verstößen müsse unabhängig davon, ob es sich um einen Thailänder, einen Ausländer, einen Touristen oder einen anderen Geschäftsinhaber handelt rechtlich vorgegangen werden.
Auch Thailänder tragen Verantwortung
Die Tourismussektor-Mitarbeiterin Anchalee, bekannt als „Jee Gi“, warnte davor, Phukets Probleme automatisch ausländischen Touristen zuzuschreiben. Auch thailändische Bürger, Geschäftsleute und Behörden, die Genehmigungen erteilen oder Ausländer kontrollieren, müssten überprüft werden.
Sie stellte die Wirksamkeit der Visa- und Einwanderungssysteme infrage, vor allem bei Menschen, die lange in Thailand bleiben oder online arbeiten. Auch Thailänder könnten Probleme begünstigen, wenn sie Ausländern ohne ausreichende Prüfung Unterkünfte vermieten oder deren Aufenthalt erleichtern.
Wohnkosten und Verkehr als Streitpunkte
Anchalee räumte ein, dass viele Ausländer zur Wirtschaft Phukets beitragen und Einnahmen für lokale Betriebe schaffen. Bestimmte Aktivitäten könnten Einwohner aber durch höhere Wohn- und Lebenshaltungskosten sowie die Nutzung öffentlicher Flächen belasten.
Als Beispiel nannte sie die Nutzung von Fahrzeugen und das Fahrverhalten einiger Ausländer, das andere Verkehrsteilnehmer behindern oder gefährden könne. Phuket brauche ein klares System zur Prüfung, Überwachung und Regelung von Ausländern, die in der Provinz leben oder dort tätig sind.
Taxifahrer schildert Streit mit Touristen
Der Taxifahrer Chonphat berichtete bei der Veranstaltung von einer Auseinandersetzung mit ausländischen Touristen in Patong. Nach seiner Darstellung fragte ihn eine vierköpfige Familie vor einem Hotel nach einer Fahrt zu einem Restaurant; später habe eine weitere Touristengruppe mitfahren wollen.
Chonphat erklärte, sein Fahrzeug sei privat und er könne die zusätzlichen Fahrgäste nicht aufnehmen. Er behauptete, der ausländische Vater habe ihn später beleidigt und bedroht und ihn zuvor während der Fahrt angespuckt. Die Schilderung wurde bei dem Forum nur als persönlicher Bericht vorgetragen; eine unabhängige Bestätigung durch die andere Seite oder Behörden lag nicht vor. Nach eigenen Angaben machte ihn der Vorfall wütend und belastete ihn, beeinträchtigte seinen Schlaf; später traf er dieselbe Gruppe erneut am Strand, ohne dass es zu einer körperlichen Auseinandersetzung kam.
Israeli Besucher geraten in den Mittelpunkt
Die Organisatoren betonten wiederholt, dass ihre Forderungen allen Ausländern gelten sollten. Dennoch bezogen sich Teile der Kampagne besonders auf Fälle mit israelischen Staatsangehörigen, während sich in Phuket zugleich eine wachsende anti-israelische Stimmung entwickelte.
Komol Dumlak, Vorsitzender des Islamischen Komitees der Provinz Phuket, Imam der zentralen Provinzmoschee und Mitglied des Zentralen Islamischen Komitees, unterstützte die Kundgebung. Er sprach von Sicherheitsfragen und Vorwürfen wie Sachbeschädigung, unbezahlten Rechnungen und unangemessenem Verhalten israelischer Besucher, verband dies aber auch mit politischen und religiösen Themen rund um Israel und den Krieg in Gaza. Er bezeichnete die Kundgebung zudem als Opposition gegen einen jüdischen Zustrom nach Phuket und erhob weitere Behauptungen über jüdische Menschen und Israel, darunter Vorwürfe der Indoktrination und der Verachtung von Nichtjuden sowie Aussagen über den internationalen Einfluss von Zionisten.
Polizei überwachte den Zugang
Komol erklärte, die Debatte solle sich auf Verhalten konzentrieren, das Phuket betreffe, und nicht auf die Konflikte im Nahen Osten. Er wies außerdem zurück, dass es um Religion gehe, und sagte: „Nein, nein. Es geht nicht um Religion. Es geht um Sicherheit und darum, was in der Provinz geschieht.“ Zugleich waren in Werbematerialien der Veranstaltung anti-israelische Bilder zu sehen, darunter eine durchgestrichene israelische Flagge und Slogans gegen israelische Politik.
Die Polizei überwachte den Zugang zum Veranstaltungsbereich. Nur wenige Menschen hielten Plakate mit Bildern einer brennenden israelischen Flagge hoch; die übrigen Plakate riefen vor allem dazu auf, thailändisches Recht und die lokale Kultur zu respektieren.
Phuket soll für Tourismus offen bleiben
Chalermpong erklärte, der Tourismus bleibe für Phuket wichtig, weil er Einkommen und wirtschaftliche Chancen bringe. Phuket solle für Besucher und Investitionen offen bleiben, sofern diese der Provinz zugutekämen und alle Beteiligten dieselben Regeln befolgten.
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Die Organisatoren erklärten, die Zukunft Phukets als internationales Reiseziel hänge davon ab, dass Thailänder und Ausländer zusammenleben und arbeiten können. Die neuen staatlichen Maßnahmen richten sich nach Angaben der Regierung gegen Personen, die Gesetze brechen oder schwere Probleme verursachen, nicht gegen Ausländer allgemein.

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